Der "neue" Ford Focus im Test

Gelungenes Facelift

Der "neue" Ford Focus im Test

Kompakter Bestseller mit bewährten Stärken und ausgemerzten Schwächen.

Seit wenigen Tagen kann die Facelift-Version des Focus in Österreich bestellt werden. Ford hat seinen kompakten Bestseller (war in den letzten 10 Jahren mehrmals das meistverkaufte Auto der Welt) in vielen Punkten überarbeitet. Ob künftige Käufer davon profitieren, klärt unser Testbericht.

Diashow: Fotos vom neuen Ford Focus (2014)

Fotos vom neuen Ford Focus (2014)

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    Der Focus trumpfte schon in der Vergangenheit mit seinem souveränen Fahrwerk auf, mit dem er in der Kompaktklasse immer wieder neue Maßstäbe setzte. Dennoch ist es den Ingenieuren gelungen, hier noch einmal nachzulegen. Die überarbeitete Version lenkt noch etwas präziser ein, fährt dadurch noch agiler durch Kurven und untersteuert für einen Fronttriebler extrem spät. Insgesamt fällt die Abstimmung straff, aber nicht unkomfortabel aus. Hier hat Ford den Spagat wirklich nahezu perfekt gemeistert. Lange Wellen werden souverän weggefiltert und auch kurze Stöße dringen kaum in den Innenraum durch. Letzteres dürfte auch an der hervorragenden Dämmung liegen. Der „neue“ Focus ist innen nämlich extrem leise. Aufgrund der niedrigen Geräuschkulisse fühlt man sich fast wie in Watte gebettet. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten ist eine Unterhaltung mit den Mitfahrern möglich, ohne lauter sprechen zu müssen. Das kannten wir bisher nur aus Audi A3 oder VW Golf.

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    Neue Motoren
    Ford spendiert dem Focus auch einige neue Motoren. Wir konnten uns vom neuen 1,5-Liter-EcoBoost-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS (240 Nm, 0-100 in 9,1s, 210 km/h, 5,6l/100km), der den 1,6l-Benziner in Rente schickt, und vom 120 PS starken 1,5l-Diesel (270 Nm, 0-100 in 10,7s, 193 km/h, 3,8l/100km) ein Bild machen. Der Benziner gefällt mit seiner Drehfreude, dem angenehmen Klang und dem ordentlichen Durchzug. Wer damit flott unterwegs sein will, muss öfters schalten, was Dank des knackigen Getriebes aber richtig Spaß macht. Ab 4.000 Umdrehungen erwacht der Downsizing-Benziner so richtig zum Leben. Weitere Pluspunkte sind die spontane Gasannahme und die Drehfreude. Wenn man dem Triebwerk die Sporen gibt, rückt leider auch der Normverbrauch in weite Ferne. Im Alltag dürfte man aber mit sechs bis sieben Liter auf 100km das Auslangen finden. Deutlich sparsamer geht da der neue Diesel zu Werke, der  zudem von seinem hohen Drehmoment profitiert. Obwohl er im Vergleich zum gefahrenen Benziner 30 PS weniger hat, fühlt er sich im Fahrbetrieb kaum schwächer an. Auch hier gefällt das knackige Sechsgang-Getriebe. Aufgrund des besseren Durchzugs kann man den Selbstzünder auch deutlich schaltfauler bewegen. Ab 1.700 Umdrehungen ist stets genügend Kraft vorhanden. Wer vorausschauend fährt, schafft beim Verbrauch locker eine Vier vor dem Komma, auf über sechs Liter auf 100km dürfte man es kaum schaffen.

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    Aufgeräumtes Cockpit
    Während sich die äußeren Optikretuschen (überarbeitete Front, modifizierte Heckleuchten), wie berichtet, in Grenzen halten, ist innen kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Und das ist auch gut so. Ford hat sich die Kritik an der komplizierten Bedienung mit den vielen kleinen Knöpfen zu Herzen genommen und die Mittelkonsole radikal aufgeräumt. Die meisten Funktionen werden nun über den großen Touchscreen-Monitor gesteuert. Darüber hinaus wurde auch die Sprachsteuerung noch einmal verbessert. Mittlerweile erkennt das System Sprachbefehle nahezu fehlerlos und setzt diese auch schnell um. So muss man etwa bei der Eingabe eines Navigationsziels die Hände nicht mehr vom Lenkrad nehmen. Befehle wie „ich habe Hunger“ beantwortet der Focus, indem dass er die nächstgelegenen Restaurants anzeigt. In Sachen Assistenzsysteme haben die Entwickler ebenfalls noch einmal nachgelegt. So kann nun etwa das Notbremssystem Active City Stop bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h helfend eingreifen. Insgesamt reicht das Spektrum der modernen Helferlein von Frontkamera-basierten Systemen wie der Fernlicht-Assistent, das Verkehrsschild-Erkennungssystem und den Müdigkeitswarner bis hin zum Toter-Winkel-Assistenten und den Einpark-Assistenten, der seinen Weg nun auch in quer zur Fahrtrichtung liegende Stellplätze findet. Für die Generation 2.0 ist die AppLink-Erweiterung für das sprachgesteuerte Multimedia-Konnektivitätssystem Ford SYNC gedacht. Sie erlaubt die berührungsfreie Steuerung ausgewählter Smartphone-Applikationen per Sprachbefehl.

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    Preise und Abmessungen
    Der überarbeitete Focus steht wieder in drei Ausstattungslinien zur Wahl: Ambiente (ab 17.650 Euro), Trend (ab 18.650 Euro) und Titanium (ab 23.900 Euro). Zum Start bietet Ford eine Spezial-Version an, die nur 15.990 Euro kostet. Dabei handelt es sich um den Fünftürer mit dem 100 PS starken Eco-Boostmotor bei dem auch noch der Einpark-Assistenten und die Klimaanlage zur Ausstattung zählen. Serienmäßig sind u.a. elektrische Fensterheber vorne, Audiosystem inklusive USB-Anschluss und Audio-Fernbedienung, das MyKey-Schlüsselsystem mit individuell programmierbarem Zweitschlüssel, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ESP sowie Front-, Seiten-, Kopf- und Schulterairbags mit an Bord. Eine Klimaanlage gibt es aber erst ab Trend. Die Abmessungen (4,36 x 1,82 x 1,47 m) und Platzverhältnisse haben sich nicht verändert. Im Focus finden nach wie vor vier Erwachsene ausreichend Platz. Zu dritt wird es hinten eng. Das Kofferraumvolumen liegt mit 363 bis 1.262 Liter ebenfalls im Klassenschnitt, bei der Variabilität gibt es aber Punktabzug, da es ziemlich umständlich ist, die Sitzflächen umzuklappen. Wer mehr Stauraum braucht kann zum Kombi namens Traveller (4,56 x 1,82 x 1,49 m) greifen, der ebenfalls überarbeitet wurde und gemeinsam mit dem Fünftürer startet. Hier finden zwischen 490 und 1.516 Liter Platz.

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    Fazit
    Ford hat bei der Überarbeitung des Focus an den richtigen Rädchen gedreht. Stärken wie das hervorragende Fahrwerk und die modernen Motoren wurden weiter verbessert, Schwächen wie die komplizierte Bedienung aus dem Weg geräumt. So gerüstet, ist der Kölner im Kampf gegen Golf, Astra, 308, i30 und Co. wieder gut aufgestellt. Bestellt werden kann das neue Modell bereits. Im November rollen die ersten Exemplare zu den heimischen Händlern, die Markteinführung erfolgt dann im Jänner 2015.

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    Gesamte Motorenpalette
    Benzinmotoren: 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder-Direkteinspritzer in den beiden Leistungsstufen 74 kW (100 PS) und 92 kW (125 PS), 1,5-Liter-EcoBoost-Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit 110 kW (150 PS) und mit 134 kW (182 PS),1,6-Liter Ti-VCT mit 63 kW (85 PS) und 1,6-Liter Ti-VCT mit 92 kW (125 PS) Powershift.

    Dieselmotoren: 1,5-Liter in den Leistungsstufen 70 kW (95 PS), 77 kW (105 PS, ECOnetic) und 88 kW (120 PS), ein 1,6-Liter mit 70 kW (95 PS) und mit 85 kW (115 PS), 2,0-Liter und einer Leistung von 110 kW (150 PS) bzw 132 kW (180 PS).

    Darüber hinaus sind die reine Elekroversion Focus Electric und die sportliche Top-Variante, der 250 PS starke Focus ST verfügbar.

    Diashow: Fotos vom neuen Ford Focus ST (2014)

    Fotos vom neuen Ford Focus ST (2014)

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