Der neue Ford Mondeo im Test

Flaggschiff

Der neue Ford Mondeo im Test

So fährt sich die vierte Generation des Mittelklasse-Modells.

Rund zwei Jahre nach seinem US-Start, wo er als Fusion verkauft wird, kommt der neue Mondeo nun endlich auch in die alte Welt. Für Ford ist das Mittelklasse-Modell extrem wichtig, bisher wurden über 4,3 Millionen Exemplare verkauft. Kein Wunder, dass sich der Hersteller bei der Neuauflage ordentlich ins Zeug gelegt hat. Im Vergleich zum Vorgänger ist kein Stein auf dem anderen geblieben – weder beim Design noch bei der Technik. Außerdem haben die Ford-Ingenieure die beiden Jahre dazu genutzt, um dem Mondeo eine neue Fahrwerksabstimmung, moderne Assistenz-Systeme und neue Motoren zu vergönnen.

Diashow: Fotos vom Test des neuen Ford Mondeo

Optisch fügt sich die vierte Generation des Mondeo, den es als viertürige (nur Hybrid) und fünftürige Limousine sowie Kombi (Traveller) gibt, nun perfekt in das aktuelle Markendesign ein.

Der Grill im Aston-Martin-Look, die schmalen Scheinwerfer und die konturierte Motorhaube sorgen für einen gehörigen Schuss Dynamik.

Auf Wunsch gibt es auch optisch sehr technoid wirkende adaptive Frontscheinwerfer mit LED-Technologie.

Die Seitenlinie ist gefällig gezeichnet und birgt keine Überraschungen.

Beim Kombi zeigt die nur gering abfallende Dachlinie, dass der Mondeo vor allem praktisch sein will.

Am Heck gibt es nun schmälere LED-Leuchten und einen angedeuteten Diffusor.

Die Fünftürige Variante verfügt über eine...

...weit aufschwingende Klappe und bietet ein Kofferraumvolumen von 550 bis 1.446 Liter.

Beim Traveller wächst das Fassungsvermögen nach dem Umlegen der Rücklehnen von 525...

...auf 1.630 Liter. Zudem ist die Ladefläche komplett eben.

Das Platzangebot ist wirklich gut, die Rücksicht leidet beim Kombi jedoch unter der breiten D-Säule.

Das Cockpit wurde ordentlich entstaubt und mit feinen Materialien austapeziert. So hinterlässt es einen hochwertigen Eindruck.

Die vielen Tasten aus dem Vorgänger gehören nun der Vergangenheit an. Ab sofort werden die meisten Bedienfunktionen über den großen...

...Touchscreen in der Mittelkonsole, die Lenkradtasten oder per Spracheingabe gesteuert.

Das Display zwichen den digitalen Instrumenten beeindruckt ebenfalls mit einer tollen Grafik.

Design und Platzangebot
Optisch fügt sich die vierte Generation des Mondeo, den es als viertürige (nur Hybrid) und fünftürige Limousine sowie Kombi (Traveller) gibt, nun perfekt in das aktuelle Markendesign ein. Der Grill im Aston-Martin-Look, die schmalen Scheinwerfer und die konturierte Motorhaube sorgen für einen gehörigen Schuss Dynamik. Auf Wunsch gibt es auch optisch sehr technoid wirkende adaptive Frontscheinwerfer mit LED-Technologie. Die Seitenlinie ist gefällig gezeichnet und birgt keine Überraschungen. Beim Kombi zeigt die nur gering abfallende Dachlinie, dass der Mondeo vor allem praktisch sein will. Am Heck gibt es nun schmälere LED-Leuchten und einen angedeuteten Diffusor. Die Fünftürige Variante, die über eine weit aufschwingende Klappe verfügt, erkennt man am einfachsten am Heckscheibenwischer. An den Abmessungen hat sich nicht allzu viel verändert. Für die maximal fünf Passagiere gibt es jedenfalls ein großzügiges Raumangebot. Ein besonderes Lob verdienen die hervorragenden Vordersitze, die bei tollem Komfort auch viel Halt bieten.  Auf Wunsch sind sogar Massagesitze erhältlich. Das Kofferraumvolumen ist im Vergleich zum Vorgänger zwar etwas geschrumpft, bietet für die meisten Alltagsaufgaben aber immer noch ausreichend Platz. Beim Traveller wächst das Fassungsvermögen nach dem Umlegen der Rücklehnen von 525 auf 1.630 Liter. Zudem ist die Ladefläche komplett eben. So stellt man sich einen modernen Kombi vor. Schön wäre jedoch gewesen, wenn man die Rücklehne bequem vom Kofferraum aus umlegen könnte. Dafür liefert Ford auf Wunsch eine elektrische Heckklappe.

Fahrverhalten
Ford hat dem neuen Mondeo eine aufwendige Integrallenker-Hinterachse spendiert, die Karosserie versteift und ihm einige Kilos abtrainiert. Und das macht sich beim Fahren äußerst positiv bemerkbar. Das Auto liegt satt auf der Straße, lenkt zackig ein, neigt sich in Kurven nur wenig zur Seite und filtert Bodenwellen und Fahrbahnschäden dennoch hervorragend weg. Das ist wirklich großes Kino. Passend dazu gibt es eine präzise Lenkung mit ausreichend Rückmeldung, standfeste Bremsen und ein knackig zu schaltendes Sechsganggetriebe. Letzteres kann bei manchen Motorisierungen auch gegen ein Doppelkupplungsgetriebe getauscht werden, das seine Aufgabe ebenfalls souverän löst. Das aufmerksame Start-Stopp-System hilft in jedem Fall beim Spritsparen. Auf Wunsch gibt es erstmals auch ein adaptives Fahrwerk, das den Charakter des Mondeo deutlich spürbar verändert. Der Fahrer kann zwischen den drei Modi Comfort, Normal und Sport wählen.

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Innenraum und Ausstattung
Da es sich beim Mondeo um eine völlige Neukonstruktion handelt, wurden natürlich auch der Innenraum, die Infotainment-Funktionen und die Assistenzsysteme auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Das Cockpit wurde ordentlich entstaubt und mit feinen Materialien austapeziert. So hinterlässt es einen hochwertigen Eindruck, an den neuen Passat kommt es aber dennoch nicht ganz heran. Die vielen Tasten aus dem Vorgänger gehören nun der Vergangenheit an. Ab sofort werden die meisten Bedienfunktionen über den großen Touchscreen in der Mittelkonsole, die Lenkradtasten oder per Spracheingabe gesteuert. Letztere funktioniert übrigens überraschend gut und denkt sogar mit. Wenn man dem Mondeo sagt „ich habe  Hunger“, listet er automatisch Restaurants in der Umgebung auf. Ist ein Passendes dabei, wird man automatisch dorthin navigiert. Das Navi selbst gefällt nun mit einer schönen Grafik und präzisen Richtungsangaben. Das alles funktioniert freilich nur, wenn das Konnektivitätssystem Ford SYNC 2 mit an Bord ist. Dieses bietet neben Sprachsteuerung und dem 8-Zoll-Touchscreen auch die Möglichkeit Mobiltelefone, die Klimatisierung sowie Entertainmentsysteme (auch per Sprache) zu steuern. Bei den Assistenz-Systemen bietet Ford nun ebenfalls alles, was diese Klasse zu bieten hat. Angefangen beim Kollisions-Assistent mit Fußgängererkennung, der Passanten erkennt, über Toter-Winkelwarner, Spurhalteassistent, automatischer Parkpilot, Active City Stop bis hin zu einem radarbasierten adaptiven Tempomat inklusive Distanzwarner. Ein echtes Novum sind die hinteren Gurtairbags, die bei einem Unfall die beiden äußeren Fondpassagiere besser schützen sollen.

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Motoren
Von Beginn an steht der neue Mondeo mit modernen, teilweise neu entwickelten 1,5- und 2,0-Liter-EcoBoost-Benzinern zur Verfügung. Mitte des nächsten Jahres kommt dann noch der bekannte 1,0-Liter-Dreizylinder mit 125 PS hinzu. Auf Dieselseite steht ab Mitte 2015 ein bärenstarker 2,0-Liter-TDCi zur Wahl, der dank sequenzieller Bi-Turbo-Aufladung 210 PS und ein Drehmoment von 450 Nm leistet. Zum Vergleich: VW bietet den brandneuen Passat sogar mit einem 240 PS (500 Nm) starken 2.0-TDI an. Die Rolle des Einstiegsmotors in die Diesel-Liga übernimmt bereits zur Markteinführung ein 1,6-Liter-TDCi mit einer Leistung von 115 PS. Darüber hinaus bietet Ford für sein Flaggschiff den überarbeiteten 2,0-Liter-TDCi an – in zwei Leistungsstufen: mit 150 PS und mit 180 PS. Letzteren und den 160 PS starken Benziner konnten wir bereits fahren. Bei beiden Aggregaten fiel das geringe Geräuschniveau im Innenraum positiv auf. Der Diesel kann dank seines hohen Drehmoments extrem schaltfaul und sparsam bewegt werden. Dennoch steht auf Wunsch immer ausreichend Dampf zur Verfügung. Um wirklich flott voranzukommen, muss man die Drehzahl aber immer zwischen 2.000 und 4.000 Touren halten. Der Benziner ist ein echter Sahnemotor. Ab 2.000 Touren legt er richtig los und dreht munter bis 6.500 Touren weiter. Dabei bleibt er akustisch angenehm leise, ohne dabei langweilig zu klingen. Wenn man im richtigen Drehzahlbereich bleibt, macht das quirlige Triebwerk richtig Laune. In Österreich werden sich dennoch die meisten Kunden für die beiden schwächeren Diesel (115 und 150 PS) entscheiden. Absolutes Highlight aus Ford-Sicht ist, dass der Mondeo ab Mitte 2015 auch mit Allradantrieb (AWD) erhältlich sein wird, Das dürfte die Verkaufszahlen in Österreich weiter in die Höhe treiben. Zu haben ist der AWD in Kombination mit dem 2.0-TDCi (150 und 180 PS). Als sparsame Alternative bietet Ford den neuen Mondeo auch als Hybrid an. Wer sich für diesen 187 PS (Systemleistung) starken Antriebsstrang entscheidet, muss automatisch zur viertürigen Stufenhecklimousine greifen. Der Mondeo Hybrid kombiniert einen speziell entwickelten 2,0-Liter-Benziner mit einem Elektroantrieb und einer Lithium-Ionen-Batterie, die über eine Speicherkapazität von 1,4 kWh verfügt. Damit sind kurze Strecken (bis zu 50 km) rein elektrisch zu bewältigen. Die CO2-Emissionen gibt Ford mit 99 g/km an.

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Verfügbarkeit und Preis
Wie berichtet, kann der neue Mondeo in Österreich bereits bestellt werden. In den Handel kommt er Anfang 2015. Los geht es ab 29.500 Euro. Die wichtigsten Ausstattungsfeatures (2-Zonen-Klimaautomatik, Bordcomputer, Bluetooth, CD-Radio, etc.) sind bereits im Basismodell Trend enthalten. Wer zum Titanium (ab 32.250 Euro) greift, braucht nahezu keine Extras mehr zu ordern. Für den Kombi werden jeweils 1.200 Euro mehr fällig. Das 36.750 Euro teure Hybrid-Modell wird in einer eigenen Ausstattung angeboten. 2015 schiebt Ford mit dem Ambiente noch eine günstigere Einstiegsversion ins Rennen. Vorerst rangiert der neue Mondeo preislich in etwa auf dem Level von VW Passat und Opel Insignia. Ersterer ist geringfügig teurer, der Opel kostet in etwa gleich viel.

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Technische Daten
Motoren: Benziner: 1,0l mit 125 PS, 1,5l mit 160 PS, 2.0l mit 240 PS; Diesel: 1,6l mit 115 PS, 2,0l mit 150 oder 180 PS, 2.0l Bi-Turbo mit 210 PS
Verbrauch: 3,6 bis 7,5 Liter auf 100 km
Abmessungen: Fünftürer: 4.87 x 1,85 x 1,48 m; Traveller: 4,86 x 1,85 x 1,50 m (L x B x H)
Kofferraum: Fünftürer: 550 bis 1.446 Liter; Traveller: 525 bis 1.630 Liter
Preis: ab 29.500 Euro; Traveller ab 30.700 Euro