Der Porsche 718 Boxster S im Test

Vier „Häferl“ reichen

Der Porsche 718 Boxster S im Test

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350 PS starker Roadster lässt nichts vermissen - außer ein gut gefülltes Konto.

Es ist ein Jammern und Zetern im Netz, am Stammtisch und sonst wo: ein Sportwagen von Porsche mit 4-Zylinder-Turbo statt 6-Zylinder-Sauger. Das will man nicht einmal bei den Einstiegsmodellen Cayman und Boxster sehen. Letzterer gehört nach der Ansicht der Altvorderen ohnehin nur in die Hand einer Frau. Was wir zu alledem sagen: Gähn!

© phist/zac
Der Porsche 718 Boxster S im Test
× Der Porsche 718 Boxster S im Test
Bei einem Porsche geht es um kompetenten Fahrspaß - und den bietet der 718 Boxster S zweifellos.

Turboloch?

Zum einen: Nach doch ein paar intensiven Tagen am Steuer des umwerfend gut aussehenden, modern eingerichteten und bestens verarbeiteten schwarzen Boxsters weinen wir den zwei verlustig gegangenen Töpfen keine Träne nach. Das sattsam bekannte Argument des schlechteren Ansprechverhaltens des Turbos ist nicht mehr als maniriertes Pseudoexpertentum - zumindest, was den 718 Boxster S mit 350 PS betrifft. Wer dann noch den Sportmodus aktiviert und noch immer nach dem Sauger schreit, ist nicht ernst zu nehmen.

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Der Porsche 718 Boxster S im Test
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Neues Lenkrad inklusive kleinem Drehknopf für die Fahrmodi-Wahl.

Guter Ton?

Ja, und dann ist da die Sache mit dem Motorsound. Gut, hier könnten wir beipflichten. Ein wenig an akustischer Präsenz hat der zweisitzige Roadster schon verloren, auch wenn Soundingenieure versucht haben gegenzusteuern. Herausgekommen ist aber ein Klang, der in einem bestimmten Drehzahlbereich sehr an jenen von getunten Käfer erinnert. Aber auch das ändert sich unter Volllast. Dann kracht, faucht und röhrt es in bester Manier.Und zum Thema "Frauenporsche": Dass es im Jahr 2016 noch immer Männer gibt, die derartiges absondern ... Dank Mittelmotorkonzept und geringem Gewicht hat die Einstiegsmodellreihe dem 911er in Sachen Fahrspaß ohnehin schon den Rang abgelaufen.

>>>Nachlesen: So fährt sich der Porsche 718 Cayman

Teures Vergnügen

Bleibt noch ein Thema und zwar leider ein sehr trauriges: der Preis. Knappe 80.000 Euro kostet der 718 Boxster S in der Basisversion. So, wie wir ihn hatten - mit empfehlenswerten Extras wie Sportchrono-Paket, LED-Scheinwerfern und dem neuen, sich endlich auf höhe der Zeit befindlichen Navigationssystem -, werden 103.617 Euro fällig. Da müssen Durchschnittsverdiener ihre Midlife-Crisis leider anders kompensieren. Dabei wäre die Anschaffung des 718 Boxster/Cayman eine der sozial verträglichsten Alternativen. (Christian Zacharnik)

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Technische Daten

Motor: 2,5 Liter 4-Zylinder-Turbobenzine
Leistung: 350 PS und 420 Nm; Spitze: 285 km/h
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 4,2 Sekunden
Antrieb: Heck, 7-Gang-PDK (Doppelkupplungsgetriebe)
Verbrauch: Norm: 7,3 Liter/100km; Test: einiges mehr
Gewicht: 1.385 Kilogramm
Preis: ab 79.653 Euro; Testwagen: 103.617 Euro

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