Der VW Golf GTI Clubsport im Test

Gelungener Jubilar

Der VW Golf GTI Clubsport im Test

Der (fast) schnellste GTI aller Zeiten ist ein Fest für Augen, Herz und Bauch.

Den 40. Geburtstag des Golf GTI feiert VW mit dem 265 PS starken Clubsport bzw. dem 310 PS starken Clubsport S. Letzterer ist jedoch streng limitiert und nur bedingt alltagstauglich. Wir durften mit der „normalen“ Version ein bisschen mitfeiern.

Einst Maßstab, hat der Golf letztlich ein wenig an Strahlkraft verloren. Mit schuld daran ist (wie an so manchem) die SUV-Manie, aber auch der Umstand, dass VW die Pflege seines einstigen Zugpferdes ein wenig schleifen hat lassen. Während die ihn umgebenden Markengeschwister allesamt auf den neuen Look eingeschworen wurden, bekommt der Golf - inklusive E-Golf - nächstens gerade Mal ein sanftes, außen kaum ersichtliches Facelift (Premiere Ende des Monats auf dem Pariser Autosalon 2016). Fast könnte man Mitleid haben mit dem einstigen Trend setzenden König der Autowelt.

© Christian Zacharnik
Dezenter Spoiler, extrem schicke 20-Zöller und fette Auspuffendrohre.

Alte Liebe rostet nicht

Wie gesagt, fast. Wäre da nicht der GTI Clubsport. Da fühlt man sich wieder ganz in jene glorreichen Zeiten versetzt, als die Menschen beim Auftauchen eines Golf GTI die Köpfe zusammensteckten und die Hälse reckten. Hier ist es allerdings nicht, wie einst, das rüpelhafte Rotzbubenimage, das die Aufmerksamkeit erregt. Vielmehr ist es die überaus sportlich-elegante Optik des Clubsport, die etwa einen Passanten zu der Bemerkung veranlasste, dass der Golf eigentlich doch ein sehr schönes Auto sei. Unsere Rede! Während nämlich Krawallbrüder à la Ford Focus RS oder Honda Civic Type-R so aussehen, wie sie klingen, übt sich der GTI Clubsport in nobler Zurückhaltung. Die üblichen Performanz-Insignien wie 20-Zöller, armdicke Alu-Endrohre, Front- und Heckspoiler sind vorhanden, aber sehr dezent gesetzt.

© Christian Zacharnik
Innen geht’s sportlich und edel zu: Alupedale, Klavierlack, rote Akzente und Ziernähte.

Bis zu 290 PS

Auch was den Sound betrifft, leidet der GTI Clubsport nicht an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom – zumindest im Standgas. Vehementeres Pedaltreten wird von durchaus markanter aber immer noch harmonischer Klangkulisse untermalt. Ähnliches gilt für die Entfaltung der 265, im Overdrive-Modus sogar 290 PS – die bietet der spanische Plattformbruder Seat Leon Cupra übrigens von Haus aus. Die kleine Denkpause des 6-Gang-DSG wird durch Aktivierung des Sport-Modus eliminiert. Die helle Freude an der sehr homogen vorgebrachten Drehfreude des 2,0-Liter-Turboaggregats ist ab dann das bestimmende Gefühl am Steuer des GTI Clubsport. Das und das Staunen über die Dank elektronischer Differenzialsperre hohe Präzision und Standfestigkeit, mit der sich der GTI Clubsport (trotz Frontantrieb) um Kurven bewegen lässt.

© Christian Zacharnik
Viel Liebe zum Detail: Rote Bremssättel mit GTI-Emblem.

Fazit

Und so wird der Golf wieder zu einem Maßstab. Zum einen für hohe Kompetenz im kompakten Highperformance-Segment und zweitens für einen Basis-Preis, der mit gut 42.000 Euro doch so einige Schranken durchbricht. (Christian Zacharnik)

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Technische Daten

Motor: 4-Zyl.-Turbobenziner, 1984 ccm
Leistung: 265 PS (kurzfristig 290 PS) und 350 Nm
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h 6,3 Sekunden; Spitze 250 km/h
Normverbrauch: 7,0 Liter auf 100 km; Test: spaßbedingt, einiges mehr
Leergewicht: 1375 kg
Preis: ab 42.189 Euro; Testauto: 52.604,63 Euro

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