Fahrmaschine im Kleinformat

Neuer Mini Cooper S im Test

Der kleine Brite mit deutschen Genen hat auch nach dem Facelift nichts von seiner Fahrdynamik eingebüßt. Dank 184 PS geht der aktuelle Cooper S sogar noch etwas schneller um die Ecken als der Vorgänger.

Mit der Reinkanation des Mini hat BMW im Jahr 2003 alles richtig gemacht. Mittlerweile gibt es den kultigen Stadtflitzer bereits in seiner zweiten Auflage. Und diese kam nun wie berichtet in den Genuss einer leichten Auffrischung. Wie sich diese auswikt, haben wir anhand des stärksten (Ausnahe: John Cooper Works) Mini Hatch - dem Cooper S - getestet.

Diashow:



Fahrspaß ohne Ende
Im neuen Cooper S leistet der aufgeladene und Euro5-konforme 1,6 l Turbo-Vierzylinder, der in Kooperation mit der PSA-Gruppe entwickelt wurde, 184 PS. Das sind um neun Pferdestärken mehr als beim Vorgängermodell. Gekoppelt ist der drehfreudige Motor an ein exakt gestuftes und kurz geführtes Sechsganggetriebe. Gemeinsam ergeben sie ein kongeniales Duo, welches den Cityflitzer beeindruckend nach vorne peitscht. Lässt man den riesigen Tacho inmitten des Armaturenbretts zulange aus den Augen, kann das schnell den „rosa Lappen“ kosten. Eigentlich ist man mit dem Cooper S immer zu schnell unterwegs. Daran ist aber auch  das Fahrwerk  schuld, welches geradezu nach Höchsttempo schreit. Kein anderer Wagen dieser Klasse klebt so famos am Asphalt wie der kleine Brite. Hier können die Konkurrenten wie der Polo GTI, Citroen DS3, der Ibiza Cupra, der Skoda Fabia RS oder der Renault Clio RS nicht mithalten. Dieses Gokart-Feeling ist einzigartig. Dank der direkten, feinfühligen Lenkung wandelt der Mini Fahrbefehle überaus exakt um und die Tendenz zum Untersteuern kommt erst so spät zum Vorschein, dass man sie auf öffentlichen Straßen kaum hervorrufen kann.

Hier geht´s zum Video der aufgefrischten Mini-Familie

Ganz der Alte

Auch ansonsten ist sich der Mini treu geblieben. Für zwei Personen bietet er genügend Platz, im Fond wird es für Erwachsene jedoch (zu) schnell unbequem. Der Kofferraum im Handtaschenformat macht ohnehin deutlich, dass der Mini eher ein Zweisitzer mit Ablagefach hinter den Frontsitzen ist. Das verspielte Cockpitdesign ist Geschmackssache, die Materialien und die Verarbeitung hat beim Facelift jedoch deutlich gewonnen. Die Übersichtlichkeit und Funktionalität lösen andere Kleinwagen jedoch deutlich besser. Beim Sparwillen zählt der Mini aber zu den Großen. So hat er zahlreiche Efficient Dynamics-Maßnahmen der Mutter BMW mit an Bord. Dazu zählen u. a. eine perfekt funktionierende Start-Stopp-Automatik, eine Anzeige für die richtige Gangwahl oder die elektrisch gesteuerte Servolenkung. Trotzdem wird das Auto in dieser Version nicht zum Sparmeister, dafür macht er einfach zu viel Spaß. So liefen bei unserem (zugegeben forcierten) Test etwas mehr als acht Liter durch die Einspritzdüsen. Angesichts der Leistung geht das jedoch voll in Ordnung und wer es wirklich darauf anlegt, erreicht auch einen Wert von rund sechs Litern auf 100 km.


Starttermin

Ab September ist die gesamte, überarbeitete Mini-Familie zu haben. Die Preise starten beim One mit 75 PS bei 15.940 Euro, den dreitürigen Cooper S gibt es ab 23.650 Euro – auch hier ist der Mini also ganz der Alte geblieben. Ähnlich gesalzene Tarife bietet eigentlich nur der (in Kürze erhältliche) Audi A1. Dem Individualisierungsdrang der Kunden werden - das nötige Kleingeld vorausgesetzt - kaum Grenzen gesetzt.

Technsiche Daten Cooper S
Motor: 1,6 l Vierzylinder mit 184 PS und 240 Nm Drehmoment (mit Overboost kurzfristig 260 Nm)
Abmessungen: L x B x H in mm: 3729 x 1683 x 1407
Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 7 Sek., Spitze: 228 km/h
Verbrauch: 5,8 Liter (136g CO2/km) EU5-Norm

Bilder: (c) Hersteller