Französische Revolution

Citroen DS3 1,6 HDI 16V 110 FAP im Test

Mit dem DS3 will Citroen Konkurrenten wie dem  Mini, dem Alfa Mito und dem kommenden Audi A1 Kunden abjagen. Der Plan könnte aufgehen.

Obwohl der Name DS an die unvergessene Göttin erinnert, die für automobilen Fortschritt und Avantgarde stand, positioniert Citroen den DS3 nicht als Retro-Mobil. Nein. Er wird sogar als Anti-Retro angepriesen und steht somit im klaren Gegensatz zum britischen Hauptkonkurrenten Mini. Ab Sommer dringt dann auch noch der neue Audi A1 in das Segment der luxuriösen Kleinwagen ein. 

Diashow:

Bilder: Citroen

Design
Optisch gibt sich der neue DS3 betont anders, ohne jedoch anzuecken. Seine Karosserie-Proportionen wirken stimmig. Er steht breit und satt auf der Straße, sein flaches Dach signalisiert Sportlichkeit und das stämmige Heck bildet einen gelungenen Abschluss. Besonders auffällig sind die stehenden LEDs in der Frontschürze und die seitliche Haifischflosse, welche den Eindruck erweckt, dass das Dach schweben würde. Ein wirklich netter Gag. Somit grenzt er sich auch deutlich von seinem fünftürigen Plattformbruder C3 ab, der besonders rundlich und sehr hoch designt wurde.  

Platzangebot
All diese Zutaten lassen vermuten, dass das Platzangebot vom sportlichen Design eingeschränkt wird. Doch dem ist nicht so. Vorne sitzen selbst großgewachsene äußerst bequem und auch das Fondabteil fällt im Vergleich zum Mini sehr geräumig aus. Große Personen haben aber hinten nur eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Vor allem über dem Scheitel und vor den Knien können sie Platzprobleme bekommen. Das Kofferraumvolumen ist hingegen wieder sehr groß. Mit 285 Litern fällt es beinahe doppelt so groß aus, als im britischen Hauptkonkurrenten.  

Fahrverhalten
Beim Fahren erweist sich der stärkere der beiden Diesel mit seinen 112 PS (der schwächere leistet 92 PS) als ideale Motorisierung. Er tritt spontan an, dreht mühelos bis zum roten Bereich und bleibt dabei äußerst dezent. Das Sechsganggetriebe ist ebenfalls gut gelungen. Es ist kurz abgestuft und der Hebel flutscht nur so zwischen den einzelnen Gängen. Auf der Autobahn erweist sich der drehzalschonende sechste Gang als echter Segen. Er hält den Verbrauch und das Geräuschniveau sehr niedrig und macht lange Etappen zur wahren Freude. Auf Landstraßen fällt das im Vergleich zum C3 deutlich sportlichere Fahrwerk positiv auf. Der DS3 zirkelt mit seinen serienmäßigen 17 Zoll Alus präzise um die Ecken, kommt kaum ins Wanken und übersteuert in Gefahrensituationen brav. Heikle Situationen hat das serienmäßige ESP gut im Griff, und die Bremsen sind auch nach mehreren Bremsmanövern standfest. Den Normverbrauch von 4,5 Litern konnten wir zwar nicht erreichen, mit 5,6 Litern gehört der DS3 aber zu den sparsamen Vertretern. Noch mehr Spaß dürfte die limitierte Ausgabe DS3 Racing mit 200 PS Motor machen. 

Innenraum
Im Cockpit herrscht dann französische Noblesse. Hier nimmt der kleine Franzose im Kleinwagensegment eine Führungsrolle ein. Am ehesten kann noch der neue Polo mithalten. Das Design des Armaturenträgers versprüht Charme und Sportlichkeit. Die Chromeinlagen wirken stimmig und die hochwertigen Materialien sind durchwegs gut verarbeitet. 

Preis
Da es den starken Diesel nur in Verbindung mit der nahezu kompletten Top-Ausstattung „Sport Chic Airdream“ (zweifarbige Karosserie, Klimaautomatik, USB, Bluetooth, etc.) gibt, ist auch der Preis von 21.290 Euro gerechtfertigt. Den kleinsten Benziner (95 PS) gibt es ab 15.690 Euro.

Dank zahlreicher Optionen für das Aüßere (verschiedene Farben, Dachbeklebung, Felgen, Spiegel etc) und das Innere (Stoffe, Leder, Farben, etc.) sind den individuellen Vorlieben kaum Grenzen gesetzt. So kann sich jeder seinen eigenen DS3 konfigurieren.


Technische Daten

1,6 l 4-Zylinder mit 112 PS und 270 Nm
Abmessungen L/B/H: 3,94/1,71/1,46 Meter
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 9,8 Sekunden; 190 km/h Spitze

Preis: ab 21.290