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Hybrid-Sportler

Fahrbericht vom neuen Honda CR-Z

Der legitime Nachfolger des legendären CRX hat Hybrid-Antrieb. Dank manuellem Sechsganggetriebe kommt auch der Sport nicht zu kurz.

Sein Vorgänger war der blechgewordene Bubentraum der 80er Jahre. Der Honda CRX mit seiner legendären Keilform galt zu Recht als veritabler Golf-GTI-Jäger und erfreute sich hierzulande einer beachtlichen Fangemeinde. Das hat er auch seinem enorm drehfreudigen 16V-Motor verdankt. Der war allerdings reichlich durstig, was sich mit dem heutigen Umweltverständnis bei einer Mehrheit der Autofahrer nur mehr sehr schwer in Einklang bringen lässt. Jetzt haben die Honda-Ingenieure einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden. Der Honda CR-Z ist der erste Hybrid-Sportler für ein breites Massenpublikum. Und er ist nicht nur optisch bestens gelungen.

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Ordentlich Schmalz unter der tief gezogenen Haube

Sportlerherz mit Schrittmacher
Unter der steil abfallenden, aggressiven Schnauze schlägt ein 1,5-Liter-i-VTEC-Benzinmotor mit einer Leistung von 114 PS. Unterstützt wird das sehr elastische Aggregat von einem 14 PS starken Elektromotor, der eindrucksvolle 78 Newtonmeter leistet. Das sorgt für ordentlichen Schub, schon in den unteren Drehzahlbereichen, da der E-Motor sofort seine Kraft abrufen kann. Die Systemleistung (resultiert aus dem unterschiedlichen Drehzahlniveau der beiden Motoren) von 124 PS und 174 Newtonmeter sagt eigentlich schon alles: Da schlägt ein Sportlerherz mit einem ordentlichen Schrittmacher.

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Die Frontsitze bieten ordentlichen Seitenhalt. Hinten reicht der Platz nur für Kurz-Trips

Sparmeister
Positiv überrascht dabei ein Blick auf den Verbrauchsanzeiger. Das Kraftpaket kommt im EU-Prüfzyklus mit lediglich 5,0 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer aus und emittiert nur 117g CO2/km. Das sind Spitzenwerte für einen deklarierten Sportwagen, was durch das serienmäßige 6-Gang-Getriebe noch unterstrichen wird. Normalerweise werden kleine Hybirdmotoren immer an ein stufenloses Automatikgetriebe gekopelt. Wie etwa im Toyota Prius oder im CR-Z Plattformspender Insight. Die Umweltfreundlichkeit des CR-Z zeigt sich durch die Nutzung des aus dem Honda Insight bekannten IMA-Systems. Der E-Motor liefert sofort beim Start maximale Leistung. Damit wird die Drehmomentkurve für den CR-Z ungewöhnlich flach. Er erreicht seine besten Beschleunigungswerte bereits bei 1.500 Umdrehungen. Das dämpft natürlich den Spritverbrauch ohne Einschränkungen beim Fahrspaß.

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Klimaautomatik, ESP und MP3-Radio schon in der Basisversion.

Farbspiele im Cockpit zeigen Fahrweise an

Im Cockpit des CR-Z dominiert Hightech. Neben zahlreichen wichtigen und weniger wichtigen Schaltern, die das Lenkrad geradezu einrahmen, gibt es eine clevere 3D-Technik, die durch wechselnde Farben anzeigt, ob der Fahrer gerade in spritsparendem Blau oder umweltfeindlichem Rot unterwegs ist. Das Ambiente ist gediegen und der Anschaffungspreis von 22.200 Euro (Basismodell) bis 25.390,- (GT) absolut konkurrenzfähig.

Einen Kritikpunkt fängt sich der CR-Z für seine miserable Rundumsicht ein. Denn innerhalb einer gewissen Zeitspanne werden selbst ganze Sattelschlepper von den extrem breiten C-Säulen verdeckt. Und auch das Einparken (seitwärts) wird dadurch massiv erschwert.

Technische Daten
Motor: 114 PS starker 1,5-l-Benziner, 14 PS starker
E-Motor, 124 PS Systemleistung
Fahrleistungen: 200 km/h Spitze, in 9,9 Sek von 0 auf 100 km/h
Norm-Verbrauch: 5,0 l/100 km
Preis: ab 22.200 € (Basis) bis 25.390 € (GT)
(nec)