"Neuer" BMW 520d xDrive im Test

Facelift-Version

"Neuer" BMW 520d xDrive im Test

Die wohlüberlegte Überarbeitung hat der Business-Limousine gutgetan.

Wie berichtet, hat BMW vor wenigen Wochen die überarbeitete 5er-Reihe vorgestellt. Seit wenigen Tagen steht die neue Generation bei den heimischen Händlern. Das Facelift kam nicht nur Limousine und Kombi, sondern auch dem Gran Turismo (GT) und dem Sport-Modell M5 zugute. Wir haben nun die "neue" Limousine in der bisher beliebtesten Motorisierung (520d) inklusive der famosen Achtgang-Automatik getestet. Darüber hinaus haben wir uns noch den Allradantrieb xDrive gegönnt, der ohnehin nur in Kombination mit der Automatik lieferbar ist. Ob das Facelift gelungen ist, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Diashow: Fotos vom Test des "neuen" BMW 5er

Fotos vom Test des "neuen" BMW 5er

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    Design
    Optisch ist BMW bei der Überarbeitung betont behutsam vorgegangen. Kein Wunder, schließlich verkaufte sich der 5er auch vor dem Facelift hervorragend. Außerdem sollen Kunden, die noch das "alte" Modell fahren, nicht verärgert werden. BMW-Fans werden die Facelift-Version dennoch auf den ersten Blick erkennen. Zum Beispiel an der etwas auffälliger gestalteten Niere, den neu gezeichneten Scheinwerfern, der modifizierten Frontschürze mit in Chrom eingefassten Nebelscheinwerfern oder den in die Außenspiegel-Gehäuse gewanderten Seitenblinker. Und auch die Grafik der LED-Rückleuchten wurde geändert. Innen gibt es etwas mehr Chrom, nochmals höherwertige Materialien und viele praktische Ablagen.

    Neuerungen
    Technisch hat der Premiumhersteller deutlich stärker nachgelegt. So gibt es den 5er nun erstmals mit dynamischen Voll-LED-Scheinwerfern. Diese sind zwar nicht ganz billig, machen sich aber schnell bezahlt, da sie die Straße selbst bei totaler Dunkelheit perfekt ausleuchten und so die Nacht fast zum Tag machen. Weiters hat BMW auch das Multimedia-System und die ConnectedDrive-Optionen ordentlich aufgerüstet. Die Steuerung erfolgt nach wie vor über den bewährten iDrive-Schalter und ist weitestgehend intuitiv. Neu ist, dass der runde Dreh- und Drückknopf nun auch Handschrift erkennt. Dabei kann man mit den Fingern den gewünschten Buchstaben auf die runde Fläche kritzeln, und so beispielsweise Navigationsziele eingeben, ohne den Blick von der Straße wenden zu müssen. Bisher gab es das nur bei Audi. Darüber hinaus können Befehle auch über den Dreh- und Drückknopf oder per Spracheingabe getätigt werden. Letztere funktionierte jedoch nicht immer einwandfrei. Zu den weiteren Highlights des Testwagens zählte der automatische Parkassistent, der die große Limousine flott und sicher selbst in enge Parklücken manövriert, der Abstands-Tempomat mit Warn- und automatischer Bremsfunktion, der Spurhalteassistent und die hervorragend arbeitende Tempolimit-Anzeige. Smartphones können kinderleicht via Bluetooth in das Bordsystem integriert werden. Das funktioniert beim ersten Koppeln aus Sicherheitsgründen zwar nur im Stand, danach aber stets automatisch und fehlerfrei. Lediglich beim Audio-Streaming von Musiktiteln kam es ab und an zu Aussetzern. Das kann aber auch am Smartphone liegen. Ein weiteres praktisches und neues Feature ist die automatisch öffnende Heckklappe. Diese öffnet sich nun auch, wenn man mit dem Fuß unter dem Heck "hermumwedelt" - praktisch wenn man mit zwei Einkaufstaschen oder einer großen Kiste zum Auto kommt. Das kennen wir zwar schon von anderen Herstellern, dennoch erleichtert diese Funktion den Alltag in gewissen Situationen enorm. Das Ladevolumen liegt mit 520 Litern im guten Klassenschnitt.

    Verarbeitung und Materialien werden dem Premium-Anspruch und dem Preisniveau gerecht. Besonders gut haben uns die aufpreispflichtige Lederausstattung "Dakota Schwarz" und die elektrisch verstellbaren Vordersitze gefallen. Letztere bieten viel Seitenhalt und sind auch nach Stunden noch äußerst bequem. Da macht selbst das monotone Kilometerfressen auf der Autobahn Spaß. Dies ist auch der perfekten Sitzposition geschuldet, die dank weitem Lenkradverstellbereich (im Testwagen ebenfalls elektrisch) für jede Körpergröße gefunden werden kann.

    Gelungene Kombination
    Die von uns getestete Motor-Getriebe-Kombination kennt man bereits aus dem Vorgänger. Die geniale Achtgang-Automatik (von ZF) harmoniert perfekt mit dem 184 PS starken Diesel. Da geraten die Schaltpaddels am Lenkrad für manuelle Eingriffe schnell in Vergessenheit. Die Automatik hat stets die passende Fahrstufe bereit. Im Eco Pro und im Comfort-Modus schaltet sie früh hoch, im Sport-Programm dreht sie die Gänge bis zum Begrenzer aus. Obwohl die Limousine über 1,8 Tonnen wiegt, geht es ordentlich vorwärts. Eine echte Offenbarung ist der aufpreispflichtige Allradantrieb xDrive. Das System sorgt dafür, dass die Kraft stets auf die Straße kommt. Selbst in engen Kurven und bei Nässe gibt es keinerlei Traktionsprobleme. Dabei arbeitet xDrive so dezent, dass es im Alltag gar nicht auffällt. Weniger gut hat uns die Geräuschkulisse nach dem Kaltstart gefallen. Hier ist das Nageln des eher kleinen Vierzylinder-Diesels deutlich zu hören. Bei warmen Motor rückt der Sound des Triebwerks jedoch schnell und angenehm in den Hintergrund. Der Testverbrauch von 7,2 Litern liegt zwar deutlich über der Werksangabe, geht jedoch angesichts von Leistung, Gewicht und Performance voll in Ordnung. Efficient Dynamic-Features wie das hervorragend funktionierende Start-Stopp-System, die Bremsenergierückgewinnung oder die Segelfunktion mit abgekoppeltem Antriebsstrang helfen dem Fahrer beim Spritsparen. Da der Motor seit dem Facelift serienmäßig über ein AdBlue-System verfügt (Harnstoffeinspritzung), erfüllt er schon jetzt die ab 2015 gültige Abgasnorm Euro 6. Das Fahrwerk beherrscht den perfekten Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit. Trotz seiner Größe lässt sich der 5er sehr agil bewegen. In Kurven kann er sein hohes Gewicht jedoch nicht ganz kaschieren. Da schiebt er ziemlich früh über die Vorderräder nach außen. Die Lenkung ist äußerst präzise und exakt ausgelegt. Hier hat BMW auf die Kritik reagiert. Beim Vorgänger war das Lenkgefühl nämlich eher synthetisch und vermittelte nicht den gewünschten Fahrbahnkontakt, den man von BMW gewohnt ist.

    Fazit
    Dass so viel geballte Technik und Luxus nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sind, leuchtet ein. Trotzdem fällt der Preis des vollausgestatteten Testwagens (Rückfahrkamera, Navigationssystem Professionel, LED-Scheinwerfer, Assistenzsysteme, Modern Line, Parkpiepser rundum, Leder, ConnectedDrive, Österreich-, Business- sowie Komfortpaket, etc.) mit rund 70.360 Euro ziemlich heftig aus. Ohne Extras steht der Testwagen ab 49.800 Euro in der Liste. Doch die etablierte Konkurrenz ist auch nicht billiger. Und da BMW den 5er genau an den richtigen Stellen nachgebessert hat, und er technisch und in Sachen Multimedia wieder voll auf dem neuesten Stand ist, werden es Audi A6 und Mercedes E-Klasse auch weiterhin schwer haben. Der spannende Dreikampf geht also in die nächste Runde.

    Noch mehr Informationen über BMW finden Sie in unserem Marken-Channel.

    Technische Daten
    Motor: 2,0l-Vierzylinder-Turbodiesel mit 184 PS und 380 Nm Drehmoment
    Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 8,1 Sekunden; Spitze: 228 km/h
    Normverbrauch: 4,9 Liter/100km
    Leergewicht: 1.805 Kilogramm
    Abmessungen: 4,90 x 1,86 x 1,46 (L x B x H in Metern)
    Kofferraum: 520 Liter
    Preis: ab 49.800 Euro, Testwagen: 70.362 Euro

    Fotos vom überarbeiteten M5

    Diashow: Fotos vom Facelift des BMW M5 (2013)

    Fotos vom Facelift des BMW M5 (2013)

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      Fotos vom faceglifteten 5er

      Diashow: Fotos vom BMW 5er Facelift (2013)

      Fotos vom BMW 5er Facelift (2013)

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