Der neue Ford S-Max im Test

Ein echter Sportvan

Der neue Ford S-Max im Test

Neue Generation fährt genauso dynamisch, wie sie aussieht.

Seit einiger Zeit hat sich bei den Autoherstellern eine Ansicht durchgesetzt, laut der jedes neue Auto sportlich sein muss. Egal ob das nun ein Kleinstwagen oder eine Großraumlimousine ist. Sieht man sich die als sportlich angepriesenen Modelle dann aber genauer an, zeigt sich in vielen Fällen schnell, dass es sich dabei um reines Marketing-Geplänkel handelt.

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Der neue Ford S-Max im Test
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Knackiges Heck: Für ein derart großes Auto sieht der S-Max extrem sportlich aus.

Fühlt sich an wie ein BMW
Auf den neuen S-Max trifft das aber nicht zu. Bei der dynamischen Ausgabe des (neuen) Galaxy handelt es sich zwar auch um einen großen Van, doch dieser hätte den Zusatz „Sport“ im Namen tatsächlich verdient – und das nicht nur wegen seiner frechen Front im Aston-Martin-Stil. Das machte unser Test deutlich. Der flott gezeichnete Ford-Van liegt extrem satt auf der Straße, wirkt für seine Größe äußerst agil, folgt jedem Lenkbefehl auf den Punkt und bietet dennoch erstaunlich viel Komfort. Grund für das souveräne Fahrverhalten ist die völlig neue Plattform mit Leichtbaumaterialien und einer aufwendigen Integrallenker-Hinterachse. Außerdem sorgt die sportliche Linienführung für eine bessere Aerodynamik und einen tiefen Schwerpunkt. Auch die standfeste Bremse und die knackige Schaltung passen gut ins Bild. Auf Wunsch gibt es für mehrere Motoren (beim Top-Benziner Serie) eine flott schaltende Automatik, die sich auch per Paddels am Lenkrad bedienen lässt. Über einen separaten Schalter lassen sich drei Fahrmodi wählen. Am besten ist man aber im Normalmodus unterwegs. Alles in allem liegt der S-Max so satt auf der Straße, dass man vom Gefühl her meint, in einem großen BMW-Van zu sitzen. Doch einen solchen haben die Münchner (noch) nicht im Programm. Der 2er Gran Tourer basiert ja auf einem Kompaktmodell.

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Das Lenkrad fühlt sich gut an und die Bedienung klappt nach kurzer Eingewöhnung problemlos.

Motoren und Innenraum
Auch ansonsten ist der S-Max auf dem neuesten Stand. Alle Motoren (2 Benziner, Diesel) sind aufgeladene Vierzylinder, erfüllen die Euro-6-Norm und verfügen über ein Start-Stopp-System. Für Österreich besonders wichtig: Erstmals ist auch ein Allradantrieb verfügbar (für den 150 und 180 PS Diesel). Einziger Kritikpunkt: Die schwächeren Motoren haben mit dem doch relativ hohen Gewicht etwas zu kämpfen. So fühlt sich der S-Max selbst mit dem 180 PS starken Diesel nicht gerade übermotorisiert an. Dafür wirkt das aufgeräumte Cockpit hochwertig, die Bedienung geht leicht von der Hand. Statt der Tastenflut auf der Mittelkonsole gibt es wie bei allen neuen Ford-Modellen einen großen Touchscreen. Auf Wunsch können Funktionen wie Klimaanlage, Radio oder Navi auch per Spracheingabe gesteuert werden. Das funktionierte im Test hervorragend. Weiters fällt der extrem niedrige Geräuschpegel positiv auf. Die bis zu fünf Einzelsitze im Fond (6 und 7 kosten Aufpreis) legen sich auf Knopfdruck um. Dann entsteht ein völlig ebener Ladeboden, der eine 2.000 Liter große Stauhöhle freigibt.

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Auf Wunsch kann der S-Max auch als Siebensitzer bestellt werden.

Modernste Technik
Zudem bietet Ford alle gängigen Assistenzsysteme an. Hier ist vor allem der neue Speed-Limiter hervorzuheben. Dieser arbeitet mit der Verkehrszeichenerkennung zusammen und bremst auf Wunsch immer auf das maximal zugelassene Höchsttempo ab. So kann man beispielsweise keine 50er-Beschränkung im Ortsgebiet übersehen. Will der Fahrer dennoch schneller fahren, muss er nur aufs Gas steigen. Dann wird die elektronische Begrenzung aufgehoben. Auch die optionale Split-View-Frontkamera ist sehr praktisch. Diese zeigt im Cockpit-Display an, was sich links und rechts neben dem S-Max tut, auch wenn der Fahrer aufgrund einer engen Ausfahrt oder auf einem Parkplatz das noch gar nicht sehen kann. Ein automatisches Notbremssystem ist serienmäßig mit an Bord. Zu den weiteren Highlights aus der Extraliste zählen u.a. adaptive LED-Scheinwerfer, 3-Zonen-Klimaautomatik oder klimatisierte Massagesitze.

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Faire Preise
Der neue S-Max ist wahrscheinlich das beste Auto, das Ford in Europa je im Angebot hatte. Wer eine sportliche Alternative zu Seat Alhambra oder VW Sharan sucht, dürfte hier also fündig werden. Und auch der neue Renault Espace könnte ins Beuteschema passen. Für den Franzosen ist aber kein Allrad zu haben. Laut Ford kommt der „Sportvan“ noch im September zu den heimischen Händlern. Da die Preise in vernünftigen Regionen angesiedelt sind, dürfte die zweite Generation den Erfolgslauf des Vorgängers fortsetzen. Von diesem konnte Ford seit der Markteinführung im Jahr 2006 über 400.000 Stück absetzen.

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Technische Daten
Motoren: Benziner:160 PS und 240 PS
                Diesel:120, 150, 180 und 210 PS
Normverbrauch: von 5,0 bis 7,9 Liter auf 100 km
Kofferraum: 282 - 2.020 Liter
Gewicht: ab 1.645 kg
Abmessungen: 4,79/1,91/1,65 m (L/B/H)
Preise: ab 34.050 Euro (120 PS TDCI); Allrad ab 40.400 Euro

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