Das sind die besten Navigationssysteme

Laut ÖAMTC-Test

Das sind die besten Navigationssysteme

Vergleich zeigt, dass das Kartematerial nach wie vor der Schwachpunkt ist.

Wie im Vorjahr hat der ÖAMTC auch heuer wieder digitales Kartenmaterial für Navigationsgeräte und Handys bzw. Online-Karten unter die Lupe genommen . Das Fazit von Steffan Kerbl, Techniker des Autofahrerclubs: "Auch wenn die Hersteller das Kartenmaterial im Vergleich zum Vorjahrestest aktualisiert haben, werden nach wie vor viele Adressen falsch angezeigt. Autofahrer müssen daher weiterhin damit rechnen, ihr Ziel 'manuell' suchen oder z. B. durch Nachfragen bei ortskundigen Personen finden zu müssen." Das kann zur Ablenkung vom Verkehrsgeschehen und damit zu gefährlichen Situationen führen.

Vergleichstest
"Ein Navigationsgerät hat die Aufgabe, das eingegebene Ziel zu finden und den Benutzer sicher und ohne Umwege hinzuführen. Die Geräte selbst sind bereits auf akzeptablem Niveau - größter Schwachpunkt ist nach wie vor das Kartenmaterial", gibt Kerbl zu bedenken. Weil ungenaue Karten den Fahrer nicht entlasten sondern eher ablenken würden, könne nur die Erreichung höchster Genauigkeit das Ziel sein. Der Experte sieht die Hersteller in der Pflicht, die Karten praktisch tagesaktuell auf den neuesten Stand zu bringen und nicht - wie bisher - nur vierteljährlich. Infrastrukturelle Änderungen im Straßennetz (z. B. neue Abschnitte oder geänderte Fahrtrichtungen) müssen unmittelbar für den Verbraucher zur Verfügung stehen.

Bei dem Test wurden Aktualität und Genauigkeit anhand von zufällig gewählten Adressen bzw. Straßenabschnitten mit aktuellen und abgeschlossenen Bauprojekten überprüft. Außerdem haben die Tester überprüft, ob die Hersteller des Kartenmaterials Adressen aus dem ÖAMTC-Kartenfehler-Meldeservice mittlerweile korrigiert haben. Einige Fehler, die auch im aktuellen Vergleich immer wieder aufgefallen sind: Hausnummern werden gar nicht erkannt oder auf der falschen Straßenseite angezeigt, ganze Straßenverläufe fehlen, Positionen werden nur ungefähr angezeigt oder sind überhaupt nicht auffindbar.

Die Tops und Flops
Großteils hat das Kartenmaterial im aktuellen Vergleichstest aber trotz dieser Fehler gut abgeschnitten. Am genauesten ist nach wie vor Google Maps , das außerdem mit einer Vielzahl an Zusatzfunktionen (u. a. "Street View", Satellitenansicht, Echtzeitverkehr, Fußgänger-Routen, Öffis) punkten kann. Damit ist Google der einzige Hersteller von Online-Karten, der im Vergleich mit "sehr gut" bewertet wurde. Mit "gut" schnitt Nokia Here ab, das fast genauso gutes Material wie Google bietet. "Nur für 'befriedigend' reichte es hingegen für die Online-Karten von TomTom und Skobbler. Beide haben mit Ungenauigkeiten zu kämpfen - und es fehlt die eine oder andere Komfortfunktion, die die Konkurrenz bietet", hält Kerbl fest.

Für die Navigation im Auto hat sich im aktuellen ÖAMTC-Vergleich das iPhone 4s (mit der Skobbler-App, die es auch für Android-User gibt) als beste Variante erwiesen (Note: "sehr gut"). "Die kostenpflichtige App (1,79 Euro) bietet sehr gutes Kartenmaterial, wenngleich die Adresseingabe etwas umständlich ist", erklärt Kerbl. Aber auch TomTom Go50 und Garmin Nüvi 2447 LMT konnten überzeugen (jeweils Note "gut").