Offenes Vergnügen

Das Audi A5 Cabrio 3.0 TDI Quattro im Test

Mit Sicherheit kein billiges Vergnügen, aber trotzdem eine lohnende Investition. Ab 58.910 Euro.

Sobald die ersten warmen Sonnentage ins Land ziehen, schlägt sie wieder - die Stunde der Cabrios. Wenn man dann noch das Vergnügen hat in einem Aude A5 Cabrio die Sonne genießen zu können, dann wird die Sache gleich noch einmal schöner.

Diashow:

Bilder: Audi

Einsteigen Dach öffnen und wohlfühlen so könnte ein passender Werbeslogan zum A5 Cabrio heißen. In der Realität sieht das dann auch nicht viel anders aus. Die Gurtbringer reichen einem elegant den „Anschnallriemen“, das optionale Leder schmeichelt dem Rücken und das Lenkrad liegt perfekt in den Händen.

Vorwärtsdrang
Nach dem Motorstart erahnt man die enormen Kraftreserven des 3.0 Liter Diesels (240 PS, 500 Nm) noch nicht, denn dieser arbeitet nach ca. einer Minute dezent und laufruhig im Hintergrund. Doch sobald man den Wählhebel des 7 Gang DSG-Getriebes in Stellung D bringt und das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt, ändert sich dieses Harmoniegefühl schlagartig. Man wird in die Sitze gepresst und der Wind weht einem bei geöffneten Fenstern ordentlich um die Ohren, wenn man auch Dank des perfekt arbeitenden Allradantriebs nach gerade einmal 6,4 Sekunden die 100 km/h Markt durchbricht. Derselbe Sprint bei geschlossenem Dach geht dann aber relativ unspektakulär über die Bühne. Dank des Akustikverdecks ist es nicht viel lauter als im geschlossenen Bruder und die Gangwechsel erfolgen ohne jegliches Ruckeln oder Zugkraftunterbrechung. Nach anfänglichen Spielereien lässt man dann auch schnell die Finger von den Schaltwippen des Lenkrads – das DSG erledigt diesen Job besser und schneller als die manuellen Eingriffe.

Sport-Cruiser
Doch da ein Cabrio nicht zum Rasen gebaut ist, hat Audi dem offenen A5 eine optimale Mischung aus Sportlichkeit und Komfort mit auf den Weg gegeben. Straßenunebenheiten bügelt der A5 äußerst souverän glatt, nur tiefe kurze Stöße kann man im Innenraum etwas spüren. Wie gehabt setzt Audi auch weiterhin auf das klassische Stoffverdeck. Dieses spart Platz im Kofferraum, ist leichter und lässt kaum mehr Geräusche durch, als jene der Klappdachkonkurrenten. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h kann man das Verdeck (natürlich vollautomatisch) öffnen – zugegeben innerstädtisch eine wirklich coole Showeinlage und falls wirklich einmal ein Wolkenbruch während der Offenfahrt auftreten sollte auch eine durchaus praktische Tugend.

Platz und Nutz
Das Platzangebot reicht für vier Personen aus, und dabei sitzen die hinteren beiden nicht einmal unbequem oder beengt. Nur der Luftzug kann nach einiger Zeit für etwas Unbehaben sorgen. Mit einem Kofferraumvolumen von 320 bis 750 Liter rangiert der A5 sowieso im Spitzenfeld der Cabrios. Durch die umlegbaren Fondsitzlehnen kann sogar sperriges Ladegut eingeladen werden. Bei der Sicherheitsausstattung gibt sich Audi keine Blöße, wer jedoch in Komfort schwelgen will muss tief in die Tasche greifen, denn die Aufpreisliste ist trotz ausreichender Serienmitgift ziemlich lang (Serie: Klimaautomatik, CD-Radio, Xenon-Licht, Alufelgen, etc.).

Kosten
So kann man mit einigen Kreuzchen an der „richtigen“ Stelle den Einsiegspreis von 58.910 Euro (inkl. DSG) schnell über die 80.000 Euro Grenze heben. Alles in allem also ein teures Vergnügen – wer es sich leisten kann wird die Anschaffung jedoch mit Sicherheit nicht bereuen. Wer dennoch sparen will, kann das über die Tankrechnung machen. Besonders sparsam bewegt, erreicht man relativ einfach eine 6 vor dem Komma, bei unserem flott gefahrenen Test schluckte der A5 trotz Allrad und beinahe 1,9 Tonnen auch nicht mehr als 8,4 Liter – ein wirklich toller Wert.


Technische Daten
Motor: 3.0 l V6-CR-Turbodiesel mit 240 PS und 500 Nm max. Drehmoment
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 6,4 Sekunden, 250 km/h Spitze (elektronisch abgeregelt)
L/B/H: 4625/1854/1384 mm
Kofferraum: 320 – 750 Liter
Leergewicht: 1850 kg
Normverbrauch: 6,5l; Test: 8,6l