Porsche 911 4 GTS Cabrio im Test

Der letzte seiner Art

Porsche 911 4 GTS Cabrio im Test

Der Spezial-911er entpuppt sich im Alltag als Allroundgenie.

Es ist nicht ganz einfach, den neuen 911 4 GTS zu erklären: Porsche bezeichnet den 430-PS-Sportler, den es neben dem von uns getesteten Cabrio auch als Targa und Coupé gibt, als Lückenschluss zwischen dem 30 PS schwächeren Carrera S mit 400 PS und dem 45 PS stärkeren 911 GT3 . Da muss man schon ganz tief in der Materie drin sein, um da überhaupt eine Lücke gesehen zu haben. Wie auch immer: Sie ist geschlossen und wir haben endlich wieder einmal die Gelegenheit, einen 911er auszuführen. Das Besondere daran: Es ist der letzte 911er mit Saugmotor, bevor auf der IAA in Frankfurt Mitte September der facegeliftete und ab dann nur mehr mit 3,0-Liter-Turbomotoren ausgestattete Carrera - Ausnahme bleiben die GT3-Modelle - vorgestellt wird.

>>>Nachlesen: Alle Infos zum neuen (Turbo-)911er

Doch bis dahin darf der 430 PS starke 3,8 Liter-Sechszylinder-Boxer im 911 GTS noch seine Urschreie verbreiten, wenn er in stoischer Ruhe kraftvoll gegen die 8.000er-Tourenmarke dreht. Der dumpfe, gedrungene Klang unter Volllast kommt besonders dann reizvoll am Ohr der Insassen an, wenn das Cabriodach geöffnet und der Klappenauspuff per Sound-Knopf in der Mittelkonsole auf Krawallmodus geschalten ist.

© TZ ÖSTERREICH/Phist
Porsche 911 4 GTS Cabrio im Test
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Schwarze Felgen mit Zentralverschluss als Hinweis auf höchste Performance.

Im Ruhepuls herausragend alltagstauglich
So brutal der GTS auch klingt und mit verbreiterter Karosserie samt schwarzen Alurädern mit Zentralverschluss aussieht, im profanen Daily-Use-Modus gibt er den alltagstauglichen Charmebolzen. Das Fahrwerk ist von einer Konzilianz, dass auch das neue Hüftimplantat -um etwas garstig auf den Altersschnitt der zur Anschaffung des Sportgeräts befähigten Klientel hinzuweisen - nicht sonderlich Schaden nehmen dürfte. Dazu kommt ein Doppelkupplungsgetriebe, mit dem sich der GTS im Stopp-und-Go-Verkehr samtweich vorantreiben lässt.

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Hier sitzt jeder Handgriff: GTS-Cockpit nach den Regeln der Ergonomiekunst.

Helle Drehfreude bis gewaltige 8.000 Touren
Wird der GTS allerdings vom diastolischen in den systolischen Zustand versetzt, zeigt er sich von seiner wahren Seite. Der 3,8 Liter große Sechszylinder dreht mit einer verzögerungsfreien Willfährigkeit hoch, die wieder einmal ganz klar verdeutlicht, dass Porsche im Hochleistungsfach unumstrittener Leader of the Pack ist. Die Neun am mittig platzierten Drehzahlmesser ist da keineswegs eine Hausnummer: Der GTS dreht frisch, fröhlich, frank und frei bis jenseits der 8.000 Touren, bevor der Begrenzer einschreitet.

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Breiter Hintern mit viel Sex-Appeal und kernig-röchelnder Abgsanlage.

Stets im Vollbesitz der Kontrolle
Und hier kommt des 911er prinzipielles Talent voll zur Geltung: Selbst wenn der GTS mit aller Härte rangenommen wird, vermittelt er stets das Gefühl, Herr der Lage zu sein. Das liegt einerseits an der perfekten Balance des Supersportlers, was Schwerpunkt und Gewichtsverteilung betrifft. Aber auch der in diesem Fall verbaute Allradantrieb trägt das Seinige dazu bei, im Grenzbereich noch relativ locker in den Schalensitzen zu lümmeln. Und die beruhigende Ultima Ratio ist eine Hochleistungsbremse mit sagenhaften Verzögerungswerten. Was fehlt? Außer ein Spielgeld von 174.775 Euro am Bankkonto eigentlich nichts. (zac/phist)

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Technische Daten
Motor: 3,8-Liter 6-Zyl.-Boxer mit 430 PS und 440 Nm
Fahrleistungen: 0 bis 100 in 4,2 Sekunden; Spitze: 304 km/h
Normverbrauch: 9,2 l/100 km
Abmessungen: 4,50 /1,85 / 1,29 m (L /B / H)
Preis: ab 174.775 Euro; Testwagen: 201.967 Euro

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