Range Rover Evoque Cabrio im Test

Erster Off(en)roader

Range Rover Evoque Cabrio im Test

Was erst mal komisch anmutet, stellt sich als gelungene Mischung heraus.

Das neue Evoque Cabrio, das seit wenigen Tagen bei den heimischen Händlern bewundert werden kann, polarisiert die Massen: komplette Aversion auf der einen Seite, vorfreudig glühender Enthusiasmus auf der anderen. Und es ist dieser Gegensatz, der, wie sich an vielen Beispielen festmachen lässt, nicht selten einem Automobil zu Kultstatus verhilft. Ob das auch hier der Fall sein wird, zeigt sich erst in einigen Jahren.

Den Einstieg unter der Haube macht ein sparsamer 2,0-Liter-TD4 mit 150 PS. Die stärkere und angesichts des hohen Fahrzeuggewichtes von knapp zwei Tonnen empfehlenswertere Selbstzünder-Variante leistet 180 PS, respektive 240 im Top-Aggregat, dem Si4-Benziner. Da das SUV-Cabrio aber ohnehin eher zum cruisen einlädt, werden gelassene Naturen auch mit dem Basisdiesel ihr Auslangen finden. Das Evoque Cabrio animiert förmlich zum sinnlichen dahingleiten über leere Landstraßen. Sämtliche Motorisierungen sind serienmäßig an eine 9-Gang-Automatik und Allradantrieb gekoppelt. Zwar wird kaum ein Kunde, den offenen Range Rover im schweren Gelände bewegen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass man könnte, wenn man möchte. Dank massiven Versteifungen der Karosserie, steht das Evoque Cabrio im Gelände seinen geschlossenen Brüdern nämlich um nichts nach. Die Automatik ist stets um niedrige Drehzahlen bemüht, was dem Verbrauch und dem Geräuschpegel gleichermaßen zugutekommt. Nur im Sport-Modus werden die Gänge bis in den Begrenzer ausgedreht.

Diashow: Fotos vom Evoque Cabriolet

Range Rover hat es tatsächlich getan: Die britische Nobelmarke bringt das erste kompakte SUV-Cabrio an den Start!

Optisch bleibt sich der Evoque auch als Cabrio treu, was sich vor allem an der Front, die den geschlossenen Modellen gleicht, bemerkbar macht.

Das Stoffdach erinnert in seiner Gestalt an die bewährte Designlinie des Evoque, erzeugt dabei jedoch eine ungewohnte aber gleichzeitig auch knackig frische Cabrio-Silhouette.

Praktisch: Die Stoffmütze öffnet vollautomatisch in 18 Sekunden – der Schließvorgang dauert nur drei Sekunden länger.

Das Ganze funktioniert auch während der Fahrt (bis 48 km/h). Kofferraum bleibt leider nicht allzu viel über: 251 Liter sind für ein Fahrzeug dieser Klasse ziemlich dürftig.

Zwei im Heck verborgene Aluminiumstreben klappen im Falle eines Falles in 90 Millisekunden aus und schaffen so bei einem Überschlag einen Überlebensraum für die Passagiere.

Den Antrieb des neuen Evoque Cabrios übernehmen die bekannten Evoque-Triebwerke: Vollaluminium-Vierzylinder mit Benzin- oder Dieseltechnologie.

Vier Personen dürften ausreichende Platzverhältnisse vorfinden. Aufgrund der hohen Sitzposition ist die Übersicht natürlich hervorragend.

Das Herz des weitestgehend von den geschlossenen Brüdern übernommenen Interieurs bildet der neue und serienmäßige 10,2 Zoll große, hochauflösende Touchscreen.

Auch die vom Facelift-Modell bekannten Assistenzsysteme und ein Head-up-Display sind verfügbar.

Das neue Modell reiht sich ab Frühjahr 2016 zu Preisen ab gut 56.000 Euro als fünftes Mitglied in die Range Rover-Familie ein.

Extrovertiertheit schadet nicht

An den Innenraum wurde kein geringerer Anspruch gestellt, als die Insassen mit dem Top-Luxus eines Range Rover zu verwöhnen. Ist das elektrisch öffnende Stoffverdeck erst mal verstaut, stellt sich sogleich ein entspanntes Fahrgefühl ein. Das hervorragend verarbeitete Verdeck öffnet und schließt übrigens in 18 bzw. 21 Sekunden - bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Auf den Kofferraum hat die Prozedur übrigens keinerlei Einfluss. Hinter der kleinen Klappe wartet - egal ob offen, oder geschlossen - ein ziemlich knapper Stauraum von 251 Liter. Den Glamourfaktor wird der Wagen dann wohl in den Innenstädten ausspielen. Schüchtern sollte man dabei aber nicht sein: Dank hoher Sitzposition unter freiem Himmel fühlt man sich wie auf dem Präsentierteller. Im Fond halten es auch zwei Erwachsene auf Kurzstrecken aus. Bei hohem Tempo und offenen Verdeck macht das Hinten sitzen aber keinen allzu großen Spaß. Dafür ist die Verarbeitungsqualität hervorragend und endlich funktioniert auch der 10,2 Zoll große Touchscreen des serienmäßigen Entertainment-Systems so schnell und präzise, wie man es von Tablets und Smartphones schon lange kennt. Hier hatten die Briten großen Aufholbedarf. Nun haben sie endlich auch in diesem Bereich den Anschluss an andere Premiummarken geschafft.

>>>Nachlesen: Alle Infos vom Evoque Cabrio

Beileibe kein günstiges Vergnügen

In Ermangelung jeglicher Konkurrenz ist der Wagen recht geschmalzen ausgepreist. Den kleinen 150-PS-Diesel in der SE-Dynamic-Ausstattung bekommt man ab 56.100 Euro. Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass die Serienmitgift sehr üppig ausfällt. Neben Automatik und Allrad, sind auch Leder, E-Verdeck, Einparkhilfen vorn und hinten, Zweizonen-Klimaautomatik, 10,2-Zoll-Touchscreen, 380-Watt-Soundsystem sowie 18-Zoll-Alus bei allen offenen Evoques mit an Bord. In der höheren Ausstattungslinie HSE Dynamic sind gleich noch mal 7.000er draufzulegen. Dann geht einem aber wirklich nichts mehr ab. Nimmt man schließlich noch den 2.0L Si4-Benziner mit 240 PS dazu, summiert sich der Preis auf knapp 73.000 Euro.

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Technische Daten

Motoren: Diesel: 2.0l TD4; Benziner: 2.0l SI4
Leistung: Diesel: 155 PS/380 Nm,180 PS/430 Nm; Benziner: 240 PS/340 Nm
0 bis 100 km/h in 12,0 Sek., 10,3 Sek. bzw. 8,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, 195 km/h und 209 km/h
Normverbrauch: TD4: 5,7 l/100 km (beide Versionen); Si4: 8,6 l/100 km
Gewicht: ab 1.936 Kilogramm
Abmessungen: 4,37 x 1,98 x 1,61 Meter (L x B x H)
Kofferraum: 251 Liter (geöffnetes und geschlossenes Dach)
Preis: ab 56.100 Euro

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Video zum Thema: Das ist das Range Rover Evoque Cabrio
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