Rolls-Royce Phantom Coupé

Astronomisch und 517.000 Euro teuer

Mit dem Phantom Coupé kommt man dem Sternenhimmel näher als man denkt - exlusiver geht es nicht!

Seit einem dreiviertel Jahr ist das Rolls-Royce Phantom Coupé in Österreich käuflich zu erwerben. Erst ein einziges Modell des exzessiv noblen Briten fand Eingang in den österreichischen Fuhrpark. Wer sich neben Konzern-Mutter BMW, dem Generalimporteur Karner & Grossegger und vermutlich auch dem Käufer selbst am meisten darüber gefreut hat, ist zweifelsohne Finanzminister Josef Pröll: Vom Kaufpreis von 517.122 Euro landeten 149.872 Euro im Staatssäckel – der Gegenwert von sechs VW Polo.

Diashow:

Bilder: © TZ Österreich Singer Chris, Rolls-Royce

So viel zu den monetären Dimensionen
Nicht minder beeindruckend ist jene der Physis des Rolls-Royce Phantom Coupé : Es gibt Jachten, die sind weniger imposant. Mit einer Länge von 5,60 Metern übertrifft der Royce alles, aber auch wirklich alles, was gemeinhin unter die Kategorie Personenkraftwagen fällt. Im Schatten dieses Luxus-Monolithen wirken selbst Fullsize-SUV wie behände Kompaktwagen.

Luxus in Reinkultur
Zugang gewährt der Phantom über zwei riesige, gegenläufig öffnende Türen. Hinterm Steuerrad sitzend genügt ein Knopfdruck und die Tore fallen elektrisch ins Schloss. Kunststoff sucht man in dieser Exklusivitäts-Hochburg vergeblich. Weichstes Leder, massives Metall und edles Holz dominieren die Wohnlandschaft. Selbst die Fußmatten sind aus schwarzem Lammfell – nicht gefärbt wohlgemerkt. Ein Druck auf den elfenbeinweißen Startknopf erweckt die Zwölfzylinder-Orgel zum Leben. Die Startsequenz ist das einzig entfernt vernehmbare Geräusch im Inneren des Rolls-Royce. Alles Weitere spielt sich im Grenzbereich der Hörschwelle ab. Das Lauteste bei einer Fahrt über das Kopfsteinpflaster der Wiener Höhenstraße war die Zugfeder der eigenen Automatikuhr.
Ein Druck aufs Gaspedal holt den Puls aber rasch aus dem Keller. Die physikalischen Kräfte scheinen außer Kraft gesetzt, wenn die 460 Pferde des 6,75-l-Bollwerks den Zweieinhalbtonner in 5,8 Sekunden auf 100 katapultieren. Das nennt man effiziente Überwindung der Trägheitskräfte.

Gleiten statt rasen
Aber wer will das schon am Steuer des Phantom Coupé. Es genügt das Wissen um die theoretische Machbarkeit. Denkmal dessen ist ein Instrumentarium im Armaturenbrett, das stets die prozentuellen Kraftreserven anzeigt. Stehen 95 Prozent zur Verfügung, ist der adäquate Fahrstil gewählt. Eile steht dem Phantom nicht gut zu Gesicht. Da delektiere man sich lieber an den schöngeistigen Dingen, wie etwa den Dachhimmel, den 2.600 LED-Lämpchen in ein Firmament verwandeln – vorausgesetzt natürlich, p.t. Kundschaft ist dieses, nicht eines gewissen britischen Humors entbehrende Gimmick den läppischen Aufpreis von 12.0000 Euro wert.

Technische Daten
Motorisierung: V12-Direkteinspritzbenziner; 6.749 ccm, 460 PS; 720 Newtonmeter
Leistung: Vmax: 240 km/h (abgeregelt), von 0 auf 100 in 5,8 Sekunden.
Abmessung; Gewicht:  L/B/H: 5.609/1.987/1.592 mm; 2.590 kg
Verbrauch: 15,7 Liter Super pro 100 Kilometer im Drittelmix
preis:  517.122 Euro (Sternenhimmel kostet 12.000 Euro extra)