Seat Leon Cupra

Der Leon Cupra ist die Chili-Version des Kompakten

240 PS auf der Vorderachse - kann das gut gehen? Der Seat Leon Cupra beantwortet die Frage mit einem klaren "Ja".

Spanier sind ja für ihr südländisches Temperament bekannt. In der Cupra-Version bestätigt das auch der kompakte Leon. Gut das es neben den vielen Ökomobilen auch noch echte Kraftlackeln gibt. Im Frühjahr kommt sogar der Cupra "R" mit nochmals 25 PS mehr Leistung (siehe Diashow).

Diashow:

Bilder: Seat

Kurz nach dem Drehen des Zündschlüssels steht fest, hier hat man es nicht mit einem Leon von der Stange zu tun. Sanft und tief grollt es aus dem Auspuff, kurz aufs Gaspedal gestiegen und das Fauchen wird richtig böse. Und spätestens wenn sich der Wagen in Bewegung setzt weiß man, dass es die Spanier mit ihrer Abkürzung (CUPRA steht für Cup Racing) ernst meinen. Wie von der Tarantel gebissen stürmt der Leon nach vorn (0-100 in 6,7 Sekunden; Spitze: 247 km/h), schnelle Kurven erledigt er beinahe ohne Seitenneigung, die Lenkung ist ausgesprochen direkt und die großen Felgen verfolgen Spurrillen ohne Rücksicht - da heißt es manchmal aufpassen. Komfort darf man sich nicht allzu viel erwarten, im Vergleich mit anderen kompakten Sportlern ist das Schluckvermögen der Federung jedoch überraschend hoch. Kurze Stöße werden aber fast ungefiltert an die Insassen weiter gegeben.

Fahren/Platzangebot
Auf trockenem Untergrund bringt der Cupra seine Kraft problemlos auf die Straße. Hierfür zeigen sich vor allem das hervorragende Fahrdynamiksystem XDS an der Vorderachse und die 18-Zöller verantwortlich. Letztere erweisen sich in Kombination mit den großen Brembo-Scheiben auch beim Bremsen als vorteilhaft. Nur selten ist ein Kompakter nach so kurzer Zeit wieder zum Stehen gekommen. Auf kurvigen Landstraßen fühlt sich der Wagen am wohlsten. Hier kann er seine Kraft und das hervorragende Handling optimal einsetzen. Lange Autobahnetappen können aufgrund des harten Fahrwerks und der sonoren Soundkulisse schon einmal aufs Gemüht schlagen. Der Innenraum ist bis auf Sportapplikationen unverändert geblieben. Vier Personen finden unter der schicken Schale komfortabel Platz, das Kofferraumvolumen liegt im Klassenschnitt. Der schwarze Himmel, das Leder-Sportlenkrad, die Schalensitze und zahlreiche Aluapplikationen zählen zu den gravierendsten Unterscheidungsmerkmalen gegenüber den Standarbrüdern. Bei der Qualitätsamutung kommt der Leon aber nicht ganz an den GTI heran.
 

Ausstattung
Bei der Komfort- (
2-Zonen-Klimaanlage „Climatronic“, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Bordcomputer, Tempomat, Radio CD/MP3 mit 8 Lautsprechern, CUP-Eingang (kombinierter USB- und Aux-In-Eingang), ermöglicht MP3-Files auf USB-Gerät oder iPod über das Leder-Multifunktionslenkrad zu steuern, etc.) und Sicherheitsausstattung geizen die Spanier nicht, im Gegensatz zum 30 PS schwächeren Golf GTI (selbe Plattform) geht der Leon beinahe als Schnäppchen durch.

Verbrauch
Dass die 2.0 Turboaggregate mit Direkteinspritzung äußerst sparsam mit dem Kraftstoff umgehen haben sie schon in mehreren Tests bewiesen. Wer das Gaspedal zurückhaltend bedient, erreicht sogar eine 7 vor dem Komma. Im Alltag muss man je nach Fahrweise mit einem Verbrauch von 8,5 bis 9,5 Liter auf 100 km rechnen. Im Test genehmigte sich der Seat 9,3 Liter. Obwohl er nun schon etwas länger auf dem Markt ist wirkt das Design immer noch frisch, insbesondere mit den obligatorischen, tief heruntergezogenen Cupraschürzen, mit den großen Lufteinlässen vorne und dem bündig integrierten Endrohr hinten.
 

Leider gibt es den Cupra im Gegensatz zum GTI und anderen Leons nicht mit dem famosen Doppelkupplungsgetriebe. Zum Preis von 29.990 Euro liefert Seat jedoch ein hervorragendes Sportgerät mit dem man richtig viel Spaß haben kann.