Sommerreifentest 2016 des ARBÖ

Ernüchterndes Ergebnis

Sommerreifentest 2016 des ARBÖ

Autofahrerclub nahm dieses Mal sogenannte Billigreifen unter die Lupe.

Einige Wochen nachdem der ÖAMTC gemeinsam mit seinen europäischen Partnerclubs die Ergebnisse des großen Sommerreifentests 2016 veröffentlicht hat, zieht nun der zweite heimische Autofahrerclub nach. Kein Wunder, schließlich endet am 15. April hierzulande die Winterreifenpflicht. Der ARBÖ testete im Rahmen des Sommerreifentests 2016 sogenannte „Billig-Reifen“. Das heißt: der Satz Reifen in der Dimension 195/65 R15 kostete in Österreich zum Testzeitpunkt unter 300 Euro. Doch was leisten kostengünstige Reifen auf der Straße und bieten diese die gleiche Sicherheit wie Premium-Reifen? Die Antwort auf diese Frage fällt ernüchternd aus.

So lief der Test ab
Der Praxistest fand im norddeutschen Testzentrum von ATP (Automotive Testing Papenburg) statt. Aufgezogen wurden die Reifen auf einen VW Golf VII, mit dem die Sicherheit der Reifen auf nassen wie auf trockenen Straßenverhältnissen geprüft wurde. Neben diesen Kriterien wurden auch der Rollwiderstand und das Vorbeifahrgeräusch bewertet. Während das Handling auf trockener Straße keine allzu großen Unterschiede ergab, teilt sich das Feld der getesteten Reifen auf nasser Fahrbahn in zwei Lager.

Alle Ergebnisse im Überblick (Grafik öffnet sich per Mausklick)

Grafik © ARBÖ

Ergebnisse teils haarsträubend
Erschreckend war das Ergebnis vom GT Radial Champiro FE1, der auf nasser Fahrbahn gerade einmal 18 Punkte erreichen konnte, in drei Disziplinen sogar mit 0 Punkten bewertet wurde (siehe Tabelle). Der Bremsweg dieses Reifens beträgt bei einem Tempo von 100 km/h 61,7 Meter bis zum Stillstand, also um 15,4 Meter mehr als jener des Testsiegers (Nexen N’blue HD Plus). Insgesamt erreicht der GT nur 86 von 170 möglichen Punkten. An der 100-Punkte-Marke scheitert mit einer Gesamtanzahl von 98 auch der High Performer Sport HS-3. „Beide Pneus verzögern auf nasser Fahrbahn extrem schlecht und können aus technischer Sicht nicht empfohlen werden“, so ARBÖ-Technikchef Erich Groiss.

Mit einem „nicht empfehlenswert“ müssen sich auch der Barum Brillantis 2, der BF Goodrich g-Grip, der Sava Intensa hp sowie der Viking City Tech II abfinden. Im Mittelfeld platzierte sich mit 115 Punkten der Debica Presto, der es in den Disziplinen „Aquaplaning längs“ und „Handling“ durchaus mit den Testsiegern aufnehmen kann.

Testsieger
Diese kommen aus dem Hause Pneumant, Hankook und Nexen, wobei vor allem die beiden letztgenannten lobenswert erwähnt werden müssen: Beide spielen qualitativ schon fast in der „Oberliga“ mit: der Nexen N’blue HD Plus verfehlte mit einer Gesamtzahl von 134 um nur einen Punkt das Ranking „sehr empfehlenswert“.

Fazit
Dass sechs von zehn Pneus mit „nicht empfehlenswert“ bewertet werden, ist ein ernüchterndes Ergebnis. Grundsätzlich gilt: Bei Reifen sollte nicht gespart werden. Während man bei Premium-Produkten getrost zu jedem Reifen greifen kann – die Unterschiede sind hier äußerst gering – muss man bei günstigen Produkten schon genauer hinsehen, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

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