Boxen statt Nageln

Subaru Legacy Diesel

Boxen statt Nageln

Subarus knackig-sportlicher Kombi mit 150-PS-Boxerdiesel im Test.

Es ist aber auch ein Pech: Das schickt sich Subaru endlich an, einen Diesel auf den Markt zu bringen, und dann steigen die Preise für den einst so günstigen Treibstoff ins Unermessliche. Wirklich attraktiv ist die Kombination aus Boxer-Vierzylinder und Dieseltreibstoff nun also nichtmehr - doch schreiben Sie den ungewöhnlichen Japaner nicht gleich ab.

Überzeugend, trotz Handycap
Gesetzt den Falles, am Ende des Jahres erfüllen sich die Absatzerwartungen von Subaru bezüglich ihres ersten Selbstzünders nicht, liegt es mit Sicherheit am unattraktiven Preisgefüge des Diesel. Am Motor, den ersten Boxer-Selbstzünder der Welt, kann es nicht liegen. Der hat, im feschen Legacy Kombi Dienst versehend, nämlich schwer überzeugt.

Daten: Subaru Legacy Kombi 2.0D
  • Motor: 4-Zylinder Boxer-Diesel mit Common Rail Technik
  • Hubraum: 1.998 ccm
  • Leistung: 150 PS / 110 kW
  • Drehmoment: 350 Nm @ 1800 U/min
  • Antrieb: permanenter Allradantrieb, Handschalt-Getriebe
  • Beschleunigung: 8,9 Sek. von 0 auf 100 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h
  • Verbrauch: 5,7 Liter pro 100 km (Mix)
  • Gepäckvolumen: 460 - 1.650 Liter
  • Maß (L/B/H)e: 4.720 mm x 1.730 mm x 1.470 mm
  • Gewicht: 1.510 kg
  • Radstand: 2.670 mm
  • Preis: ab 39.990 Euro
Subaru ist so etwas wie die Gralshüterin des Boxermotors. Eigenheit dieser Motoren ist, das die Zylinder im 180 Grad-Winkel einander gegenüber liegen. Man spricht von einem Boxer-Motor, da die horizontale Bewegung der Kolben an die abwechselnden Faustschläge von zwei Boxern erinnert. Der Effekt: extreme Laufruhe. Das galt bisher für die Benziner. Nun kann dieses Prinzip auch auf den 2-Liter-Diesel angewandt werden. Der Boxer-Selbstzünder ist ein ausgeglichenes Kerlchen - geräuschlich vergleichbar etwa mit sehr gut gedämmten Common-Rail-Selbstzündern.
Zu dieser akustischen Erfreulichkeit kommt eine feine Performance des 150-PS-Aggregats. Schon aus unteren Drehzahlbereichen kommt der Motor rasch auf Touren und ist sehr drehfreudig. In 8,9 Sekunden sind 100 Sachen erreicht. Spitze sind knapp über 200 km/h.

In Verbindung mit Subarus serienmäßigem Allradantrieb wird der Legacy Diesel nicht nur mit verdreckten Landstraßen und Feldwegen fertig - die jahrelange Rallyesporterfahrung merkt man dem Fahrwerk auch dann noch an, wenn ein Kombi draufsteht. Wenn forscher getreten und gekurbelt wird, zeigt der elegante Familienwagen, dass unter dem gesetzten Äusseren doch (fast) dieselbe Technik steckt, wie beim (noch sportlicheren) Impreza.

Der optische Auftritt des Legacy Kombi folgt seinen Leistungsdaten – sportlich-elegant. Besonders gelungen ist die Frontpartie und hier vor allem die Scheinwerfer. Der Powerdome (Hutze) ist nicht nur ein visueller Leckerbissen, sondern leistet tatsächlich effektive Ansaug-Dienste.

Kaum Grund zu Murren bietet auch der Innenraum: Die Verarbeitung ist 1A, am Design könnte hie und da noch gefeilt werden. Der Kofferraum ist mit 460 bis 1650 Liter Fassungsvermögen fein dimensioniert.

Preislich zählt der Subaru mit knapp unter 40.000 Euro bereits zur gehobenen Mittelklasse - ausstattungsbereinigt hat der Japaner aber einen gehörigen Preisvorteil gegenüber der (deutschen) Konkurrenz.

Testeindrücke im Detail
  • Fahrkomfort. Sportlich abgestimmtes Fahrwerk, das bei flotter Fahrweise richtig Spaß bringt. Unebenheiten werden aber kaum gefiltert - das beeinträchtigt den Komfort auf langen Strecken.
  • Gangschaltung. Etwas hakelig, nicht sehr exakt. Außerdem fehlt ein 6. Gang für entspanntes Autobahncruisen.
  • Kofferraum. Mit 460 Litern ist der Legacy Kombi kein Lademeister – ein Tribut an das knapp geschnittene, knackige Heck. Die Laderaumabdeckung ist sehr fummelig. Bei umgeklappten Rücksitzen schluckt der Legacy Kombi aber reichlich.
  • Dieselmotor. Der einzige Boxerdiesel der Welt macht seine Sache gut - geräuscharm, ohne merkliches Turboloch. Auch Leistungsdaten und Verbrauch können sich sehen lassen.
  • Handling. Sehr präzise Lenkung. Gut angeordnete Bedienelemente.
  • Ausstattung. Werkseitig ist fast alles an Bord, was man von einem komfortablen Mittelklassewagen erwartet - und sogar noch etwas mehr: 2-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, Multifunktionslenkrad, Xenon-Licht, 17-Zoll-Alufelgen, Allradantrieb, volles Sicherheitsprogramm.