VW Passat GTE Variant im Test

Plug-in-Hybrid-Version

VW Passat GTE Variant im Test

Kombi mit Alternativantrieb als »Eier legende Wollmilchsau« auf Rädern.

Der Passat Variant (inklusive Alltrack ) zählt nicht nur in Österreich zu den beliebtesten Mittelklassekombis. Kein Wunder, schließlich haben zahlreiche Tests bereits gezeigt, dass der VW-Bestseller kaufrelevante Eigenschaften wie noblen Auftritt, enormes Platzangebot, souveränes Fahrverhalten, moderne Technik, gute Werthaltung und eine große Angebotsvielfalt nahezu perfekt unter einen Hut bringt. Auf diese bekannten Punkte muss man also nicht mehr näher eingehen. Bei den Kraftquellen tut sich nun aber ein neuer Stern am Firmament auf. Hierzulande wird der Passat aktuell fast nur mit Dieselmotoren verkauft. Doch seit Kurzem gibt es den Bestseller auch mit einer spannenden Antriebsalternative. Beim Passat GTE Variant (gibt es auch als Limousine) sorgt nämlich ein Plug-in-Hybrid-Antrieb für Vortrieb. Wir haben getestet, wie sich dieser im Alltagsbetrieb schlägt.

Diashow: VW Passat GTE Variant im Test

VW Passat GTE Variant im Test

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    Fahren ohne Reichweitenangst
    Der Antriebsstrang setzt sich aus einem 156-PS-TSI-Benziner und einem E-Motor (116 PS) zusammen. Die Leistung wird über ein schnell schaltendes 6-Gang-DSG an die Vorderräder übertragen. Beim Plug-in-Hybrid kann die Batterie auch an der Steckdose geladen werden. Im Test erreichten wir eine durchschnittliche E-Reichweite von 38 Kilometer (VW verspricht bis zu 50 km), was für viele Pendler am Weg zur Arbeit ausreicht. Da die rein elektrische Höchstgeschwindigkeit 120 km/h beträgt, kommt der Benziner – solange genügend „Saft“ vorhanden ist – Überland so gut wie nie zum Einsatz. Obwohl die Batterie unter dem Laderaum untergebracht ist, bleibt hier noch ausreichend Platz, um das Ladekabel zu verstauen. Insgesamt fällt der Laderaum im Vergleich zu den herkömmlich betriebenen Modellen jedoch etwas kleiner aus. Im Alltag kommt man aber dennoch locker aus. Auch weil die Variabilität (Umlegen der Rücksitzlehnen, ebener Ladeboden etc.) überhaupt nicht eingeschränkt wird. Der Ladestecker versteckt sich übrigens im Grill – aus Fahrersicht links vom VW-Logo. Wie lange eine Vollladung dauert, hängt von der verfügbaren Stromstärke ab. An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose nimmt die Prozedur in etwa 2,5 Stunden in Anspruch. Wenn der Akku einmal leer ist, geht es im Gegensatz zu reinen E-Autos problemlos weiter: Dann fährt man einfach mit dem Benziner, was Gesamtreichweiten von 1.000 Kilometer ermöglicht. Im Hybridmodus schaltet das System zwischen den Antrieben hin und her, und versucht dabei, so effizient wie möglich unterwegs zu sein. Das Umschalten erfolgt so harmonisch, dass der Fahrer eigentlich nichts davon mitbekommt. Zudem beherrscht das komplexe System auch das Segeln. Dabei wird der Antriebsstrang entkoppelt und man rollt, ohne merklichen Geschwindigkeitsverlust, dahin. Das macht sich vor allem beim Autobahnverbrauch positiv bemerkbar.

    Auch sportliche Fahrer kommen auf ihre Kosten
    Doch der Passat GTE kann auch anders: Wer es eilig hat, muss nur die GTE-Taste in der Mittelkonsole drücken. Dann kommen die vollen 218 PS zum Einsatz und der Kombi zieht ordentlich vorwärts. Untermalt wird das Ganze von einer (fast schon zu) sportlichen Klangkulisse. Der Sound wird dabei künstlich über die Lautsprecher verstärkt. Anders sieht es wiederum im Charge-Modus aus. Hier wird die Batterie während der Fahrt vom Benziner geladen, um etwa die letzten Kilometer elektrisch und lautlos durch die Stadt gleiten zu können. Verbrenner und E-Motor erweisen sich hierbei als kongeniales Duo. Der Benzinverbrauch steigt in diesem Modus aber ziemlich stark an. Im Alltagsgebetrieb wird die Batterie per Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) auch während der Fahrt geladen. Zieht man den Automatikwählhebel ganz nach hinten, aktiviert man die höchste Stufe der Rekuperation. Wenn man hier vom Gas geht, fühlt es sich zunächst an, als würde man auf die Bremsen steigen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hat man das aber gut im Griff und man kommt beim Fahren fast komplett ohne Bremspedal aus. So lassen sich schnell einige Kilometer rein elektrische Reichweite herausholen. Aufpassen muss man jedoch, wenn man wieder in ein anderes Auto umsteigt. Wer hier vergisst, dass es keine zusätzliche Bremswirkung beim Verlassen des Gaspedals gibt, kann schnell einen Auffahrunfall verursachen.

    Fazit
    Der Passat GTE Variant ist ein stimmiges Auto, das kaum Wünsche offen lässt. Der Preis von mindestens 49.220 Euro ist aber trotz guter Ausstattung happig. Wer aber immer brav die Batterien auflädt, kann mit der Zeit viel Geld sparen. So können viele Pendler ihre wöchentlichen Arbeitswege rein elektrisch zurücklegen. Darüber hinaus kamen wir auf einen Hybrid-Testverbrauch von 5,6 Litern auf 100 Kilometer. Ein 190 PS starker Diesel-Passat ist auch nicht sparsamer. Und sollten in Städten einmal Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotoren kommen, ist man mit dem Passat GTE jedenfalls fit für die Zukunft. Denn dank reinem Elektromodus, müssen die Halter ihr Auto bei einem solchen Szenario nicht vor der Stadt stehen lassen.

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    Technische Daten
    Motoren:1,4l-TSI-Benziner (156 PS; 250 Nm) + E-Motor (116 PS)
    Systemleistung: 218 PS
    Fahrwerte: 0 bis 100 km/h in 7,6 Sekunden, Spitze: 225 km/h
    Testverbrauch: 5,6 Liter auf 100 km
    E-Reichweite im Testmittel: 38 Kilometer
    Gewicht:1.736 Kilo
    Abmessungen: 4,76 x 1,83 x 1,46 Meter (L x B x H)
    Kofferraum: 483 bis 1.613 Liter
    Preis (Testwagen mit Extras): 53.277 Euro

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