Audi schließt zu Mercedes auf

Bei den Absatzzahlen

Audi schließt zu Mercedes auf

Audi hat im August fast 11 Prozent mehr Autos verkauft als vor einem Jahr und rückt damit der aktuellen Nummer eins unter den Premiumanbietern, Mercedes, äußerst nahe. In Europa schnellte die Nachfrage sogar um 21,5 Prozent hoch, weil die VW-Tochter ihren Händlern vor der Umstellung auf den neuen Verbrauchsmesszyklus WLTP am 1. September noch große Vorräte auf den Hof gestellt hatte. Mit den immer leerer werdenden Lagern flaue der Trend nun jedoch ab, teilte das Unternehmen mit.

 "Schwierige nächste Monate"

Wegen Verzögerungen bei der Umstellung und Zulassung auf den realitätsnäheren WLTP-Standard kann Audi einige Modelle vorübergehend noch nicht liefern. Der Audi-Vertriebschef und kommissarische Vorstandsvorsitzende Bram Schot sprach von "schwierigen nächsten Monaten". Mit einem weltweiten Absatzplus von 5,5 Prozent seit Jänner hatte sich Audi vor der Durststrecke ein kleines Polster zugelegt. Im August verkaufte Audi weltweit rund 154.000 Autos, davon 60.000 in Europa. Hier wirkte sich auch die Nachfrage nach den neuen Modellen wie dem kleinen SUV Q2 und den A6 positiv aus. In China stieg der Absatz um 6 Prozent auf 57.500, in den USA um 5,5 Prozent auf 21.000 Autos.

e-tron startet vor EQC

"Darüber hinaus läuten wir mit unserem ersten Elektroauto, dem e-tron, eine neue Ära für unser Unternehmen ein", sagte Schot. Der vollelektrische SUV feiert seine Weltpremiere am 17. September in San Francisco (18. September unserer Zeit) und kommt Ende 2018 auf den Markt. Gebaut wird er seit einer Woche in Brüssel. Mercedes hat seinen EQC in der Vorwoche vorgestellt. Der Elektro-SUV mit Stern im Kühler geht aber erst Anfang 2019 in Bremen in Produktion und kommt erst Mitte des nächsen Jahres zu den Händlern.

Mercedes-Absatz im August gesunken

Bei den aktuellen Verkaufszahlen musste Mercedes ebenfalls einen Dämpfer hinnehmen. Modellwechsel und Verzögerungen bei der Zertifizierung von Fahrzeugen haben der Pkw-Sparte des deutschen Autobauers im August den dritten Monat in Folge einen Absatzrückgang eingebrockt. Die Marke mit dem Stern verkaufte knapp 156.000 Fahrzeuge, das waren um 8,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damit ist der Vorsprung auf Audi auf nur mehr 2.000 Autos geschrumpft.

Von Jänner bis August sei der Absatz hingegen um 1,1 Prozent auf 1,51 Millionen Pkw gestiegen, teilte der Stuttgarter Autobauer am Montag mit. Die Marke von 1,5 Millionen Auslieferungen sei damit so früh im Jahr wie noch nie erreicht worden, erklärte Mercedes-Vertriebschefin Britta Seeger.
 
"Nachfrage weltweit unverändert hoch"
 
Bei der Zertifizierung neuer Modelle habe Mercedes Priorität auf den seit September in Europa geltenden neuen Standard für Abgas- und Verbrauchsmessungen WLTP gelegt, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Die Modellpalette in Europa sei jetzt zwar komplett danach zugelassen, doch sei es dadurch zu Verzögerungen bei Zertifizierungen an anderen Märkten gekommen.
 
"Wir gehen davon aus, dass sich das im vierten Quartal wieder normalisiert. Die Nachfrage weltweit ist unverändert hoch." Neben einem Modellwechsel bei der A-Klasse und einem umfangreichen Facelift bei der C-Klasse dämpften außerdem die Importzölle Chinas auf Autos aus den USA die Nachfrage, was zum Beispiel das SUV-Modell GLE betrifft. Letzterer steht zudem unmittelbar vor der Ablöse
 
Nur in China im Plus
 
In Europa beschleunigte sich der seit April anhaltende Absatzrückgang auf 10,7 Prozent im August. In den USA rollten fast ein Fünftel Mercedes-Pkw weniger als vor Jahresfrist zu den Kunden. Von den großen Märkten hielt sich allein China im Plus, der Zuwachs belief sich im August auf 5,5 Prozent.
 

Fazit

Audi konnte im August also zu Mercedes aufschließen. Doch hier haben bestimmte Faktoren eine Rolle gespielt, die in den nächsten Monaten nicht mehr zutreffen. Hier handelt es sich also um eine Momentaufnahme. Während die Vorzeichen für die VW-Tochter nicht allzu gut aussehen, scheint die Daimler-Tochter wieder in Fahrt zu kommen. BMW gibt seine August-Absatzzahlen erst bekannt.
 
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