Audi setzt voll auf die Brennstoffzelle

Zukunfts-Technologie

Audi setzt voll auf die Brennstoffzelle

Im Rennen um den alternativen Antrieb Brennstoffzelle steht Volkswagen vor einem internen Wettstreit zwischen den Schwestern Audi und der Kernmarke VW. Auslöser ist die Entscheidung, dass der VW-Konzern seine Brennstoffzellen-Forschung exklusiv bei Audi ansiedelt.

Die Premium-Tochter soll die Technik, bei der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle Energie für eine Antriebsbatterie einspeist, in Neckarsulm (Baden-Württemberg) vorantreiben - nicht nur federführend, sondern konzernweit allein. So soll der Rückstand zu Herstellern wie Toyota, Honda und Hyundai, die mit dem Mirai, dem FCV und dem ix35 FCEV solche Fahrzeuge bereits verkaufen, wettgemacht werden.

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Schlechte Nachricht für Salzgitter
Das hat der Vorstand beschlossen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Konzernkreisen. Unter der Entscheidung dürfte der VW-Standort Salzgitter leiden. Das Motorenwerk arbeitet seit fast 20 Jahren an der Brennstoffzelle. Der VW-Betriebsrat fürchtet für Salzgitter daher langfristig ein "massives Beschäftigungsproblem".

Der Standort Salzgitter zählt zu den sogenannten Komponentenwerken bei VW, die seit Jahren immer wieder im Fokus möglicher Sparpläne landen. Gewerkschaftskreise fürchten, der Zuschlag für Audi könne Salzgitter ein Standbein rauben, das das Werk fit für die Zukunft gehalten hätte. VW hat in der Region um das Stammwerk Wolfsburg in Isenbüttel ein Kompetenzzentrum für die Brennstoffzelle aufgebaut.

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Neues Schwerpunktgebiet
Doch auch Audi hat einen klaren Brennstoffzellen-Schwerpunkt: Rund 1.750 Mitarbeiter zählt die technische Entwicklung in Neckarsulm. Sie arbeiten für die Quattro GmbH, die Brennstoffzellentechnologie, den Leichtbau, entwickeln Benzin-, Diesel-, Sport- und Sondermotoren oder kümmern sich um die Zukunft der Innenausstattungen im Auto.

In Neckarsulm kann Audi, wie berichtet, ein zentrales Projekt zur Brennstoffzelle vorweisen: Der A7 Sportback H-Tron Quattro erreicht Tempo 100 in 7,9 Sekunden, fährt in der Spitze Tempo 200 und schafft den Angaben zufolge mit einer Wasserstofftank-Füllung mehr als 500 Kilometer. Der Tankvorgang dauert bei Brennstoffzellenfahrzeugen wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor rund drei Minuten, was ein großer Vorteil gegenüber reinen Elektroautos ist. Aus dem Auspuff entweicht lediglich Wasser. Derzeit ist die Infrastruktur aber noch mehr als mangelhaft. In Österreich gibt es aktuell nur zwei öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen. Soll der Technologie schnell zum Durchbruch verholfen werden, herrscht hier großer Nachholbedarf, der hohe Investitionssummen verlangt.

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Sparzwang wegen Abgasskandal
Der VW-Konzern ist seit der Diesel-Krise umso mehr im Sparmodus. Vieles steht auf dem Prüfstand, einzelne Marken und Verkaufsregionen sollen mehr Eigenständigkeit erlangen. Zudem will der Vorstand Doppelzuständigkeiten abschaffen, wo sie unnötig erscheinen.

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