Toyota Prius Plug-in. Bild: Toyota

E-Offensive bei Toyota

Plug-in Version des Toyota Prius und E-RAV 4

Bis 2012 wollen die Japaner insgesamt 20 Hybrid-Modelle auf den Markt bringen. In Kürze starten auch die "reinen" Elektroautos von Toyota.

Die Kraft der Batterie soll Toyota wieder in Fahrt bringen. Der weltgrößte Autobauer, jüngst gebeutelt durch massive Rückrufaktionen, kündigt für 2012 sechs weitere Hybrid-Autos an. Dazu kommt eine sogenannte Plug-in Variante des Marktführers "Prius", die an der heimischen Steckdose aufgeladen werden kann (Bild oben). Dieser soll dann eine reine Elektro-Reichweite von 50 km schaffen, erst dann schaltet sich der bekannte Benziner dazu. 


Prius 3

Modellfeuerwerk
Insgesamt wollen die Japaner weltweit 20 Modelle anbieten, die zwischen Strom- und Verbrennungsantrieb hin- und herschalten. Zudem sind zwei reine - unterschiedlich teure - Elektro-Autos geplant. Neben dem Pionier Prius hat Toyota mittlerweile auch die Hybridversion des Auris auf den Markt gebracht. In Paris wird neben dem Kleinvan Verso S auch der kommende E-Cityflitzer FT-CH stehen. Auch andere Hersteller wie Daimler und Hyundai drängen auf den Markt der umweltschonenderen Autos (siehe unten). Hintergrund sind unter anderem strengere Emissionsvorschriften.
 


Auris Hybrid

Der Chef der Produktentwicklung von Toyota, Takeshi Uchiyamada, stellte die Pläne am Montag in Detroit vor. Die Steckdosen-Version des "Prius" soll demnach nur wenig teurer sein als das konventionelle Modell, "so dass die Kunden wirklich zögern und darüber nachdenken müssen", sagte er. Ein Toyota-Sprecher erklärte, die neue Version solle bis Juni 2012 in den Handel kommen und die ersten 21 Kilometer rein mit Batterie fahren können. Etwa 20.000 Stück will Toyota davon im ersten Jahr verkaufen, für einen Preis, der 3.000 bis 5.000 Dollar über der Prius-Version liegen soll. Damit würde das Auto weniger als 28.000 Dollar (21.790 Euro) kosten. Zum Vergleich: Der Chevy "Volt" von General Motors mit einer angepeilten Batterie-Reichweite von 64 Kilometer würde mit 41.000 Dollar zur Kategorie der Luxusautos gehören.
 


Auch der RAV4 kommt als E-Version

Uchiyamada stellte für 2012 auch ein günstiges, rein batteriebetriebenes Auto in Aussicht. Es sei für kurze Strecken in der Stadt gedacht. Gleichzeitig werde mit Hochdruck an einer Elektro-Version des RAV4 gearbeitet (wir berichteten), das von Batterien des US-Herstellers Oberklasse-Herstellers Tesla Motors versorgt werden soll. Noch sei nicht klar, ob auch dieses Modell 2012 marktreif sein werde, auch wenn die Ingenieure sich zuversichtlich zeigten. Dieses zweite Auto werde eine deutlich höhere Reichweite haben - und einen deutlich höheren Preis. "Ich glaube nicht, dass die beiden Angebote den Verbraucher verwirren werden", sagte Uchiyamada, der in den 90ern auch das ursprüngliche "Prius"-Programm geleitet hatte.

 Konkurrenz schläft nicht
Auch andere Hersteller setzen auf Strom. Kia Motors kündigte am Dienstag an, 2.000 Stück seines neuen Elektro-Modells bis 2012 herzustellen. Hyundai will 500 Stück von BlueOn produzieren, ein weiteres Elektro-Auto. Die beiden Fahrzeuge soll an die südkoreanische Regierung gehen.
 

Daimler-Forschungschef Thomas Weber weist jedoch darauf hin, dass die Entwicklung dieser Fahrzeuge weiter in den Kinderschuhen steckt. "Neben den technischen Hürden auf dem Weg dahin wird es nicht einfach sein, mit den Autos dann auch Geld zu verdienen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Daimler werde in Europa 2020 voraussichtlich 150.000 bis 200.000 Pkw mit einem emissionsfreien Elektroantrieb verkaufen. Batterien und Brennstoffzellen seien auch die einzige Möglichkeit, die vorgeschriebenen Emissionsziele zu erreichen. Bei einem Scheitern drohen Strafzahlungen.

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