E-Autos: Hiobsbotschaft für VW und Co.

Flaute am weltgrößten Markt

E-Autos: Hiobsbotschaft für VW und Co.

Diese Nachricht dürfte bei Autobauern wie Volkswagen, die sich künftig ganz der Elektromobilität verschrieben haben, für Unbehagen sorgen: Auf dem schon länger schwächelnden Automarkt in China schrumpft nun auch die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Der Absatz von sogenannten New Energy Vehicles (NEV), unter die in China sowohl rein batteriegetriebene Wagen als auch Hybridfahrzeuge fallen, sank nach Branchenangaben im Juli erstmals seit mehr als zwei Jahren.

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Hiobsbotschaft für VW und Co.

Die Neuregistrierungen solcher Fahrzeuge sei im vergangenen Monat um 4,7 Prozent auf 80.000 Einheiten geschrumpft, teilte der Branchenverband CAAM mit. Hauptgrund sei der Wegfall staatlicher Subventionen beim Kauf von NEV-Fahrzeugen. Für VW ist China der größte Absatzmarkt. Auch deshalb hat sich der weltgrößte Autobauer ganz der E-Mobilität verschrieben. Aufgrund des jetzigen Absatzrückgangs könnten sich die hohen Erwartungen schnell in Luft auflösen. Da der Konzern bereits zig Milliarden in seinen Transformationsprozess investiert hat, könnte diese Entwicklung auch ein teures Nachspiel haben. Das gilt natürlich auch für viele andere (deutsche) Hersteller, die ebenfalls - hauptsächlich wegen China - viel Geld in die Entwicklung neuer Stromer gesteckt haben. 

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Laut Experten nur ein Zwischentief

Damit droht für viele Hersteller eine wichtige Absatzstütze beim Wechsel in die Elektromobilität auszufallen. Denn während die Nachfrage nach herkömmlichen Wagen wegen des Handelsstreits mit den USA schon länger auf Talfahrt ist, legten die Verkäufe von E-Autos dank staatlicher Förderung bisher kräftig zu. Ganz so düster sieht es für die Hersteller jedoch nicht aus. Denn Experten rechnen nur mit einem Zwischentief. Langfristig werde die Elektromobilität in China wegen der staatlichen vorgegebenen E-Quoten weiter zunehmen, sagte etwa Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Darüber hinaus legten die Verkaufszahlen der Stromer zuletzt auch in vielen europäischen Ländern ordentlich zu. Von einen Boom kann man aufgrund der vergleichsweise nach wie vor geringen Stückzahlen jedoch nicht sprechen.

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Größter Automarkt schrumpft seit über einem Jahr

Insgesamt schrumpfte der Pkw-Absatz auf dem weltgrößten Automarkt im Juli um 4,3 Prozent und damit das 13. Mal in Folge. Für das Gesamtjahr rechnet der Branchenverband nach früheren Angaben mit einem Rückgang um fünf Prozent auf rund 26,7 Millionen Fahrzeuge. Die Prognose für den Verkauf von umweltschonenden NEV-Wagen hatte der CAAM bereits auf 1,5 Millionen Stück von zuvor 1,6 Millionen gesenkt. Der anhaltende Verkaufsrückgang führte dazu, dass chinesische Hersteller wie Geely und Great Wall ihre Umsatz- und Gewinnprognosen senkten. Auch Hersteller wie PSA sind von der Flaute im Reich der Mitte betroffen. Der französische Opel-Mutterkonzern und sein chinesischer Partner Dongfeng wollen dort Tausende Stellen streichen und sich von zwei ihrer vier Montagewerke trennen.

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Handelsstreit verunsichert Kunden

Die chinesische Regierung versucht seit einigen Monaten, den Konsum anzukurbeln. Der Erfolg bei Autoverkäufen hält sich jedoch in Grenzen, da viele die Verbraucher wegen des Handelsstreits mit den USA größere Anschaffungen scheuen. Zudem wurde mit der Förderung nicht gleichzeitig auch die restriktive Vergabe von Autokennzeichen für herkömmliche Neuwagen in Großstädten gelockert.

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