Bild: TZ ÖSTERREICH/Niesner

Energiekongress in Linz

Elektroautokauf beim Energieversorger

Laut Zukunftsforschern werden wir unsere (E-)Autos früher als vermutet bei Energieunternehmen anstatt in Autohäusern kaufen. Außerdem sollen auch Strom-Flatrates nach dem Motto "All-you-can-drive" kommen. 

Auch wenn noch viele daren Zweifeln: Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass die Zukunft des Autoverkehrs in der E-Mobilität liegt - und die Elektrofahrzeuge werden künftig von Energieversorgern (EVU) angeboten werden, nicht mehr vom Autohandel. Die EVU werden Komplettpakete offerieren mit Fixpreisen, aber auch Flatrates nach dem Motto "All-you-can-drive". Die Entwicklung in diese Richtung wird aufgrund des technischen Fortschritts rascher erfolgen als man heute für möglich hält, sagte der Zukunftsforscher Lars Thomsen ("future matters") am Dienstag beim Energiekongress von Oesterreichs Energie in Linz.

Zusammenarbeit als Voraussetzung
Mit dem Vertrieb von Elektroautos werden die EVU den Stromabsatz pro Haushalt verdoppeln können. Für die E-Mobilität muss sich die Strombranche aber mit anderen Industriesektoren verbünden, von den Kfz-Herstellern bis zu IT-Anbietern. Smart Grids, intelligente Stromnetze, werden ein riesiger Markt, größer als der PC-Markt. Spätestens 2020 würden die Energieanbieter solche Gesamtpackages anbieten, bei denen Haushaltskunden Smart Meters, intelligente Stromzähler, angeboten würden und auch Handhelds, mit denen sie Haushaltsgeräte von unterwegs steuern können, sagt Thomsen.

Verschmelzung der Angebote
Das Internet und Gebrauchsgegenstände werden in den nächsten zehn Jahren dergestalt zusammenwachsen, dass 2020 bereits 500 steuerbare Geräte pro Haushalt in Österreich denkbar wären, glaubt der Zukunftsforscher. Solche Trends dürften aber nicht verschlafen werden, erinnerte Thomsen an die Firma Kodak, die vor einem Jahrzehnt den Vormarsch der Digitalkameras unterschätzt hat und daran beinahe zugrunde gegangen wäre. Ähnlich argumentiere heute noch teilweise die Autoindustrie, die vorerst nur von recht kleinen Stückzahlen von Elektroautos ausgehe.

Effizienter Antrieb
Dabei werde bei einem Elektromotor etwa 90 bis 95 Prozent der Energie in Bewegung umgesetzt, beim herkömmlichen Verbrennungsmotor seien es nur 25 Prozent, der Rest geht als Abwärme verloren.

Die Akkus seien zwar heute noch zu groß und zu teuer, schon in den nächsten fünf Jahren könnte sich die Kapazität der Batterien aber verdreifachen. Von den weltweit rund 200 Firmen, die sich intensiv mit dem Thema E-Mobilität befassen, kommt laut Thomsen ein Drittel aus China und ein Viertel aus den USA. E-Autos seien außerdem wartungsärmer: Ein Benzinmotor weise über 900 bewegliche feinmechanische Teile auf, ein E-Motor komme im Antriebsstrang mit 10 bis 20 aus. Schon in fünf Jahren werde man Elektroautos billiger bauen können als konventionelle Fahrzeuge, meint der Zukunftsforscher. Fossile Energieträger würden früher oder später nur noch ein Nischendasein fristen.

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