Experten:

Harte Marktbereinigung

Experten: "Nur 10 Autohersteller werden überleben"

Übernahmen und knallharte Auslese stünden bevor - Coronakrise wirke wie Brandbeschleuniger.

Die Coronakrise wird in der Autoindustrie nach Einschätzung der Unternehmensberatung AlixPartners zu Übernahmen und einer knallharten Auslese führen. Die weltweiten Verkaufszahlen dürften heuer um 20 Millionen unter denen des Vorjahres liegen - "als wäre ein Markt von der Größe Europas über Nacht verschwunden", erklärte sie in einer nun veröffentlichten Studie. Die Erholung werde Jahre dauern. Die Folge sei "Darwinismus" in der Branche: "Nur die finanz- und innovationsstarken Hersteller und Zulieferer überstehen die bevorstehende Marktbereinigung."

Deutsche Hersteller und Tesla

Eine Reduzierung auf bis zu zehn größere Autohersteller sei möglich, "mit Tesla auf dem Weg in diese Gruppe". Die deutschen Autobauer dürften zu den Überlebenden gehören, sagte der Leiter der Autosparte bei AlixPartners, Elmar Kades, zur Deutschen Presseagentur: "Bei der Elektrifizierung und der Software gibt es zwar heftige Geburtswehen, aber sie sind stark genug, es zu schaffen."

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Hohe Investitionskosten

Die Renditen seien wegen der Investitionen in neue Technologien schon seit Jahren im Sinkflug. Die Coronakrise wirke nun wie ein Brandbeschleuniger. "Die Autobranche insgesamt wird dieses Jahr wohl keine Gewinne erwirtschaften", sagte Kades. Mit einem Einbruch von 21 auf 14 Millionen verkaufte Fahrzeuge habe Europa den stärksten Einbruch zu verkraften. Das Vor-Krisen-Niveau dürfte hier erst in fünf Jahren wieder erreicht werden.

2021 drohen auch noch CO2-Strafzahlungen

Nach aktuellem Stand dürften die meisten Hersteller die CO2-Ziele für 2021 verfehlen, Strafzahlungen drohten. Die bis 2024 angekündigten Investitionen in Elektromobilität in Höhe von 234 Milliarden Dollar (208 Mrd. Euro) dürften angesichts der Umsatzeinbrüche deutlich reduziert werden. "Jetzt ist die Zeit, alles infrage zu stellen", die Modellvielfalt zu reduzieren und die Transformation zu beschleunigen, sagte Kades. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge werde 2025 weltweit 12 Prozent betragen: in Europa 20 Prozent, in China 18 und in den USA 8 Prozent.

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