Fällt SUV-Boom Autobauern auf den Kopf?

Hohe Strafzahlungen drohen

Fällt SUV-Boom Autobauern auf den Kopf?

Mehr SUV auf den Straßen und weniger Diesel-Modelle verhageln den Autobauern die Klimabilanz. Wie aus einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) hervorgeht, stiegen die CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals um 0,4 Prozent auf knapp 128 Gramm pro Kilometer. In den Jahren davor waren sie kontinuierlich gesunken. Das CAM sprach von einer "Trendwende" und warnte, dass so die CO2-Ziele bis 2021 nicht eingehalten werden können. Eine andere Untersuchung führt vor Augen, dass der Spritverbrauch der Pkw in Österreich (Neu- und Altfahrzeuge) seit dem Jahr 2005 kaum zurückgegangen ist. Der VCÖ führt dies auf den Boom bei SUV zurück. Mit diesen Autos verdienen die Hersteller zwar viel Geld, sie könnten sich nun aber zum Bumerang entwickeln.

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Dieselverkäufe gehen zurück - sie sind aber CO2-effizienter

Gründe für den aktuellen Anstieg der Klimagase seien der starke Rückgang des Dieselanteils auf den Straßen, die hohe Nachfrage nach SUV und Geländewagen sowie die noch geringe Bedeutung von Elektroautos, erklärte das Institut in Bergisch Gladbach. In Österreich stieg im Jänner 2018 die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 8,4 Prozent auf 28.568 Fahrzeuge. Bei Benzinern wurde im Jahresvergleich ein Anstieg von 33,1 Prozent verzeichnet, bei Diesel gab es ein Minus von 13,1 Prozent. In Deutschland sank der Dieselanteil an neu zugelassenen Wagen im vergangenen Jahr um 13,2 Prozent, Benziner-Neuzulassungen legten hingegen um 13,8 Prozent zu. Diesel sind verbrauchsärmer und CO2-effizienter als Benziner.

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"Trendsegmente" treiben Verbrauch in die Höhe

Der Marktanteil von SUV und Geländewagen erreichte in Deutschland dem CAM zufolge 2017 mit 23,9 Prozent einen neuen Höchstwert - zehn Jahre zuvor waren es noch 7,3 Prozent. Alternative Antriebe legten zwar ebenfalls zu, allerdings ist ihr Marktanteil mit 3,4 Prozent derzeit noch sehr gering. In Österreich sieht die Lage ganz ähnlich aus. Studienleiter Stefan Bratzel erklärte, die "alarmierende CO2-Bilanz" sei der Verunsicherung im Dieselbereich sowie den Erfolgen der Hersteller im "Trendsegment" der Geländewagen geschuldet.

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Strafen in Milliardenhöhe

Das Institut warnte, dass es auf diese Weise schwer werde, die von der EU gesteckten CO2-Grenzwerte bis 2021 zu erreichen. Dann drohten Strafzahlungen im Milliardenbereich. In der EU gilt ab 2020 eine Abgas-Höchstgrenze von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer für den Durchschnitt aller Neuwagen, die schrittweise eingeführt wird. Pro überschrittenem Gramm CO2 werden pro verkauftem Auto 95 Euro fällig. Das summiert sich sehr schnell in den Milliardenbereich.

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