Ferdinand Piechs automobile Meilensteine

"quattro", Veyron, 1-Liter-Auto & Co.

Ferdinand Piechs automobile Meilensteine

Mit dem Tod von Ferdinand Piech geht für Volkswagen und die Automobilindustrie eine Ära zu Ende. Der Enkel des Käfer-Konstrukteurs Ferdinand Porsche galt als begnadeter Ingenieur und hat das deutsche Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist: ein weltumspannender Megakonzern, der vom Kleinwagen über das (Ducati-)Motorrad bis zum Schwerlaster alles anbietet, was auf den Straßen rollt.

Der Österreicher und VW-Patriarch führte den Konzern mit eiserner Hand und duldete keinen Widerspruch - von 1993 bis 2002 als Vorstandschef und bis 2015 als Aufsichtsratsvorsitzender. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff des Wolfsburger Imperiums, das die Autowelt beherrscht. Wir wollen nun noch einmal einige der vielen automobilen Meilensteine von Ferdinand Piech in seiner VW-Ära aufzählen.

audi-v8-off-960-oldie.jpg © Audi Mit dem V8 stieg Audi ins Luxussegment ein.

Audi

Als Audi-Boss hat er bei der Marke mit den Vier Ringen ordentlich Gas gegeben. So führte er im Audi 100 5E den ersten 5-Zylinder-Benziner in einem Serienfahrzeug ein. Darüber hinaus gehen auch die vollverzinkte Karosserie, die Turboaufladung mit Ladeluftkühlung und der erste 5-Zylinder-Diesel auf seine Kappe. Weiters brachte er den legendären „quattro“-Antrieb vom Rallyesport auf die Straße. Von der Allradkompetenz zerrt Audi noch heute. Gleiches gilt für die Entwicklung des Audi V8, mit dem die Marke erstmals einen Gegenspieler zur Mercedes S-Klasse und BMW 7er im Programm hatte. Später feierte im A8 die selbstragende Aluminiumkarosserie ihre Premiere.

vw-golf-iii-vr6-960-off.jpg © Volkswagen Im Golf III VR6 feierte der kompakte Sechszylinder seine Premiere.

VW

Bei der Kernmarke Volkswagen war Ferdinand Piech ebenfalls äußerst umtriebig. Er positionierte die Marke stärker in Richtung Premium. 2002 schickte er mit dem Phaeton sogar eine Luxuslimousine an den Start. Für die wurde in Dresden auch noch gleich eine gläserne Manufaktur errichtet. Trotz unumstrittenen Qualitäten konnte der Phaeton gegen S-Klasse, 7er und A8 nicht allzu viel ausrichten. Mittlerweile rollt in Dresden der e-Golf vom Band. Die Höherpositionierung brachte auch den Passat W8 auf die Straße. Für den Mittelklassler wurde ein extrem kompakter Achtzylinder mit 275 PS, der quer eingebaut werden konnte, entwickelt. Darüber hinaus wollte Piech unbedingt einen Golf mit Sechszylinder. Mit dem Golf III VR6 wurde auch diese Vorgabe erfüllt. Neben Leistung war für den VW-Patriarchen aber auch immer die Effizienz ein großes Anliegen. So brachte er mit dem Lupo 3L ein echtes 3-Liter-Auto auf die Straße. Noch viel radikaler war jedoch das 1-Liter-Auto XL1 (Storybild), mit dem Piech im Jahr 2002 persönlich bei der VW-Hauptversammlung auf die Bühne fuhr. Später wurde der Diesel-Hybrid in Raketenform in einer Kleinserie gebaut. Und auch die Rückkehr des Käfers ging auf Piechs Kappe. Er setzte sich stark für die Entwicklung des New Beetle ein. Dieser kam 1998 als Retro-Mobil auf Golf-Basis in den Handel. Vor wenigen Wochen lief in Mexiko der allerletzte Beetle vom Band.

bugattie-veyron-off-960.jpg © Bugatti Mit dem Bugatti Veyron setzte sich Piech ein Denkmal.

Porsche, Bentley und Bugatti

Den größten Porsche-Coup (neben der Übernahme durch VW) lieferte Ferdinand Piech bereits im Jahr 1969. Damals ließ er den legendären Rennwagen 917 entwickeln, der noch heute zu den erfolgreichsten Rennautos aller Zeiten zählt. Durch die Übernahme von Bentley rettete er nicht nur den britischen Luxusautobauer und dessen legendären Stammsitz in Crewe, sondern ließ auch noch den meistverkauften Bentley aller Zeiten entwickeln. Auf Basis des Phaeton startete die erste Generation des Continental GT, der bei den solventen Kunden rund um den Globus einschlug wie eine Bombe. Ein weiteres automobiles Denkmal setzte sich Piech mit dem Bugatti Veyron. Trotz zahlreicher Rückschläge (zerrissene Getriebe aufgrund des hohen Drehmoments) kam das 1.001 PS starke Hypercar mit 16-Zylindermotor Anfang der 2000er-Jahre tatsächlich auf die Straße. Später sogar mit bis zu 1.200 PS und als offener Gran Sport. Da alle geplanten Exemplare trotz eines Preises von rund 2 Millionen Euro verkauft wurden, war auch der Weg für die Nachfolgemodelle – ChironDivoLa Voiture Noir und Centodieci – geebnet.

bentley-continental-gt-1-ge.jpg © Bentley Der erste Continental GT brachte Bentley in die Erfolgsspur zurück.

Ferdinand Piech hinterlässt Lücke

Neben diesen automobilen Meilensteinen von Ferdinand Piech gibt es noch viele weitere. Dieser Mann hat der Autowelt tatsächlich seinen Stempel aufgedrückt. Im Frühjahr stellte Anton "Toni" Piech, Sohn des langjährigen VW-Aufsichtsratschefs, auf dem Genfer Autosalon den Elektrosportwagen "Mark Zero" vor. In dessen Entwicklung war Ferdinand Piech jedoch nicht integriert.

>>>Nachlesen:  So kommt der neue Piech E-Sportwagen

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