VW hält an Diess und Pötsch fest

Trotz Anklage

VW hält an Diess und Pötsch fest

Unternehmen sieht keine Verfehlungen der beiden gebürtigen Österreicher.

Volkswagen -Chef Herbert Diess (links) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (rechts) sollen trotz der  Anklage wegen Marktmanipulation  im Amt bleiben. Das Präsidium des Aufsichtsrats teilte nach seiner kurzfristig einberufenen Tagung mit, Volkswagen habe im Vorfeld der Entscheidung eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert.

Auch der Aufsichtsrat habe sich intensiv mit den Ermittlungen befasst. Dennoch könne das Präsidium aufgrund der umfangreichen eigenen Untersuchungen aus heutiger Sicht weiterhin keine vorsätzlich unterlassene Information des Kapitalmarktes erkennen. Aus diesem Grund solle die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden fortgesetzt werden. Nach dem Präsidium am Dienstag entschied auch der komplette Aufsichtsrat am Mittwoch, dass Diess und Pötsch ihre Ämter fortführen.

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In der Anklage geht es um die Abgasmanipulationen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft sowohl dem Österreicher Diess als auch seinem Vorgänger Martin Winterkorn und dem früheren Finanzvorstand und jetzigen Aufsichtsratschef Pötsch vor, die Pflicht zur Information des Kapitalmarktes verletzt zu haben. Die Manager hätten die Börse vorsätzlich zu spät über die aus der Aufdeckung der Abgasmanipulationen resultierenden erheblichen Zahlungsverpflichtungen des Konzerns informiert und damit rechtswidrig Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens genommen. Alle drei Angeschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück. Volkswagen hatte zuvor bereits erklärt, der Konzern sei weiterhin davon überzeugt, alle kapitalmarktrechtlichen Informationspflichten erfüllt zu haben. Sollte es zum Prozess kommen, sei man überzeugt davon, dass sich sämtliche Vorwürfe als haltlos erwiesen. Winterkorn war nach Bekanntwerden des Dieselskandals vor vier Jahren als Vorstandschef zurückgetreten.

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Hochkarätiges Präsidium

Dem sechsköpfigen Präsidium gehören Wolfgang Porsche als Vertreter der Familieneigner und Ministerpräsident Stephan Weil für das Land Niedersachsen an. Für die Arbeitnehmer sitzen IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und die Betriebsratschefs von VW und Audi, Bernd Osterloh und Peter Mosch in dem Gremium. Pötsch, als Aufsichtsratschef ebenfalls Mitglied des inneren Zirkels, nahm wegen der Anklage gegen ihn nicht an den Beratungen teil. Das Gremium kündigte an, der Aufsichtsrat werde am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen.

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