Wissenswertes rund um die Autoversicherung

Wahrheiten und Mythen

Wissenswertes rund um die Autoversicherung

Jeder Fahrzeughalter steckt im selben Dilemma fest: Die Kfz-Versicherung ist Pflicht und mitunter recht teuer. Kein Wunder, dass sich jeder Fahrzeughalter nun überlegt, wie er diesen Kostenfaktor möglichst günstig gestalten kann. Dabei beherrschen das Feld der Autoversicherung Wahrheiten und Mythen gleichermaßen. Eine Aufklärung darüber, was wirklich finanzielle Auswirkungen auf den Versicherungsbeitrag hat und, was getrost untergehen darf, kann hilfreich sein.

Abstellort und Treibstoff sind für die Versicherung absolut uninteressant

Es mag viele Fahrzeughalter verwundern, warum regelmäßig die Frage nach dem Abstellort und dem Treibstoff bei der Versicherungskalkulation auftaucht, obgleich sie de facto kaum Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge hat.  

Haus © pixabay

Foto: Das eigene Auto in einer Garage zu parken, ist der größte Luxus für den Fahrer, denn das Fahrzeug ist geschützt vor Wind und Wetter und bleibt im Sommer kühl und im Winter warm. Versicherungstechnisch betrachtet ist der Parkort Garage jedoch absolut irrelevant.

Das Garagenfahrzeug. Ob ein Halter sein Fahrzeug in einer absperrbaren Garage über Nacht parkt, schlägt kaum zu Buche. Etwa zwei Prozent mehr zahlen diejenigen, die ihr Fahrzeug nicht in einer sicheren Garage unterbringen. Der Unterschied zwischen einem privaten Tiefgaragenstellplatz und einer privaten Einzel- oder Doppelgarage ist darüber hinaus ebenfalls marginal. Dennoch hat die Bezeichnung als „Garagenfahrzeug“ an einer anderen Stelle eine Wirkung, denn: Wer ein „Garagenfahrzeug“ verkaufen möchte, impliziert, dass das Fahrzeug geschützt im Verborgenen stand und deswegen besser in Schuss sein könnte als ein Wagen, der an der Straße stehend Wind, Wetter und anderen Verkehrsteilnehmern ausgesetzt ist.

Der Treibstoffunterschied. Ob ein ansonsten gleichwertiges Fahrzeug mit Benzin oder Diesel fährt, ist eigentlich für den Versicherungsbeitrag irrelevant. Das heißt, dass in diesem Direktvergleich herauskam, dass die Treibstoffart bei ein- und demselben Fahrzeug keinen Cent am Versicherungsbeitrag ändert. Wohl aber kann es Unterschiede zwischen den Fahrzeugen geben, die vor allem auf die jeweilige Typenklasse zurückzuführen sind. 

Fahrzeug, Fahrer und Versicherungsart spiegeln sich am meisten im Beitrag

Dieser Faktor ist kaum ein Geheimnis: Fahrzeug und Fahrer sind die entscheidenden Faktoren, wenn es um die Versicherungsbeiträge des Fahrzeugs geht. Beim Fahrzeug ist vor allem die Typenklasse entscheidend. Neueste Einstufungen dazu hält der GDV online vor und erklärt: Für rund 29,5 Millionen Fahrer bleibt alles wie gehabt. 5,4 Millionen Fahrer können sich über günstigere Konditionen in einer besseren Typenklasse freuen. 5,7 Millionen werden künftig höher eingestuft. 

  • Eine niedrigere Einstufung als im Vorjahr erfahren der VW Tiguan 2.0 TSI 4 Motion, der Mercedes GLA 180, der Seat Ateca 1.4 TSI, der Honda HR-V 1.5, der BMW 220i Active Tourer und der Toyota Verso 1.6. 
  • Eine höhere Einstufung als im Vorjahr gilt künftig für den Renault Kadjar 1.2, den Kia Niro 1.6 Hybrid, den Audi Q7 3.0 TDI, den BMW X4 xDrive 20D, den Mercedes GLE 350 D 4Matic und den Toyota RAV4 Hybrid 2.5.

Für U55 sind die Beiträge noch erschwinglich. Anfänger müssen satten Aufpreis zahlen

Autofahrer © pixabay Gerade für ältere Fahrer steigen die Versicherungsbeiträge mit dem Alter deutlich an.

Ein weiterer, entscheidender Faktor ist neben dem Fahrzeug selbst der Fahrer. Besonders teuer wird die Versicherung für junge und alte Fahrer. Als Faustformel gilt: Bis zum Alter von 55 Jahren ist alles in Ordnung. Zehn Jahre mehr können hingegen bereits einen Aufpreis von über zehn Prozent bedeuten. Mit 75 Jahren und älter müssen Fahrer mit einem Versicherungsbeitrag rechnen, der 57 Prozent teurer ausfallen kann. 

Jüngere Fahrer sollten hingegen nach einem Anbieter suchen, der Prämien für sicheres Fahren oder spezielle Kurse ausgibt. Neben dem Alter des Fahrers ist auch der Fahrerkreis ein entscheidender Faktor mit Blick auf die Versicherungsbeiträge. Besonders teuer wird’s, wenn mit dem Fahrzeug jeder fahren darf und, wenn der Nachwuchs ohne Fahrpraxis das Fahrzeug lenken darf. Zum Vergleich: Während der Führerscheinneuling den Versicherungsbeitrag um 96 Prozent in die Höhe katapultiert, bedeutet die Freigabe für den Partner nur einen Anstieg des Beitrags um Cent-Beträge.

Teilkasko oder Vollkasko!? Das ist ein großer, finanzieller Unterschied

Ob das Fahrzeug in Teil- oder Vollkasko versichert wird, hängt in der Regel vom Alter des Fahrzeugs und der finanziellen Situation des Halters ab. Ein Neuwagen wird in aller Regel Vollkasko versichert. Auch ein Fahrzeug, das nicht ohne weiteres zu ersetzen ist, falls es einen Totalschaden hat, wird ebenso versichert. Teilkasko bedeutet hingegen, dass – im Falle eines Unfalls, den der Fahrer selbst verursacht hat – nur der Schaden des Gegners beglichen wird. Den eigenen Schaden muss der Halter selbst begleichen.  Unabhängig von der Grundsatzentscheidung für Teil- oder Vollkasko wird grundsätzlich zur Selbstbeteiligung geraten, um die Versicherungskosten zu senken.

  • 23 bis 31 Prozent der Prämie lassen sich in der Teilkasko-Versicherung einsparen, wenn eine Selbstbeteiligung von 150 oder gar 300 Euro vereinbart wird.
  • 20 bis 26 Prozent der Prämie lassen sich in der Vollkasko-Versicherung einsparen, wenn eine Selbstbeteiligung von 150 oder gar 300 Euro vereinbart wird. 29 Prozent Preisersparnis erreichen diejenigen, die eine Selbstbeteiligung von 500 Euro vereinbaren.

Auch diese Punkte haben Einfluss auf die Versicherungsbeiträge

  • Die Kilometerleistung. 15.000 Kilometer jährlich kosten sieben Prozent mehr Versicherungsbeiträge als 10.000 Kilometer.
  • Die Beitragszahlung. Wer einmal im Jahr die Versicherung bezahlt, zahlt knapp neun Prozent weniger für die Beiträge als bei einer monatlichen Bezahlung. 
  • Die Werkstattbindung. Zehn bis 19 Prozent der Beiträge lassen sich sparen, wenn eine Werkstattbindung vereinbart wird.
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