Auch Toyota verzichtet auf Killer-Kältemittel

Wegen Brandgefahr

Auch Toyota verzichtet auf Killer-Kältemittel

Japaner setzen ab sofort wie Daimler auf älteres Mittel für Klimaanlagen.

Im Streit um das neue "Killer-Kältemittel" für Auto-Klimaanlagen verzichtet nach Daimler und anderen Herstellern (VW, Mazda) nun auch der weltgrößte Hersteller Toyota in seinen Fahrzeugen auf die Substanz. Da es in Europa keine einheitliche Einschätzung zu den Gefahren von Tetrafluorpropen (R1234yf) gebe, habe Toyota die "temporäre Maßnahme vorgenommen", wieder die in der Branche bisher übliche Substanz Tetrafluorethan (R134a) zu nutzen, sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland am Freitag in Köln. Mit dieser Entscheidung gehe es dem Unternehmen darum, "mögliche Bedenken unserer Kunden auszuräumen".

GT86 und Lexus GS
Toyota habe das neue umstrittene Kühlmittel Tetrafluorpropen in Europa bisher in drei Modellen eingesetzt, die seit Herbst vergangenen Jahres verkauft würden, sagte der Sprecher. Dabei handle es sich um das Hybrid-Modell Prius Plus, den Sportwagen GT 86 sowie den Lexus GS . Wie viele von den Fahrzeugen bisher verkauft wurden, wollte der Toyota-Sprecher nicht sagen. "Es sind Fahrzeuge, die nicht zu den meistverkauften von Toyota zählen. Das wird keine große Zahl sein", sagte der Sprecher.

Fotos: So kommt der GT86 als Cabrio

Diashow: Fotos vom Toyota FT-86 Open Concept

Fotos vom Toyota FT-86 Open Concept

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    Zulassungsstopp in Frankreich
    Daimler streitet, wie berichtet, in Frankreich derzeit um die Zulassung von Autos mit dem alten Kältemittel Tetrafluorethan, das der Autohersteller noch immer einsetzt. In dem Konflikt befasst sich Frankreichs höchstes Verwaltungsgericht am Freitag erstmals mit der Angelegenheit. Eine Entscheidung des Staatsrats in Paris wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet. Mitte Juni erließ Frankreich wegen der Verwendung des alten Kühlmittels einen Zulassungsstopp für mehrere Mercedes-Modelle.

    Daimler weigert sich, das womöglich brandgefährliche Tetrafluorpropen einzusetzen, da es nach Angaben des Autobauers bei schweren Unfällen zu Bränden führen könnte. In seiner Einschätzung bekam Daimler kürzlich Rückendeckung vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Bei Unfalltests unter "verschärften Versuchsbedingungen" mit Autos, deren Klimaanlagen mit der umstrittenen Substanz laufen, war es in einem Fall zu einem Brand gekommen.