Automarke Borgward kehrt zurück

Comeback

Automarke Borgward kehrt zurück

Zentrale des Herstellers soll sich in Stuttgart niederlassen.

Die verschwundene deutsche Automarke Borgward kehrt nach Medienberichten mit einer Zentrale in Deutschland zurück. Der Hauptsitz des Autoherstellers soll künftig in Stuttgart sein, wie das "Westfalen Blatt" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet. Der Hersteller hatte zuvor bereits angekündigt, beim Genfer Autosalon 2015 (ab 5. März) nach mehr als 50 Jahren in den Kreis der Autobauer zurückzukehren. Dort sollen die konkreten Zukunftspläne präsentiert werden.

Neue Limousine
Der Zeitung zufolge will Borgward im September auf der IAA in Frankfurt eine größere Limousine präsentieren, weitere Modelle sollen folgen. Bei Borgward selbst war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Blatt zufolge soll die Entscheidung für eine Zentrale unter anderem deswegen gefallen sein, weil in der baden-württembergischen Hauptstadt bereits viele Zulieferer sitzen.

Kurze Erfolgsgeschichte
Das Bremer Automobilunternehmen schrieb im deutschen Wirtschaftswunder eine kurze Erfolgsgeschichte, die nach rasantem Abstieg am 11. September 1961 in der Pleite endete. Der Maschinenbauer Carl F. W. Borgward übernahm 1931 mit einem Partner die Bremer Hansa-Lloyd-Werke. Nach dem Zweiten Weltkrieg fing Borgward mit kleinen Autos wie dem Lloyd LP 300 neu an. Sein Ruf als genialer Konstrukteur und Designer ist eng mit dem Mittelklassewagen Isabella verbunden, die es auch als Kombi, Cabrio und Coupé gab.

Das Unternehmen wuchs bis auf 20.000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen geriet Ende der 1950er Jahre in Schwierigkeiten, auch weil sich der Firmenpatriarch nach Aussagen von Zeitzeugen mehr für Technik als für kaufmännischen Angelegenheiten interessierte. Im Herbst 1960 wurde das Geld knapp, der Bremer Senat stellte Bürgschaften, ein Kredit platzte. Borgward musste das Unternehmen verlassen, im September 1961 folgte die Pleite.

Seit 1971 gehört das Werk der Daimler AG, seit 1978 werden dort wieder Personenwagen gebaut. Heute ist die Fabrik in Bremen-Sebaldsbrück das zweitgrößte Mercedes-Benz-Werk weltweit.

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