Bild: Dacia

Automarkt

Verkaufsrekord im 1. Halbjahr

2009 ist das Jahr der Billig-Autos. Fahrzeuge die unter 10.000 Euro kosten sind der Renner

Österreichs Autohandel jubelt, denn ganz im Gegensatz zur Gesamtwirtschaftslage entwickelten sich die Autoverkäufe hierzulande zwischen Jänner und Juli 2009 sensationell. Mit 198.710 Neuwagen stieg der österreichische Pkw-Gesamtmarkt in den ersten sieben Monaten 2009 gleich um 3,8 Prozent gegenüber 2008. Alleine im Juli wurden mit 32.694 Fahrzeugen um 44,1 Prozent mehr Neuwagen verkauft als im Juli 2008. Hermann Becker, Sprecher von Porsche Austria: „Erstmals liegt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen auch kumulativ über dem Vorjahr. Wenn sich der Markt auch im 2. Halbjahr so weiterentwickelt, werden heuer deutlich mehr Neuwagen verkauft werden als 2008.“

Ökoprämie als Initial­-Zündung für Automarkt
Hauptgrund für die fulminanten Verkaufszahlen der Autohersteller war im 1. Halbjahr eindeutig die Ökoprämie. Becker: „Viele Gebrauchtwagenkunden haben sich dank der Ökoprämie heuer zum Neuwagenkauf entschlossen. Dazu kamen viele Kunden, die ihr Geld vom nur mehr niedrigst verzinsten Sparbuch abgehoben und in einen neuen Wagen investiert haben.“Profitiert haben dabei vor allem niedrig motorisierte Klein- und Kompaktwagen. Josef Ulrich, Sprecher von Chevrolet Österreich: „Für uns ist 2009 bislang ein Rekordjahr. Bei Chevrolet konnten wir bisher um 12,4 Prozent mehr verkaufen als 2008. Dabei hilft uns sicher auch, dass wir im Kleinwagenbereich viel Auto für wenig Geld bieten.“ Denn ein Trend zeigt sich eindeutig am Markt: Klein- und Kompaktwagen sind heuer besonders gefragt, auch bei der Motorisierung ist weniger eindeutig mehr. Becker: „Kleinere und damit verbrauchsgünstigere Motoren sind heuer bei allen Volumenmodellen stark nachgefragt.“ Daher legen viele Marken für das 2. Halbjahr eigene Modellreihen mit Sparmotoren auf. Bestes Beispiel: Der Seat Ibiza, derzeit im Kleinwagensegment das gefragteste Auto, ist ab sofort als Jubiläumsmodell mit einem sparsamen 3-Zylinder-Motor mit 60PS auf den Markt, der nur mehr 5,5 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen soll.

Billigautos sind der Marketing-Hit des Jahres
Auffällig: Immer mehr Hersteller haben Autos zum Preis von unter 10.000 Euro im Programm (Chevrolet Matiz ab 7.490 Euro, Dacia Sandero ab 7.990 Euro, Suzuki Alto 1.0GA ab 7.990 Euro etc). Damit wird einerseits kräftig am Markt der Gebrauchtwagenkäufer gefischt – andererseits sind die Billigautos der Hit bei den Zweitfahrzeugen und bei vielen Jungen, die sich erstmals ein neues Auto zulegen. (plf, nec, abc)