Bei Opel geht Angst vor Zerschlagung um

Brief an Stellantis-Chef

Bei Opel geht Angst vor Zerschlagung um

Sorge um Zukunft der Standorte: Perspektive für Beschäftigte und offene Kommunikation gefordert.

Eigentlich schien es zuletzt so, als hätte sich  Opel  die angespannte Lage zuletzt etwas beruhigt. Nach vielen Jahren mit Verlusten und GM-Obhut fuhr der deutsche Autobauer unter der neuen Mutter  Stellantis  (Fusion aus PSA und FCA) wieder Gewinne ein. Der neue Mokka kommt bei den Kunden gut an und der ebenfalls vielversprechende  neue Astra  steht bereits in den Startlöchern. Doch nun mehren sich die Sorgen vor einer möglichen Zerschlagung von Opel. Das ruft wiederum die Politik auf den Plan.

Brief an Stellantis-Chef 

Aus Sorge um die Zukunft der Opel-Standorte in ihren deutschen Bundesländern haben die Regierungschefs von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen den Chef des Mutterkonzerns Stellantis, Carlos Tavares, zum Gespräch aufgefordert. Tavares solle die Politiker über die geplante Ausgliederung der Opel-Werke Rüsselsheim und Eisenach und den dreimonatigen Produktionsstopp in letzterem informieren, hieß es in einem offenen Brief von Volker Bouffier (CDU), Malu Dreyer (SPD) und Bodo Ramelow (Linke).

Angst vor Zerschlagung

"Beide Sachverhalte führten in der deutschen Öffentlichkeit zu Zweifeln und Besorgnis", hieß es in dem Brief. Stellantis hatte vergangene Woche mitgeteilt, es werde geprüft, die beiden Autofabriken zu eigenständigen Rechtsorganisationen zu machen. Das und die mit Halbleiter-Mangel begründete lange Produktionspause in Eisenach schürte Sorgen, Opel solle vier Jahre nach der Übernahme durch den damaligen PSA-Konzern aus Frankreich zerschlagen werden. Die Bundesländer hatten sich schon damals schützend vor das deutsche Traditionsunternehmen gestellt.

Opel soll deutsches Unternehmen bleiben

"Opel steht nicht nur für innovative Autos, sondern auch für zahlreiche Arbeitsplätze und den Wohlstand der betroffenen Regionen", erklärten die Regierungschefs. "Daraus erwächst auch eine gesellschaftliche Verantwortung, zu der sich Stellantis in der Vergangenheit auch bekannt hat." Die Beschäftigten bräuchten eine Perspektive. Von Stellantis werde eine offene Kommunikation über Entscheidungen erwartet. Trotz früherer Zusagen von Tavares zum Informationsaustausch mit den Landesregierungen hätten sie erst knapp vor Bekanntgabe der Entscheidungen davon erfahren. "Die Marke Opel ist ein deutsches Unternehmen und muss auch ein deutsches Unternehmen im Stellantiskonzern bleiben - mit allem, was zu einem Automobilkonzern dazugehört", forderte Ramelow.

Auch Werk in Österreich steht

Im Stellantis-Werk in Wien-Aspern wird die Produktion von 18. Oktober bis 31. Dezember 2021 unterbrochen, wie Anfang Oktober mitgeteilt wurde. Grund dafür sei der weltweite Chipmangel.