BMW verlagert Verbrenner-Produktion nach Steyr

München wird reines E-Auto-Werk

BMW verlagert Verbrenner-Produktion nach Steyr

Umstellung auf E-Autos - Stammwerk in München nimmt Abschied vom Verbrennungsmotor.

Der deutsche Autobauer  BMW  schließt im Zuge der Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte die Produktion von Verbrennungsmotoren in seinem fast 100 Jahre alten Stammwerk in München und verlagert diese nach Steyr (Oberösterreich) und Hams Hall (England). Auf der frei werdenden Fläche errichtet der Konzern bis 2026 für 400 Mio. Euro eine Montagelinie, die stärker auf Elektrofahrzeuge zugeschnitten ist, wie Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic sagte.

Die Fertigung von Benzin- und Dieselmotoren des Stammwerks München wird schrittweise bis spätestens 2024 ausgelagert. Die betroffenen 1.000 Mitarbeiter bekämen andere Arbeitsplätze bei BMW in München oder anderen Standorten in Bayern angeboten, so Nedeljković.

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Umstellung auf E-Autos

Grundlage des neuen, auf Elektrofahrzeuge ausgerichteten Montagewerks in der bayrischen Landeshauptstadt ist die  künftige Fahrzeugarchitektur , die Konzernchef  Oliver Zipse  vor zwei Wochen angekündigt hat. Sie soll zwar wie die bisherigen Plattformen immer noch für Verbrennungsmotoren geeignet sein, aber den Anforderungen von Elektroantrieben besser Rechnung tragen.

BMW bündelt damit seine europäische Fertigung von Verbrennungsmotoren an den Standorten Steyr in Oberösterreich und Hams Hall in England. "Wir investieren in den Verbrenner weiterhin", sagte Nedeljkovic vor Journalisten. Verbrennungsmotoren würden im Konzern noch lange eine dominierende Rolle spielen. "Es wird noch Jahre dauern, bis wir keine Verbrenner mehr haben." Trotz des Brexits stehe BMW weiterhin auch zu seinen Standorten in Großbritannien.

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Mega-Investition in Steyr

In Steyr hat BMW bereits um 102 Mio. Euro ein neues Montageband für Benzinmotoren mit einer Jahresauslastung von 180.000 bis 360.000 Einheiten errichtet. Seit Ende September läuft das Band in einem Einschichtbetrieb. Gleichzeitig wurden heuer 25 Mio. Euro für Fertigung von Elektroantrieb-Gehäusen ausgegeben.

Mit der Verlagerung des Motorenbaus sollen die betroffenen Mitarbeiter in München umgeschult werden und dann im Stammwerk oder an anderen Standorten in Bayern arbeiten. So hatte BMW bereits angekündigt, sein Werk im niederbayerischen Dingolfing als Standort für Elektroantriebe deutlich auszubauen. Dingolfing ist rund 100 Kilometer von München entfernt. BMW ertüchtigt seine deutschen Standorte sukzessive für die Produktion auch von Elektroautos. "Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren", sagte Nedeljkovic.

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Antriebsvielfalt

Mit der neuen Fahrzeugarchitektur, die ab 2025 zunächst im künftigen Werk Debrecen in Ungarn genutzt werden soll, setzt BMW im Gegensatz zu Volkswagen unverändert auf eine gemeinsame Plattform für alle Antriebsarten. Aber während die bisherigen BMW-Plattformen vorrangig auf Verbrennungsmotoren zugeschnitten sind, soll künftig stärker den Bedürfnissen von Elektromotoren Rechnung getragen werden. "Wir verlagern, wenn man so will, das Gewicht vom linken aufs rechte Bein, und stehen trotzdem weiterhin auf zwei Beinen", sagte Nedeljkovic.

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