Carsharing-Anbieter Flinkster in Wien gestartet

Deutsche Bahn-Tochter

Carsharing-Anbieter Flinkster in Wien gestartet

Start vorerst mit 50 Fahrzeugen - Ausdehnung auf ganz Österreich geplant.

Seit etwas über einem Jahr boomt Carsharing auch in Wien so richtig. Das hat nun auch der laut eigenen Angaben größte deutsche Carsharing-Anbieter Flinkster - eine Tochter der Deutschen Bahn (DB) - erkannt. Kein Wunder, dass der neue Anbieter deshalb nun auch in Österreich gestartet ist: Ab sofort können die ersten Fahrzeuge in Wien angemietet werden, wobei die Flotte in den nächsten Wochen zunächst auf 50 Fahrzeuge aufgestockt wird, wie Rolf Lübke, der Geschäftsführer des Flinkster-Betreibers DB Rent GmbH, am Dienstag im Gespräch mit Journalisten berichtete. Das System ist vergleichbar mit jenem des Mitanbieters Zipcar : Die Autos können vor Fahrtantritt reserviert werden, die Standplätze sind fix vorgegeben.

Preise
Autofahren ab einem Euro, das ist bei Flinkster möglich, zumindest theoretisch. Den günstigsten Stundentarif - der für kleine City-Flitzer gilt - gibt es vorerst aber in Wien nicht. Denn hierzulande wird anfangs nur eine nächsthöhere Kategorie angeboten: Bei den ersten 50 Gefährten handelt es sich um Citroen DS3, alle "gebrandet" in den Flinkster-Farben rot-grau-weiß. Das Auto schlägt in den Nachtstunden mit 1,50 Euro pro Stunde zu Buche, tagsüber werden 2,50 fällig.

Tagespauschalen gibt es ebenfalls, und zudem wird pro gefahrenen Kilometer ein Verbrauchspauschale für den Kraftstoff verrechnet. Die Preise, so versprach Lübke, sollen übrigens jenen in Deutschland entsprechen.

Die Einschreibegebühr beträgt 50 Euro. Ermäßigungen soll es für Kunden von Öffi-Partnern, also etwa den Wiener Linien oder den ÖBB, geben. Laut Lübke wurde ein Vertrag mit der Stadt abgeschlossen, der es Flinkster ermöglicht, Verhandlungen mit den Bezirken über Anmietplätze zu führen. Hier spießt es sich jedoch bekanntlich: Die Begeisterung, Parkplätze auf der Straße für Carsharing zu reservieren, hält sich bei den Bezirksverwaltungen in Grenzen. Darum wird man auch private Flächen, etwa in Garagen, anmieten, wie heute berichtet wurde.

Rasche Ausweitung
Der Start erfolgte bereits am Westbahnhof, in weiterer Folge sollen die inneren Bezirke versorgt werden. Die 50 Fahrzeuge sind fix, das nächste Ziel seien 100, wobei es laut dem neuen Autoteil-Betreiber aber auch deutlich mehr werden könnten. Geplant ist, später unterschiedliche Fahrzeugtypen anzubieten, auch Elektroautos könnten dabei sein.

Was hingegen eher nicht vorgesehen ist, sind frei verfügbare Autos, die auf normalen Parkplätzen abgestellt werden können. Mit diesem System ist die Daimler-Tochter Car2Go in Wien erfolgreich , die mehr als 500 Smarts durch die Bundeshauptstadt rollen lässt. "Wir wollen vollständige Reiseketten aus einer Hand anbieten", erklärte Lübke. Bahnkunden sollen an einem fixen Zeitpunkt und an einem fixen Ort ihr Fahrzeug vorfinden, das sei bei einem "Free-Floating-System" nicht so.

Apropos fix: Bereits entschieden ist, dass Flinkster sich nicht auf Wien beschränken wird, sondern dass Standorte auch bei anderen größeren Bahnhöfen in Österreich eingerichtet werden sollen. Auch Fahrzeuge regionaler Partner könnten in das Netz eingebunden werden.

Der dritte Große im Bunde
In Wien ist Flinkster neben Zipcar und Car2Go der dritte Anbieter. Ob es einen weiteren geben wird, ist derzeit nicht bekannt. Gelöst ist aber jedenfalls das Rätsel um das schon vor längerer Zeit angekündigte Carsharing-Konzept des Autovermieters "Easymotion". Dort war zuletzt angekündigt worden, dass man eine Umsetzung gemeinsam mit einem größeren Partner vorbereite. Nun ist klar, dass es sich beim neuen Anbieter um dieses gemeinsame Projekt handelt - der Partner also Flinkster ist. "Easymotion"-Chef Stefan Miklauz ist auch Regionalleiter der Betreibergesellschaft DB Mobility Services Austria GmbH.

Link:
www.flinkster.at


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