Chip-Misere bremst auch Audi und Porsche

Bilanzen dennoch ordentlich

Chip-Misere bremst auch Audi und Porsche

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Vorerst ist bei den beiden Autobauern kein Ende der Engpässe bei Halbleitern in Sicht.

Der  globale Chipmangel  macht auch  Audi  und  Porsche  zu schaffen. Die Auswirkungen der weltweiten Versorgungsknappheit fallen bei den beiden Oberklasse-Töchtern von Volkswagen aber nicht so gravierend aus wie bei den Volumenmarken des Konzerns. Die Hauptmarke  VW  etwa, die die Hauptlast der Chipknappheit trägt, schrieb im dritten Quartal rote Zahlen und muss die Kosten weiter drücken.

Kraftanstrengung zum Jahresende

Porsche glänzt dagegen mit einer Umsatzrendite von 15,5 Prozent, wozu vor allem die starke erste Jahreshälfte beitrug. Das Schlussquartal werde allerdings herausfordernd, sagte Porsche-Finanzchef Lutz Meschke am Freitag. Audi dämpfte nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Prognose in Teilen.

"Wir werden mit aller Kraft versuchen, trotz der Halbleiterknappheit möglichst viele Fahrzeuge fertigzustellen, um erneut einen starken Jahresabschluss zu erreichen", erklärte Meschke. Am strategischen Ziel einer Umsatzrendite von 15 Prozent halte Porsche fest.

Porsche

Das operative Ergebnis steigerte der SUV- und Sportwagenbauer in den ersten neun Monaten auf 3,6 Mrd. Euro, 78 Prozent mehr als im coronabedingt schwachen Vorjahr. "Wir können stolz sein, müssen aber auch im vierten Quartal im absoluten Task-Force-Modus agieren", betonte Meschke. Die angespannte Lage am Halbleitermarkt habe vor allem das dritte Quartal belastet. In diesem Zeitraum hätten Umsatz und Ergebnis unter den starken Werten der Vormonate gelegen. Wie berichtet, baut Porsche in seine (unfertigen) Fahrzeuge mittlerweile  sogar Dummy-Chips ein .

Audi

Bei Audi schrumpfte der Betriebsgewinn im Zeitraum Juli bis September um 14,4 Prozent auf 740 Mio. Euro. Die Rendite gab mit 6,6 (Vorjahr 6,8) Prozent nur wenig nach, weil Audi an seinen SUV-Modellen und dem vollelektrischen e-tron-Fahrzeugen ( Q4 e-trone-tron GT  und  e-tron ) gut verdiente. Daneben profitierte der Autobauer von Kostensenkungen und der Absicherung von Rohstoffgeschäften. Während die Auslieferungen um etwa ein Viertel auf rund 366.000 Fahrzeuge sanken, fiel der Rückgang beim Umsatz wegen der höheren Preise niedriger aus: Die Erlöse gaben um 13 Prozent auf 11 Mrd. Euro nach, wie Audi mitteilte.

Für das Gesamtjahr rechnet die Marke mit den vier Ringen nun mit einem Absatz etwa auf Vorjahreshöhe. Der Umsatz werde moderat steigen. Bisher war jeweils ein deutlicher Anstieg in Aussicht gestellt worden. Das Renditeziel von neun bis elf Prozent bekräftigte Audi.

Finanzchef Jürgen Rittersberger schätzt, dass elektronische Bauteile bis zum Jahresende knapp bleiben werden. Auch im ersten Quartal werde sich die Versorgung nicht normalisieren. Bei Magnesium, das zum Legieren von Aluminium benötigt wird, erwartet Audi in diesem Jahr noch Beeinträchtigungen. Man stehe in engem Kontakt mit den Lieferanten aus China und beobachte die Situation, sagte Rittersberger in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.
 

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