Deutsche Autobauer warnen vor E-Hype

"Embryonaler Zustand"

Deutsche Autobauer warnen vor E-Hype

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Technikdurchbruch wird erst in den Jahren von 2020 bis 2030 gelingen.

Die deutsche Autoindustrie dämpft die Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch von Elektroautos . "Die Technologie ist noch in einem embryonalen Zustand", sagte Bosch -Vorstand Bernd Bohr am Mittwoch auf der Automesse IAA in Frankfurt, wo die Hersteller so viele E-Fahrzeuge (Smart ED , BMW i3 , VW Nils und Up, Audi A2 , Opel RAK e und Ampera , Renault Frendzy , etc.) präsentierten wie nie zuvor. Dies sollte jedoch keine übertriebenen Erwartungen wecken, warnte BMW-Vorstand Klaus Draeger. "Nicht alles, was technisch machbar ist, ist heute wirtschaftlich umsetzbar."

Reichweite und Kosten
Besonders die geringe Reichweite und die hohen Kosten der Elektroautos machen den Automanagern Sorgen. "Elektrofahrzeuge werden noch viele Jahren lang mehr kosten als entsprechende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor", sagte Matthias Wissmann. Der Präsident des einflussreichen Lobbyverbands VDA bekräftigte deshalb seine Forderungen nach politischer Unterstützung bei der Einführung von Elektroautos in Deutschland. "Zu Beginn braucht der Markthochlauf aktive
Begleitung."

Finanzielle Vorteile für Käufer
Die deutsche Bundesregierung will den Verkauf von Elektroautos mit Steuervorteilen und weiteren Erleichterungen ankurbeln, beim Kauf der Wagen im Gegensatz zu anderen Ländern aber keinen Zuschuss zahlen. Erklärtes Ziel von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel ist es, bis 2020 eine Million mit Strom betriebene
Autos auf deutsche Straßen zu bringen.

Verbrennungsmotoren dominieren in den nächsten Jahren
Experten und Manager gehen jedoch davon aus, dass der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit weiter dominieren wird. Der Umsatzanteil von Elektro- und Hybridautos werde zum Ende des Jahrzehnts maximal bei fünf Prozent liegen, sagte Wissmann. "Wir rechnen 2020 mit einem Neuwagenanteil der elektrifizierten Fahrzeuge, die Strom tanken können, von fünf bis 15 Prozent", erklärte BMW-Vorstand Draeger. Sein Kollege Bohr vom weltgrößten Autozulieferer Bosch
erwartet einen "Strukturumbruch" frühestens zwischen 2020 und 2030.

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Zu teuer
Bohr warnt deshalb vor einem "E-Hype", zumal die Kosten für Stromfahrzeuge derzeit noch extrem hoch sind. "Ein E-Auto vergleichbar mit dem Polo für 30.000 bis 40.000 Euro ist in einem Nischenmarkt denkbar, aber nicht die Antwort für einen Massenmarkt." Bohr forderte die Hersteller deshalb auf, bei der Entwicklung von E-Autos stärker zusammenzuarbeiten: "Wenn wir die Stückzahlen verdoppeln, können wir die Kosten halbieren."

Langer Weg
Auch Volkswagen will künftig - wie bei herkömmlichen Fahrzeugen - einheitliche Teile in verschiedene Elektroautos einbauen. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg, räumte Rudolf Krebs ein, der im Wolfsburger Konzern für E-Mobilität zuständig ist. "Unsere heutigen Fahrzeuge lassen noch keine einheitlichen Batterien zu." Krebs geht zudem davon aus, dass die Hersteller beim Verkauf von Elektroautos weitere Zusatzangebote bieten müssen - etwa das Ausleihen von herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen, wenn die Kunden hin und wieder einen Wagen für eine längere Strecke brauchen.

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Offizielle Fotos vom Audi A2 concept

An der Front dominiert der typische Singleframe-Grill. Er wurde für den Elektroantrieb aber etwas abgewandelt. Die oberen zwei Drittel sind als geschlossene, klappbare Fläche ausgeführt, hinter ihr liegen der Ladeanschluss und der Kühlwasserstutzen. Der untere Bereich des Grills fungiert als Lufteinlass.

Die Seitenansicht wird von den ausgestellten Radhäusern, niedrigen Fensterflächen und einer früh absinkenden Dachlinie inklusive Heckspoiler geprägt.

Das Heck weist große Ähnlichkeiten zum Audi A1 auf.

Die Instrumententafel ist zweigeteilt. Ihr linker Bereich schließt den Arbeitsplatz des Fahrers halbkreisförmig ein.

Das Lenkrad ist oben und unten abgeflacht. Die beiden "Hörner" tragen berührungssensitive Flächen, über die sich die wichtigsten Funktionen steuern lassen – nur die Blinker- und Wischerfunktionen laufen noch über Lenkstockhebel.

Fotos vom neuen Opel Ampera

Vorne sind die in Form eines Bumerangs gestalteten Scheinwerfergehäuse besonders aufflällig.

Das Design des Hecks wurde sehr auf Windschlüpfrigkeit getrimmt.

In der Seitenansiche wirkt der Ampera dynamisch. Auf den ersten Blick vermutet hier vermutet niemand ein Elektroauto.

Unter der Motorhaube steckt neben dem E-Motor auch ein kleiner Benziner zur Reichweitenverlängerung. Der Verbrenner aktiviert sich immer dann, wenn der Ladezustand der Batterie ein definiertes Minimum erreicht hat. Dann startet der 86 PS starke 1,4-Liter-Benzinmotor automatisch und treibt den Generator zur Stromversorgung des Elektromotors an.

Das Interieur des Ampera soll das moderne Antriebskonzept offenbar widerspiegeln.

Die beiden interaktiven, hoch auflösenden Farbmonitore wirken jedenfalls futuristisch. Statt der üblichen Rundinstrumente gibt es hinter dem Lenkrad das Driver Information Center (DIC) mit einem konfigurierbaren Farbdisplay.

Neben seiner Reichweite überzeugt der Ampera auch beim Platzangebot. So reisen bis zu vier Passagiere in bequemen Einzelsitzen. Im Fond wird es für groß Gewachsene über dem Kopf zwar etwas eng, an der Beinfreiheit gibt es aber nichts auszusetzen.

Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 310 Litern zwar nicht gerade üppig, lässt sich dank der weit aufschwingenden Hekcklappe aber einfach beladen und via Umlegelehnen auf 1.005 Liter erweitern- nur die Ladekante fällt etwas hoch aus.

Eine Vollladung an der 230-Volt-Steckdose dauert vier Stunden. Zum Lieferumfang gehört ein sechs Meter langes Stromkabel samt Trommel, das im Kofferraum verstaut ist.

Die Vorderräder des Ampera werden rein elektrisch angetrieben. Eine 16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie versorgt den 150 PS starken Elektromotor (370 Nm) mit Energie.

Je nach Fahrweise, Streckenprofil und Außentemperatur lassen sich bei vollständig aufgeladener Batterie Distanzen zwischen 40 und 80 Kilometern rein batteriebetrieben zurücklegen.

Fotos vom neuen Renault Frendzy

Der Kombivan Frendzyist die vierte Renault-Studie im zukünftigen Markendesign.

Die neue Front kennen wir bereits von den drei anderen Studien. Auch beim Frendzy dominieren ein Lufteinlass, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht, schmale Leuchten und das prominente Markenemblem, das mittig auf dem Lufteinlass platziert ist.

Am Heck zieht eine indirekt beleuchtete Querspange bestimmt, die über die gesamte Fahrzeugbreite reicht, die Blicke auf sich.

Die Fahrerseite verzichtet auf die Mittelsäule und ist mit zwei gegenläufig öffnenden Türen ausgestattet.

Auf der rechten Fahrzeugseite verfügt das Auto über eine seitlich aufschwingende Tür für den Beifahrer und eine Schiebetür für die Fondpassagiere. Der Verzicht auf die B-Säule vergrößert darüber hinaus den Zugang zum Innenraum.

Die futuristisch gestaltete Armaturentafel soll an flüssiges Metall erinnern. Bei der Bedienung vertraut Renault auf den Tablet-Computer "Playbook" von Blackberry.

Die Sitze sind mit geflochtenem Leder bespannt.

Aufgelockert wird die kühle Atmosphäre von hellen Holzapplikationen und dem dunklen Holzboden.

Hinten geht es variabel zu. Hier lässt sich die Sitzbank vollständig im Fahrzeugboden versenken. Dadurch erhöht sich das Ladevolumen auf 2.250 Liter.