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Diesel & Super unter 90 Cent

Corona-Hammer: Das sind die billigsten Tankstellen

An diesen Zapfsäulen profitieren die heimischen Autofahrer am stärksten vom Ölpreisverfall.

Am Montag hat der Ölpreis einen Absturz erlebt, der seinesgleichen sucht. Wegen der Corona-Krise ist der Preis für US-Rohöl auf einen historischen Tiefstand gefallen. Der Preis für einen Kontrakt, der eine physische Öllieferung im Mai vorsieht, notierte erstmals seit Aufnahme des Future-Handels im Jahr 1983 im negativen Bereich - zuletzt bei minus 18,20 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das bedeutet, dass Käufer bei Abnahme Geld erhalten.

Diesel und Super unter 90 Cent

Ganz so weit ist es an den heimischen Tankstellen zwar noch nicht, dennoch macht sich der Preisverfall der letzten Wochen auch für heimische Autofahrer positiv bemerkbar. Der Liter Diesel und der Liter Super sind an den billigsten Tankstellen bereits für unter 90 Cent zu haben. Manche Anbieter verlangen für die beiden Treibstoffsorten den exakt gleichen Preis. An welchen Tankstellen Sie in Ihrem Bundesland aktuell (Stand: 21. April, 08:40 Uhr) am billigsten bekommen, sehen Sie in unserer Auflistung unten.

Großes Angebot, kaum Nachfrage

Der massive Einbruch des Rohölpreises zeigt, wie stark Angebot und Nachfrage derzeit am Ölmarkt auseinanderfallen. Andererseits handelt es sich um ein sehr spezielles Phänomen, bedingt durch den an diesem Dienstag verfallenden Mai-Terminkontrakt auf US-Öl. Bei solchen Verträgen verpflichtet sich der Verkäufer, eine festgelegte Menge einer Ware - in diesem Fall Öl - zu einem festen Preis und Termin zu liefern.

Aufgrund einer giftigen Mischung aus einer stark fallenden Nachfrage und einem viel zu hohen Angebot drohen in vielen Ländern die Lagerkapazitäten überschritten zu werden. Ölinvestoren wollen in jedem Fall vermeiden, auf fehlenden Lagerplatz zu stoßen.

>>>Nachlesen:  Aufpassen bei neuer Sprit-Kennzeichnung

Trump will gegensteuern

US-Präsident Donald Trump will den dramatischen Absturz des Erdölpreises dafür nutzen, die strategischen Ölreserven seines Landes aufzustocken. Seine Regierung wolle die Reserven um bis zu 75 Millionen Barrel erhöhen, sagte Trump am Montag während seines täglichen Briefings zur Coronakrise im Weißen Haus.

Diese Menge an Rohöl soll nach Angaben des Präsidenten jedoch nur aufgekauft werden, wenn der US-Kongress dem zustimmt - oder wenn die Regierung die Kosten durch die Vermietung von Lagerflächen in Bundeseinrichtungen kompensieren kann.

Die derzeitigen strategischen Ölreserven der USA belaufen sich auf 635 Million Barrel. Erlaubt sind Reserven von bis zu 713,5 Millionen Barrel. Ein Barrel entspricht 159 Litern. Die Reserven sind in vier unterirdischen Depots an der Meeresküste der US-Bundesstaaten Texas und Louisiana gelagert. Sie sind dafür gedacht, während Krisensituationen entstehende Versorgungslücken zu füllen.

Lager sind voll

Insbesondere in den USA drohen die Erdöllager, aus allen Nähten zu platzen. Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Infolgedessen fallen in der ölreichen Region Texas die gezahlten Abnahmepreise immer weiter. Mittlerweile geht sogar die Furcht um, dass vereinzelt bald negative Preise bei Rohölabnahme fällig werden, falls die Lagerkapazitäten noch weiter schrumpfen.

Die Coronavirus-Pandemie hat zu einer wegbrechenden Nachfrage nach Erdöl und damit zu einem Überangebot an dem Rohstoff geführt. Hinzu kam ein Preiskampf zwischen den Förderländern Russland und Saudi-Arabien.

Zwar einigten sich die wichtigsten Förderländer kürzlich auf eine Senkung der Produktion, um den Preis wieder nach oben zu bringen. Sie vereinbarten, im Mai und Juni fast zehn Millionen Barrel Öl weniger täglich zu produzieren. Die Maßnahme blieb aber wirkungslos. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 hatte der Ölpreis einen Höhepunkt von 114 Dollar pro Barrel erreicht.

Die billigsten Tankstellen

An welchen Tankstellen in jedem Bundesland Sie Diesel und Benzin aktuell (Stand: 21. April, 08:40 Uhr) am billigsten bekommen, sehen Sie hier:

Niederösterreich

  • Diesel: 0,899 Euro; Oldtimer Diskont-Automaten (3312 Oed)
  • Super: 0,899 Euro; Oldtimer Diskont-Automaten (3312 Oed), EMC Tankstelle (2751 Wöllersdorf)

Steiermark

  • Diesel: 0.898 Euro; SB Diskont (8570 Bärnbach und 8583 Edelschrott)
  • Super: 0.898 Euro; SB Diskont (8570 Bärnbach und 8583 Edelschrott)
     

Wien

  • Diesel: 0,899 Euro; Leodiskont (1170 Wien)
  • Super: 0,934 Euro: Turmöl (1120 Wien), Johanna Garage und Strohmeier jeweils im 5. Bezirk (1050)

Kärnten

  • Diesel: 0,957 Euro; Magistratstankstelle (9020 Klagenfurt)
  • Super: 0,955 Euro; Diskont Kaiser (8421 Schwarzautal)


Burgenland

  • Diesel: 0,939 Euro; Direct (2491 Neufeld an der Leitha)
  • Super: 0,967  Euro; Turmöl (7141 Podersdorf am See)
     

Oberösterreich

  • Diesel: 0.908 Euro: Tankstelle Wölfl (4974 Reichersberg und 4963 St. Peter am Hart)
  • Super: 0,919 Euro: Freie Tankstelle (4830 Hallstatt)


Vorarlberg

  • Diesel: 0,954 Euro: Diskont Tankstelle „Hofer Parkplatz“ (6842 Koblach)
  • Super: 0,964 Euro; Diskont Tankstelle „Hofer Parkplatz“ (6842 Koblach)

Salzburg

  • Diesel: 0,908 Euro; Tankstelle Wölfl (5071 Wals)
  • Super: 0,938 Euro: Tankstelle Nockstein (5023 Koppl)
     

Tirol

  • Diesel: 0,948 Euro; Tankstelle Inntaler (6330 Kufstein)
  • Super: 0,948 Euro; Tankstelle Inntaler (6330 Kufstein)

 

Erhöhung nur einmal am Tag

Da die  Spritpreisverordnung Ende 2019 verlängert  wurde, dürfen die heimischen Tankstellen den Spritpreis weiterhin nur einmal am Tag erhöhen – und zwar um 12:00 Uhr.

>>>Nachlesen:  Spritpreis-Regelung bleibt aufrecht

Preis-Quelle

ÖAMTC Tankstellenfinder; Stand: 21. April 2020, 08:40 Uhr