Bild: Daimler AG

Elektromobilität in Österreich

Einsatz von Elektroautos soll ausgebaut werden

Da der Verkehr laut Umweltminister Berlakovic für 25 Prozent der Treibhausgase verantwortlich ist, sollen mehr Elektroautos auf unsere Straßen kommen. Es bleiben jedoch viele Fragen offen.

Nach dem Verkehrsministerium und der Industrie haben nun auch das Umweltministerium und die Wirtschaftskammer eine Initiative zum verstärkten Einsatz von Elektroautos gestartet. Ziel sei es, 250.000 E-Fahrzeuge bis zum Jahr 2020 auf die Straßen zu bringen.

Große Pläne
Derzeit gibt es gerade mal knapp 200 E-Autos. Die Industrie hatte zuletzt von gut 100.000 Elektrofahrzeugen bis 2020 gesprochen. Umweltminister Niki Berlakovich (V) hat heute gemeinsam mit der Kammer ein entsprechendes "10 Punkte-Aktionsprogramm" präsentiert. Wie hoch die Fördermittel sein werden und wie die nötige Infrastruktur konkret geschaffen werden soll, blieb aber offen. Zielgruppe des Programms sind Städte, Gemeinden und Unternehmen.
 

Eigene Initiative des Umweltministers
Dass das Umweltministerium nun eine eigene Initiative präsentiert und dies nicht schon gemeinsam mit dem Verkehrsministerium getan hat, begründete Berlakovich mit den unterschiedlichen Aufgaben. Bei dem Projekt des Verkehrsressorts sei es eher um den Forschungs- und Entwicklungsbereich gegangen, während das heute präsentierte Aktionsprogramm auf die praktische Umsetzung abziele.

Sollte das Ziel von 250.000 Fahrzeugen erreicht werden, dann würde der Stromverbrauch österreichweit um rund 2 Prozent steigen, schätzt Verbund-Vorstandsvorsitzender  Wolfgang Anzengruber. Auf die Frage, woher dieses Mehr an Strom kommen soll, verwies er auf eine bessere Ausnutzung des bestehenden Netzes.

Berlakovich betonte am Dienstag vor Journalisten, dass der Verkehr für ein Viertel der Treibhausgase verantwortlich sei, es bestehe daher dringender Handlungsbedarf. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer, assistierte und sprach von einer "Mammutaufgabe". So müssten die derzeit vorhandenen 12.000 Steckplätze auf 570.000 ausgebaut werden. 

Stromquelle entscheidend
Ob ein E-Auto wirklich umweltfreundlich ist, hängt laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) von der Stromquelle ab. "Kommt der Strom von Kohlekraftwerken, dann ist die CO2-Bilanz ähnlich schlecht wie die von Fahrzeugen, die mit Benzin oder Diesel fahren", hieß es. Allerdings habe Österreich aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energieträger gute Voraussetzungen für eine saubere Elektromobilität. Großes Potenzial sieht der VCÖ bei E-Mopeds. Im Jahr 2009 wurden mit 1.053 bereits doppelt so viele Elektromopeds neu zugelassen wie im Jahr 2008.