Crashtest: China-Auto schafft Bestnote

Qoros holt 5 Sterne

Crashtest: China-Auto schafft Bestnote

Bisher hatten chinesische Autos bei solchen Tests schlecht abgeschnitten.

Als erster chinesischer Autobauer hat der Hersteller Qoros bei einem europäischen Crashtest die Höchstnote geschafft. Beim EuroNCAP-Crashtest bekam die Limousine Qoros 3 Sedan die maximal möglichen fünf Punkte, wie die Organisation vor kurzem in Brüssel mitteilte. Dies sei ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu früheren Test von Autos aus chinesischer Produktion, hieß es.

Fotos vom Qoros Kombi und Crossover

Diashow: Fotos vom Qoros Kombi und Crossover

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    Jiangling
    und Brilliance versagten
    2005 etwa war der Geländewagen Landwind des chinesischen Autobauers Jiangling spektakulär an den Sicherheitstests gescheitert . Knapp zwei Jahre später fiel der Hersteller Brilliance mit seinem Modell BS6 ähnlich glatt durch. Im EuroNCAP-Crashtest bekam das Auto nur einen von fünf Punkten.

    "Bahnbrechendes Ergebnis"

    Qoros sprach in einer Reaktion von einem "bahnbrechenden" Ergebnis. Das Unternehmen habe seit Jahren daraufhin gearbeitet. In der Disziplin "Erwachsenensicherheit" bekam der Qoros 95 von 100 Prozent. Die Kindersicherheit wurde mit 87 Prozent bewertet. Bei der Fußgängersicherheit erreichte die China-Limousine ein Teilergebnis von 77 Prozent (28 von 36 Punkten). "Eines der besten Resultate, das in dieser Diszilin je erreicht wurde", kommentiert Max Lang, Cheftechniker des Euro NCAP-Mitglieds ÖAMTC.

    Der chinesische Autobauer strebt auf den europäischen Markt - noch dieses Jahr sollen die ersten Autos in Osteuropa verkauft werden. Spätestens 2015 soll dann früheren Angaben zufolge der deutsche und der österreichische Markt in Angriff genommen werden. Die Preise sollen deutlich unter denen europäischer Vergleichswagen liegen. Qoros produziert in China, wo die Lohnkosten niedriger sind, die Modelle werden dann nach Europa verschifft.

    Europäer geben bei Qoros den Ton an

    Wichtige Qoros-Führungskräfte kamen, wie berichtet, von europäischen Autobauern. Der stellvertretende Vorstandschef Volker Steinwascher zum Beispiel war vorher Top-Manager im US-Geschäft von VW, Chef-Designer Gert-Volker Hildebrand war früher Mini-Designer.

    Bisher waren die Versuche chinesischer Autobauer, in Europa Fuß zu fassen, gescheitert. Dagegen sind gerade deutsche Autobauer wie VW, Daimler und BMW in China stark vertreten.

    Chinas Autoindustrie sollte nicht unterschätzt werden

    Erst vor kurzem aber hatte der Chef des deutschen Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, gesagt, die Chinesen zu unterschätzen sei ein großer Fehler. "Noch konzentrieren sich die chinesischen Marken auf ihren stark wachsenden Heimatmarkt. Doch wir rechnen damit, dass sie in einigen Jahren auch den Export hochfahren werden, nicht nur in Schwellenländer", sagte Wissmann der "Börsen-Zeitung".