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Fallende Autopreise

Preise für Neuwagen sinken wieder

In Österreich gingen die Preise für Neuwagen um 2,4 Prozent zurück. Der durchschnittlicher Rückgang aller 27 EU-Staaten liegt bei 0,6 Prozent.

Die Autopreise in der EU sind 2009 real leicht um 0,6 Prozent gesunken. Für Österreich wurde sogar ein Minus von 2,4 Prozent ausgewiesen. Gleichzeitig gab es eine Annäherung innerhalb des EU-Binnenmarkts, erklärte die Kommission am Freitag in Brüssel. Allerdings wurde ein Preisanstieg bei Reparatur- und Wartungsdiensten sowie bei Ersatzteilen verzeichnet.

 
Ursachen
Die relativ stabilen Pkw-Preise, die 2009 zu verzeichnen waren, sind laut Kommission stark auf die Anreize für den Pkw-Kauf zurückzuführen, mit denen in vielen Ländern die Auswirkungen der Rezession abgeschwächt werden sollten. "Es ist erfreulich, dass die Verbraucher in Europa auch weiterhin von einem starken Wettbewerb auf den Automobilmärkten profitieren. Gleichzeitig finde ich es bedenklich, dass die Preise für Reparaturen und Ersatzteile während der Wirtschaftskrise weiter gestiegen sind. Es war somit die richtige Entscheidung, den Wettbewerb auf dem Anschlussmarkt zu stärken. Dies sollte den Weg zu effizienteren Dienstleistungen ebnen, die den europäischen Verbrauchern zugutekommen", erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.
 

Der EU-Preisindex für Pkw (der die von den Kunden gezahlten nominalen Preise einschließlich Rabatten, Mehrwertsteuer und Anmeldegebühren widerspiegelt) stieg um 1,1 Prozent, während die Verbraucherpreise insgesamt um 1,7 Prozent emporgingen,  woraus sich ein Rückgang der realen Pkw-Preise von 0,6 Prozent ergibt. Gemessen in der jeweiligen Landeswährung fielen die realen Verbraucherpreise für Pkw 2009 in 24 der 27 EU-Staaten. In den Niederlanden waren die Preise stabil, während sie im Vereinigten Königreich und Schweden um 7,7 Prozent bzw. 2,7 Prozent stiegen.
 

Oststaaten mit größten Rückgängen

Der Rückgang bei den realen Preisen war vor allem in Slowenien (-13,4), Litauen (-11,1), der Slowakei (-11,0), Rumänien (-10,1), Tschechien (-9,4), Malta (-9,2) und Bulgarien (-9,1) zu verzeichnen. Er ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die meisten neuen Mitgliedstaaten 2009 stärker von der Wirtschaftskrise getroffen wurden als die EU als Ganzes. Auf den großen Märkten gingen die realen Preise am spürbarsten in Spanien zurück (-4,7). Österreich verzeichnete einen realen Preisrückgang bei Autos von 2,4 Prozent. Hingegen fiel die Preissenkung in Italien, Deutschland und Frankreich gemäßigter aus (-1,1, -1,0 bzw. -0,6).

 Annäherung innerhalb des EU-Binnenmarkts
Die auf den Herstellerpreislisten basierenden Preisdifferenzen zwischen den Mitgliedstaaten verkleinerten sich 2009 beträchtlich. Im Durchschnitt ging die Standardabweichung von 9,8 auf 8,5 Prozent zurück, außer in der Eurozone, wo sie leicht von 6,0 auf 6,5 Prozent anstieg. Dies ist hauptsächlich auf die größere Nachfrage bei Kleinwagen zurückzuführen, die durch großzügige Verschrottungsprämien in einigen Ländern ausgelöst wurde.
 

Neuzulassungen

Die Pkw-Neuzulassungen nahmen im zweiten Halbjahr 2009 zu, was in erster Linie durch die in einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten eingeführten Verschrottungsprämien ausgelöst wurde. 2009 wurden insgesamt 14,4 Mio. neue Pkw angemeldet. Dies war jedoch nicht ausreichend, um einen Rückgang des Absatzes von 1,6 Prozent gegenüber 2008 und von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorkrisenjahr 2007 zu