Hacker stoppen 110 km/h schnellen Jeep

Aus der Ferne!

Hacker stoppen 110 km/h schnellen Jeep

Angreifer konnten auch Audiosystem und Klimaanlage steuern.

Hacker haben in letzter Zeit häufiger für echte Schreckensszenarien gesorgt. So wurde etwa bekannt, dass sie Flugzeuge zum Absturz bringen könnten, oder sich Zugriff auf medizinische Geräte verschaffen, und so sogar Menschen töten könnten . Den Anfang dieser für viele Menschen Horror-Vorstellungen machten vor rund zwei Jahren die beiden IT-Experten Charlie Miller und Chris Vasalek. Sie setzten sich damals auf die Rückbank eines Toyota Prius und übernahmen dessen Kontrolle, ohne dass sich der Fahrer dagegen wehren konnte. Doch nun legten sie noch einmal gehörig nach.

Zugriff aus 15 km Entfernung
Dieses Mal haben sie nämlich erneut ein Auto gekapert. Jedoch nicht vom Fond aus, sondern 15 Kilometer vom Fahrzeug entfernte! Am Steuer des Jeep Cherokee saß der IT-Journalist Andy Greenberg, der für den Tech-Blog "Wired" schreibt. Dieser schilderte die Szenen in einem ausführlichen Bericht. Die Hacker verschafften sich über das Multimedia-System, das stets online ist, Zugang zur Steuerungssoftware des Kompakt-SUVs. Und dann nahm der Spuk seinen Lauf. Zunächst veränderten Miller und Valasek die Temperatur der Klimaanlage und begannen die Lautstärke des Radios zu verändern. Greenberg kam sich vor, als würde es im Auto spuken. Denn er nahm die Hände nicht vom Lenkrad. Plötzlich schalteten sich auch noch die Scheibenwischer und deren Waschvorrichtung ein.

Völlige Kontrolle übernommen
Richtig „spannend“ wurde es aber erst, als die Hacker auch Bremse und Gaspedal übernahmen. Denn so bekamen sie die Kontrolle über den Jeep. Und das nutzten sie aus. Greenberg fuhr mit 70 Meilen (ca. 110 km/h)auf der Autobahn. Und ohne sein Zutun konnten Miller und Valasek den Wagen zum Stillstand bringen – mitten unter der Fahrt. Als kleines Andenken schickten die Hacker auch noch ein Foto von sich in den Jeep, das dann am großen Display eingeblendet wurde. Obwohl der IT-Journalist natürlich eingeweiht war, löste die Aktion bei ihm einen großen Stress aus. Genau das war auch das Ziel der beiden IT-Experten. Sie wollen mit der Aktion darauf hinweisen, dass viele Autobauer mit der Sicherheitsstandards bei ihren Online-Systemen viel zu locker umgehen.

Lücke geschlossen
Chrysler hat diese Lücke mittlerweile geschlossen und alle Besitzer aufgefordert, die Software so schnell wie möglich in einer Werkstatt aktualisieren zu lassen. Europäische Versionen des Cherokee sollen übrigens nicht betroffen sein.