Heimische VW-Fahrer sollen 5.000 € bekommen

Diesel-Skandal

Heimische VW-Fahrer sollen 5.000 € bekommen

Rechtsdienstleister financialright kämpft nun auch für heimische Kunden.

In Österreich bereitet nun ein weiterer Prozessfinanzierer eine Sammelklage wegen des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte vor. Über das Online-Portfal my-right.at sucht der deutsche Rechtsdienstleister financialright nun auch bei uns VW-Kunden, um mit einer Klage oder einem Deal mit dem Autobauer bis zu 5.000 Euro pro Fall herauszuholen.

5.000 Euro Schadenersatz

Der Rechtsdienstleister übernimmt die Kosten, im Erfolgsfall würde er aber ein Drittel des erstrittenen Betrages als Provision einbehalten, berichtete der "Standard" am Donnerstag. Die financialright GmbH, die in Hamburg ansässige Mutter von myRight, die im deutschen Firmenbuch unter der Branche Inkassobüro geführt wird, bereitet im Nachbarland schon länger eine Sammelklage vor, Ende August hatte das "WirtschaftsBlatt" darüber berichtet. Damals hieß es, es gebe schon 100.000 Registrierungen für die Causa, das wären fünf Prozent der in der D-A-CH-Region registrierten betroffenen VW-Besitzer - man peile 400.000 Registrierungen an. Ziel seien je 5.000 Euro Schadenersatz bei 30 Prozent Provision.

In Österreich beschäftigt der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte wie berichtet auch die Justiz: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WSKtA) ermittelt seit Jänner gegen unbekannte Täter wegen Betrugsverdachts. Diesem Verfahren haben sich nach letztem Stand schon 3.700 mutmaßlich geschädigte Autofahrer angeschlossen, so der "Standard"; Mitte September waren es 3.000.

Verjährung wird gehemmt

Ein solcher Privatbeteiligtenanschluss ist noch weiter möglich. Durch diesen wird die Verjährung etwaiger Schadenersatzansprüche gehemmt. Wer den Anschluss über den Verein für Konsumenteninformation (VKI) machen will, zahlt dafür 90 Euro. Dafür hat der VKI eine Anzeige gegen VW-Manager eingebracht. Vorteil einer Beteiligung wäre, dass die Richter den Kunden auch Schadenersatz zusprechen könnten, käme es tatsächlich zu einem strafrechtlichen Verfahren und zu einem Schuldspruch, so VKI-Juristin Ulrike Wolf.

Gleichzeitig peilen die VKI-Konsumentenschützer wie mehrfach berichtet auch eine Vergleichslösung über die Stiftung Car Claim in den Niederlanden an. Auch hier ist eine kostenlose Beteiligung noch möglich. Gefordert werden ebenfalls rund 5.000 Euro je Auto. VW zeigte sich dazu bisher nicht gesprächsbereit.