Infiniti gelingt der "Wunder-Motor"

Mit variabler Verdichtung

Infiniti gelingt der "Wunder-Motor"

Nissan-Tochter hat bei der Technologie offenbar den Durchbruch geschafft.

Am Bau von Motoren mit variabler Verdichtung haben sich schon viele Konzerne versucht. Bisher blieben die enormen Anstrengungen und hohen finanziellen Aufwendungen aber stets erfolglos. Doch nun scheinen japanische Ingenieure den Traum von vielen Motorenentwicklern verwirklicht zu haben. Infiniti zeigt nämlich anlässlich der Paris Motor Show 2016 (Publikumstage ab 1. Oktober) den weltweit ersten serienreifen Motor mit variablem Verdichtungsverhältnis. Das Wunder-Triebwerk hört auf die Abkürzung VC-T (Variable Compression-Turbocharged) und wird wohl im neuen Kompakt-SUV QX50 (Foto oben zeigt eine seriennahe Studie ) erstmals zum Einsatz kommen.

"Revolutionären Schritt"

Laut Roland Krüger, Präsident der noblen Nissan -Tochter, stellt der turboaufgeladene Vierzylinder-Benzinmotor „einen revolutionären Schritt zu mehr Effizienz von Verbrennungsmotoren dar. Dieser technologische Durchbruch erlaubt zugleich, die Power eines 2-Liter-Hochleistungs-Triebwerks mit dieser hohen Effizienz zu verbinden."

Video zum Thema: Nissans Wundermotor
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Variables Verdichtungsverhältnis

Der Motor bleibt nicht auf ein starr über den gesamten Drehzahlbereich unverändertes Verdichtungsverhältnis festgelegt. VC-T kann den oberen Totpunkt des Kolbenhubs stufenlos anpassen - so ändern sich der Hubraum und das entsprechende Verdichtungsverhältnis variabel. Das Verdichtungsverhältnis reicht von 8:1 (für hohe Leistung) bis 14:1 (für hohe Effizienz). Die Steuergeräte nehmen die entsprechenden Anpassungen laufend und in Abhängigkeit der jeweiligen Fahr- und Lastsituation in Sekundenbruchteilen vor. Das dürfte den Benziner mindestens in den Wirkungsgradbereich eines modernen Diesels bringen. Zudem wird durch die Technolgie die Abgasreinigung einfacher.

Zahlreiche Vorteile

Eine variable Verdichtung bringt gleich eine ganze Reihe an Vorteilen. Im Vordergrund stehen dabei der deutlich geringere Praxisverbrauch und die damit verbundenen verringerten Emissionen. Darüber hinaus soll das VC-T-Triebwerk für eine niedrigere Geräuschkulisse und extrem geringe Vibrationen sorgen. Zudem baue der "Wunder"-Motor laut Krüger leichter und kompakter als ein vergleichbarer, konventioneller Motor.

© Infiniti
So sieht der serienreifen VC-T-Motor mit variabler Verdichtung aus.

Motor ohne Nockenwelle

Zuletzt sorgte Qoros mit einem Motor, der ohne Nockenwelle und Zahnriemen auskommt , für Furore. Auch hier soll es bald zu einem Serieneinsatz kommen.