Ionity forciert Ausbau seines Schnellladenetzes

E-Auto-Ladesäulen mit 350 kW

Ionity forciert Ausbau seines Schnellladenetzes

Bis zum Jahr 2025 soll es 7.000 Elektroauto-Ladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW geben.

Ionity, Ladenetzbetreiber der Autokonzerne für Elektroautos in Europa, hat einen neuen Investor gewonnen und bekommt mehr Geld zum Ausbau seines Angebots. Der weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock werde Anteilseigner, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zusammen mit den bisherigen Beteiligten - den Automobilherstellern  AudiBMWDaimler,   FordHyundai / Kia  und  Porsche  - werde Blackrock 700 Millionen Euro investieren.

7.000 Ladepunkte bis 2025 

Wie sich die Summe aufschlüsselt, wurde nicht bekannt. Insidern zufolge steuert der US-Investor aber den größten Teil der Summe bei. Die Zahl der Schnell-Ladestationen soll  von 400  in zwei Dutzend europäischen Ländern auf mehr als 1.000 mit rund 7.000 Ladepunkten bis 2025 steigen.

Ionity bietet  Schnell-Ladestationen mit bis zu 350 Kilowattstunden (kW) Ladeleistung , ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, an. Bisher ist die vor vier Jahren gegründete Gemeinschaftsfirma auf Standorte an wichtigen Autobahnen und Schnellstraßen in Europa beschränkt. Künftig will der markenübergreifende Anbieter auch an viel befahrenen Verbindungsstraßen zu Großstädten seine Säulen aufbauen. Außerdem wolle Ionity Flächen für eigene Standorte mit Ladeparks unter dem Markenzeichen des Rotmilans, ein Greifvogel, erwerben.

Schwerpunkt bleibt in Europa

Der Ladestellen-Betreiber unterstütze mit seiner Infrastruktur die Energiewende und passe daher gut zum Investmentschwerpunkt erneuerbare Energien, erklärte Blackrock-Manager David Giordano. "Ionity hat sich wirklich von anderen abgehoben, was den Reifegrad des Geschäfts und den Erfahrungsschatz der bestehenden Partnerschaften betrifft", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Der Einstieg von Blackrock zeige, wie attraktiv Ionity und allgemein das Feld der E-Mobilität für Investoren sei, sagte Ionity-Chef Michael Hajesch. Die Firma werde sich weiter auf Europa fokussieren.

Zentraler Baustein der E-Mobilität

Der  Aufbau der Ladeinfrastruktur  ist eine wichtige Voraussetzung für den Umschwung zu Elektromobilität. Mit ihrer Ladestellengesellschaft leisten die Autokonzerne und Blackrock einen kleinen Beitrag, gemessen am Bedarf öffentlicher Ladepunkten. Nach Schätzung des europäischen Automobilverbandes ACEA beläuft dieser sich bis 2030 auf sechs Millionen Stecker, wenn in der EU mit dem Umstieg auf E-Autos die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen um die Hälfte sinken und entsprechend viele E-Autos auf die Straße sollen. Derzeit sind es knapp 225.000, vor allem in Westeuropa. Mit Stromtankstellen wollen auch Mineralölkonzerne und Energieversorger Geld verdienen. Gewinn erwirtschaftet Ionity unterdessen noch nicht, wie Hajesch sagte. "Wir brauchen noch etwas Zeit, um profitabel zu werden, aber wir sind on track."