Tesla-Rekord verblüfft den deutschen "Autopapst"

Dudenhöffer schwer beeindruckt

Tesla-Rekord verblüfft den deutschen "Autopapst"

Ferdinand Dudenhöffer zeigt sich vom jüngsten Coup des US-Elektroautobauers schwer beeindruckt.

Die globale Chipkrise und Lieferprobleme haben die meisten Autobauer in den vergangenen Monaten arg gebeutelt. Die  Verkaufszahlen sind zuletzt massiv eingebrochen . Es gibt jedoch eine Ausnahme:  Tesla . Der US-Elektroautobauer hat im dritten Quartal so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Vierteljahr und damit einen echten Coup gelandet. In den drei Monaten bis Ende September stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 389 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro), wie der Konzern von  Elon Musk  am Mittwoch (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz wuchs um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Dollar.

"Autopapst" beeindruckt

Von diesen Zahlen zeigte sich selbst der deutsche "Autopapst"  Ferdinand Dudenhöffer  schwer beeindruckt. Kein Wunder, schließlich weist der Geschäftsbericht bereits den dritten Rekord-Quartalsgewinn in Serie aus. "Tesla strotzt vor Kraft und Grünheide ist noch nicht mal angelaufen", so der Branchenkenner. Während Teslas Gewinnspannen zuletzt stiegen, sank erneut die Bedeutung von Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern. Im jüngsten Vierteljahr setzte Tesla damit "nur" noch 279 Millionen Dollar um, in den Vorquartalen waren diese Erlöse wesentlich höher gewesen. 

Deutsches Werk im (aktualisierten) Zeitplan

Der Bau von Teslas europäischer Autofabrik in Grünheide bei Berlin,  die bei VW bereits die Alarmglocken läuten lässt , geht dem Unternehmen nach wie geplant voran. "Wir rechnen damit, die abschließenden Genehmigungen vor dem Ende dieses Jahres zu erhalten", hieß es im Quartalsbericht. Eigentlich wollte Tesla schon im Juli mit der Produktion in Brandenburg beginnen, doch bürokratische Unstimmigkeiten verzögerten den Zeitplan. Tesla geht aber weiter davon aus, dass  vor Jahresende die ersten Model Y vom Band rollen .

Vorstand stolz, aber mit Warnung

"Insgesamt bin ich sehr stolz darauf, was das Team erreicht hat", sagte Tesla-Vorstand Zach Kirkhorn bei einer Telefonkonferenz nach Vorlage des Geschäftsberichts. Sowohl in Grünheide als auch im texanischen Austin, wo ein weiteres Tesla-Werk im Bau ist, nähere man sich dem Produktionsstart. Allerdings warnte der Top-Manager, dass noch große Herausforderungen bevorstünden und die Massenfertigung stark von der derzeit schwierigen Versorgung mit Bauteilen abhänge.

Erwartungen deutlich übertroffen

Die Quartalszahlen des E-Auto-Pioniers übertrafen die Erwartungen der meisten Analysten deutlich. Anleger reagierten dennoch verhalten, die Aktie geriet nachbörslich sogar leicht ins Minus. Obwohl die Autobranche insgesamt seit Monaten schon unter dem Halbleiter-Mangel, Container-Knappheit sowie Staus an Seehäfen und anderen Engpässen in den Lieferketten ächzt, steckte Tesla die Belastungen bisher relativ gut weg. Im dritten Quartal brachte das Unternehmen  241.391 Fahrzeuge an seine Kundschaft , rund 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.