Toyota, Nissan und GM kämpfen mit Rückrufen.

Neuerliche Probleme wegen Rückrufen

Toyota, Nissan und GM kämpfen mit Rückrufen.

 Die Mängel bei Toyota sollen noch mehr Todesopfer gefordert haben. Des Weiteren muss GM 1,3 Mio. Autos zurückrufen und 540.000 Nissan Kunden müssen ebenfalls wegen Defekten in die Werkstätten.

Die gefährlichen Defekte bei Toyota sollen noch mehr Menschenleben gekostet haben als bisher bekannt. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt mittlerweile 58 Todesopfer mit dem ungewollten Beschleunigen in Verbindung. Bisher war von 34 Toten die Rede. "Wir alle wissen, dass etwas schrecklich schiefgelaufen ist", sagte Senator Jay Rockefeller am Dienstag in der dritten und vorerst letzten Anhörung zum Thema Toyota vor dem US-Kongress. "Sicherheit spielte eine untergeordnete Rolle. Das Gewinnstreben steuerte die Entscheidungen des Unternehmens." 

Der Ausschussvorsitzende warf der Verkehrssicherheitsbehörde vor, versagt zu haben, indem sie lange tatenlos blieb. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sammelt Beschwerden von Autofahrern. Seitdem Toyotas Rückrufwelle für viel Aufmerksamkeit sorgt, ist auch die Zahl der Eingaben sprunghaft angestiegen. Bislang konnten Gutachter jedoch nur bei wenigen Unfällen zweifelsfrei klären, dass sie tatsächlich auf Konstruktionsmängel zurückgehen.
 

Die Aufzeichnungen über Unfälle mit Toyota-Autos reichen bis ins Jahr 2000 zurück. Ab 2002, so führte Rockefeller aus, hätten sich die Beschwerden "zu Tausenden" gehäuft. "Ich verstehe nicht, warum Sie nicht früher reagiert haben", klagte er die Toyota-Manager an. Weltweit hat Toyota 8,5 Millionen Autos wegen diverser Defekte zurückgerufen, die ersten Wagen kamen Ende 2009 in die Werkstätten. Der US-Markt ist besonders stark betroffen. Im Januar und Februar musste Toyota hier einen deutlichen Rückgang der Verkäufe hinnehmen. "Der Verlust an Vertrauen ist teurer als alles andere für Toyota", sagte Nordamerika-Chef Yoshimi Inaba.
 

Dass eine fehlerhafte Elektronik der Grund für das ungewollte Beschleunigen bei manchen Fahrzeugen ist, schloss Toyotas Chefkonstrukteur Takeshi Uchiyamada abermals aus. Das elektronische Gaspedal sei Standard in der Industrie und auch ausführliche Tests hätten keine Schwierigkeiten ergeben. Er macht stattdessen rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale für die Unfälle verantwortlich. Viele Abgeordnete und Experten halten das für Augenwischerei. US-Verkehrsminister Ray LaHood versprach eine Untersuchung.
 

Senator Daniel Inouye nahm Toyota in Schutz. Auch die anderen Autohersteller hätten mit Defekten zu kämpfen. "Es ist kein Toyota-Problem, es ist ein Industrieproblem." 

Nun ruft auch Nissan tausende Autos zurück
Nach den Problemen beim Konkurrenten hat auch der japanische Autobauer Nissan eine weltweite Rückrufaktion angekündigt. Wegen Bremsproblemen und defekten Treibstoffanzeigen würden weltweit rund 540.000 Fahrzeuge zurückgerufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Betroffen seien vor allem die USA. 

Von dem Bremsendefekt seien knapp 205.000 Autos der Modelle Titan, Armada, Quest und Infiniti QX56 betroffen.  Der Defekt der Füllstandanzeigen betreffe gut 472.000 Autos der Modelle Titan, Armada, Infiniti QX56 sowie Frontier, Pathfinder und Xterra; teilweise wiesen die Fahrzeuge beide Probleme auf. Bisher gebe es keine Hinweise auf mögliche Unfälle, die auf die Mängel zurückzuführen seien, hieß es in einer Erklärung.
 

Toyota hatte wegen Problemen mit dem Gaspedal und den Bremsen weltweit rund 8,7 Millionen Fahrzeugen zurückrufen müssen, viele davon in den USA.

Auch GM muss 1,3 Millionen Autos zurückrufen
Weiters kämpft nun auch General Motors mit technischen Defekten an seinen Autos. Der größte US-Autobauer ruft 1,3 Millionen Wagen der Marken Chevrolet und Pontiac wegen Problemen mit der Servolenkung in die Werkstätten. Die Lenkunterstützung droht auszufallen, dadurch wird das Steuern insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich schwerer. Bisher sei es deswegen zu 14 Unfällen mit einem Verletzten gekommenen, teilte GM in der Nacht zu Dienstag mit. Betroffen sind nur Modelle in den USA, Kanada und Mexiko.
 

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit hatte bereits Anfang Februar mitgeteilt, mögliche Defekte zu untersuchen. Die Beschwerden von Kunden hatten sich in den Monaten zuvor gehäuft. In mehr als 1.100 bekannten Fällen setzte die Lenkunterstützung aus. Betroffen ist vor allem der Kompaktwagen Chevrolet Cobalt. Auch mehrere Modelle der inzwischen eingestellten Marke Pontiac müssen repariert werden. Die fehlerhaften Autos liefen zwischen 2005 und 2010 vom Band.
Auch bei Toyota steht die Lenkunterstützung bei rund einer halben Million Corolla-Kompaktwagen im Verdacht, zeitweise auszufallen. Fahrer in den USA hatten berichtet, dass sie dass Gefühl gehabt hätten, die Kontrolle über den Wagen zu verlieren. Bisher hat Toyota aber die Ursache des Problems noch nicht identifizieren können. 

GM seinerseits hatte die Verkehrssicherheitsbehörde am Montag über den anstehenden Rückruf informiert. Die betroffenen Autobesitzer würden informiert, sobald die Planungen abgeschlossen seien, hieß es. Die Wagen könnten bis dahin trotz des Defekts "sicher kontrolliert" werden, beruhigte GM. Sobald die Lenkunterstützung aussetze, gehe eine Warnlampe an. Das Problem betreffe vor allem ältere Autos.
 

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