Robotaxis bieten in Städten wie Wien keinen Vorteil

In New York hingegen schon

Robotaxis bieten in Städten wie Wien keinen Vorteil

Laut einer aktuellen Studie profitieren nicht alle Städte gleichermaßen von autonom fahrenden Taxis.

Nicht alle Arten von Städten werden laut einer Studie gleichermaßen von Robotaxis profitieren. Für mittelgroße Städte wie Wien, Berlin oder München seien die Mikromobilität mit E-Bikes und Elektro-Tretrollern sowie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die effizientere Lösung, ergab eine Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und der Universität St. Gallen.

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Erhebliche Auswirkungen

In dicht gedrängten Megacities wie New York oder Shanghai versprächen dagegen autonome Robo-Shuttles für bis zu 15 Personen den größten Effekt. Den Studienautoren zufolge stehen die Städte vor einem Verkehrskollaps. Ohne Gegenmaßnahmen würde der globale Verkehr in den nächsten 15 Jahren ungefähr um sechs, der für Pkw genutzte Parkraum um etwa acht Prozent steigen.

Die Auswirkungen der neuen Mobilitätskonzepte wären nach Einschätzung der Experten erheblich. Die Menschen in München könnten nutzbare Flächen in der Größenordnung eines halben Englischen Gartens gewinnen, Berliner könnten ihre jährlichen Transportausgaben um rund 1,5 Milliarden Euro reduzieren. In New York könnten durch Parkplätze belegte Flächen in sechsfacher Größe des Central Parks frei werden.

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Situation in Wien

Für Wien errechnete Boston Consulting, dass durch die Umwidmung von öffentlichen Parkplätzen 32 zusätzliche Stadtparks gewonnen werden könnten. Mit der Abkehr von privaten Fahrzeugen hin zu öffentlichen Angeboten oder dem Einsatz von Mikro-Mobilitätslösungen wie E-Scootern könnten die Wiener bei konsequenter Umsetzung 900 Millionen Euro bei den jährlichen Haushaltsausgaben für Mobilität sparen, hieß es vom BCG-Büro in Wien. An der Studie war mit Nikolaus Lang ein gebürtiger Österreicher beteiligt. Er leitet von München aus das weltweite Center of Mobility Innovation bei BCG.

Die Experten von BCG untersuchten gemeinsam mit Mobilitätsforschern der Universität St. Gallen die Verkehrsmuster in Städten und simulierten Milliarden von Fahrten mit verschiedenen Beförderungsformen. Sie gehen davon aus, dass die Ausbreitung selbstfahrender Autos auch zwei Jahrzehnte dauern kann - plädieren aber dafür, dass Städte sich frühzeitig darauf einstellen.

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Gilt auch für kleinere Robo-Pods

So sollten die Behörden in Städten wie New York Anreize für die Einführung von Robo-Shuttles statt der weniger effizienten Robotaxis für bis zu fünf Personen oder Robo-Pods für zwei Insassen schaffen. Die Robo-Pods würden zunächst in allen Arten von Städten die Verkehrsbelastung noch vergrößern, ergab die Ende der Woche veröffentlichte Analyse.

Deutsche Großstädte wie Berlin ordnete die Studie in der Kategorie "kompaktes Mittelgewicht" ein. Hier müssten die Planer zuallererst dafür sorgen, dass weniger Autos in den Zentren unterwegs seien, argumentierten die Forscher. Da es viele kurze Fahrten auf der sogenannten letzten Meile gebe, sei Mikromobilität die effizienteste Lösung.

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