Saab steht haarscharf vor dem Aus

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Saab steht haarscharf vor dem Aus

Antrag auf Ende der Sanierung - Management kämpft dennoch weiter.

Der endlos scheinende Kampf gegen das Aus beim Autohersteller Saab geht in eine neue und wahrscheinlich in die letzte Runde. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch in Trollhättan mitteilte, hat der von einem Gericht eingesetzte Zwangsverwalter Guy Lofalk den Abbruch des bisher freiwilligen Sanierungsverfahrens mit Gläubigerschutz beantragt. Das Management um den bisherigen Eigner Victor Muller will weiter um ein Überleben mit Hilfe des chinesischen Autokonzerns Youngman kämpfen.

GM legt sich quer
Lofalk hatte seit Anfang der Woche öffentlich erklärt, dass er das "Ende des Weges" für erreicht halte, weil Saab über keine Mittel verfüge und es keine realistische Aussicht auf einen baldigen Neustart der Produktion gebe. Am Dienstag verweigerte der US-Konzern General Motors (GM) als früherer Saab-Eigner erneut die dringend benötigten Lizenzen für den Neustart der Produktion mit Youngman als neuem Teileigner (wir berichteten).

Neue Lösung wird gesucht
Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs sagte zur Aufgabe des Zwangsverwalters Lofalk gegen den erklärten Willen des Saab-Managements: "Er muss das tun, was seine Rolle verlangt." Muller arbeite dennoch "mit aller Kraft" an einer neuen Lösung unter Mitwirkung von Youngman. Der Niederländer hatte seine Strategie für ein Überleben in den letzten Wochen mehrfach geändert, dabei aber nie akut benötigte Kapitalhilfen flüssig machen können.

Muller muss innerhalb von sechs Tagen einen glaubwürdigen Geschäftsplan vor Gericht vorlegen. Andernfalls gilt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als sicher. Saab kann in seinem westschwedischen Stammwerk seit April wegen Geldmangels und hoher Schulden keine Autos mehr produzieren.

Keine Löhne
Die 3.500 Beschäftigten haben noch keine Löhne und Gehälter für den Weihnachtsmonat bekommen. Die Zusagen potenzieller chinesischer Investoren zur Überweisung von Mitteln für fällige Lohn- und Gehaltszahlungen sind im November erneut nicht eingehalten worden.