Tesla bleibt im 2. Quartal auf der Überholspur

Erwartungen erneut übertroffen

Tesla bleibt im 2. Quartal auf der Überholspur

Elektroautobauer hat Umsatz fast verdoppelt und erstmals über 1 Mrd. Dollar Quartalsgewinn erzielt. 

Der weltweite Chipmangel und Engpässe bei Rohstoffen haben  Tesla  nicht ausgebremst. Der E-Auto-Pionier übertraf im zweiten Quartal bei Gewinn und Umsatz die Expertenerwartungen. Angesichts der weltweiten Rekordnachfrage nach Fahrzeugen "wird die Versorgung mit Bauteilen im restlichen Jahr stark die Wachstumsgeschwindigkeit unserer Auslieferungen beeinflussen", teilte der US-Konzern allerdings am Montag nach US-Börsenschluss mit.

So viele Autos ausgeliefert wie nie 

Man liege im Plan, um in diesem Jahr die ersten  Model Y  in Grünheide bei Berlin und Texas zu fertigen, heißt es in der Mitteilung. Allerdings verschob Tesla die Auslieferung des "Semi Truck" auf 2022, "um sich besser auf diese Fabriken konzentrieren zu können", hieß es. Tesla hatte die Absatzzahlen für das zweite Quartal bereits Anfang Juli bekanntgegeben. Mit gut 200.000 Fahrzeugen lieferte der Konzern  so viele aus wie noch nie  und erfüllte damit grob die Erwartungen der Experten. Das Unternehmen brachte 201.304 E-Autos an die Kundschaft und stellte 206.421 Stück her  - das wurde seit der Firmengründung im Jahr 2003 noch nie geschafft.

Erstmals über 1 Mrd. Dollar Quartalsgewinn  

Nun gab Tesla einen Umsatz von knapp 12 Mrd. Dollar (10,2 Mrd. Euro) bekannt, nach etwa 6 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Von Refinitiv befragte Analysten hatten 11,3 Milliarden vorhergesagt. Der Nettogewinn (GAAP) betrug 1,14 Mrd. Dollar. Damit hat der Konzern erstmals mehr als 1 Mrd. Dollar (rund 850 Mio. Euro) in einem Vierteljahr verdient. Der Gewinn je Aktie ohne Sonderposten lag bei 1,45 Dollar, deutlich über den Vorhersagen von 98 Cent. Durch den Verkauf von Emissionsrechten an andere Autobauer nahm Tesla 354 Mio. Dollar ein, ein Rückgang von 17 Prozent.

Abschreibungen wegen Bitcoin

Der US-Konzern verbuchte zudem eine Abschreibung von 23 Mio. Dollar im Zusammenhang mit seinen Bitcoin-Beständen. Tesla hatte im Februar eine Investition von 1,5 Mrd. Dollar in Bitcoin bekanntgegeben. In den folgenden Wochen war spekuliert worden, welche Folgen der vergleichsweise volatile Bitcoin-Kurs für Tesla haben würde. Die Kursschwankungen wurden auch von Tesla-Chef Elon Musk selbst angeheizt, der Bitcoin zunächst als Zahlungsmittel für E-Autos akzeptierte, dann aber unter Hinweis auf den Energieverbrauch für die Herstellung  zurückruderte . Vergangene Woche vollzog er eine erneute Kehrtwende: Sein Konzern werde die Cyber-Devise "sehr wahrscheinlich" wieder akzeptieren.

Autobauer oder Tech-Konzern?

Tesla wird an der Börse weniger wie ein Autobauer bewertet, sondern eher nach den Kriterien großer Tech-Konzerne. "Wir sehen Tesla als ein innovatives Wachstumsunternehmen in einer noch recht frühen Phase, das nicht nur seinen eigenen Markt grundlegend verändert, sondern auch angrenzende Märkte beeinflusst", sagte Portfoliomanager Keith Lee vom Vermögensverwalter American Century Investments. Damit dürfte das Ergebnis den Ton setzen für die mit Spannung am Dienstag erwarteten Geschäftszahlen von Apple, Microsoft und Alphabet.