VW-Chef schockt mit Aussage zur Corona-Krise

"Werden praktisch keine Autos los"

VW-Chef schockt mit Aussage zur Corona-Krise

Konzern verkaufe derzeit so gut wie keine Autos - Fertigungsstopp in Deutschland verlängert.

Der aus Österreich stammende  Volkswagen -Konzernchef Herbert Diess (Bild) hat vor möglicherweise noch länger anhaltenden Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Autobauer gewarnt und mit seinen Aussagen ein großes Fernsehpublikum regelrecht geschockt. Denn nun ist klar, wie starkt  die Krise die Autoindustrie  wirklich trifft. "Wir gehen aus einer starken Position in diese Krise", sagte er am späten Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Aber unsere Verkäufe weltweit stehen. Wir machen keinen Absatz, wir machen keinen Umsatz außerhalb Chinas."
 
Derzeit werde der Hersteller in sämtlichen anderen Märkten "praktisch keine" Autos mehr los, weil die Nachfrage am Boden liege. Infolgedessen nehmen die Liquidität stark ab - Diess sprach von bis zu zwei Milliarden Euro pro Woche. Bei vielen anderen Herstellern dürfte die Situation ähnlich dramatisch aussehen. Volkswagen war mit rund 11 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2019 der größte Autobauer der Welt.
 
 

80.000 Beschäftigte in Kurzarbeit 

"Wir reduzieren unsere Ausgaben. Wir verschieben Projekte, die nicht erfolgskritisch sind", sagte der Manager. Ob alle der derzeit rund 80.000 in Deutschland kurzarbeitenden Beschäftigten nach den laufenden Werksschließungen wieder voll arbeiten könnten, könne er nicht garantieren: "Es wird davon abhängen: Wie schnell können wir diese Krise beherrschen?" Im Fall einer längeren wirtschaftlichen Talfahrt werde diese "sicher negative Einflüsse auf unser Geschäft haben".
 
 

VW werde die Krise schaffen

Diess erwartet, dass es dem Konzern und den Mitarbeitern aber gelingen wird, die Probleme abzufedern. Dafür gelte es, die Zeit der Produktionsunterbrechungen zu nutzen: "Wir müssen uns auf den Wiederanlauf vorbereiten." Nötig seien etwa neue Hygienemaßnahmen und größere Abstände an den Bändern. "Ich bin froh, dass wir nun mindestens drei Wochen Zeit haben, uns neu zu organisieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, so umzubauen, dass sich keiner anstecken wird." VW hatte den Fertigungsstopp in Deutschland wegen der Corona-Krise kurz zuvor um vier weitere Tage bis zum 9. April verlängert. Seit einer Woche stehen die Bänder bereits still.